Handball

Pfadi lässt einen Punkt liegen

In einem umstrittenen Match spielt Pfadi beim BSV Bern 30:30 (11:12) und muss die Tabellenführung an die punktgleichen Kadetten Schaffhausen abgeben.

Dieses Kontertor von Marco Strahm brachte dem BSV Bern gegen Pfadi (Torhüter Matias Schulz) das 30:30 ein.

Dieses Kontertor von Marco Strahm brachte dem BSV Bern gegen Pfadi (Torhüter Matias Schulz) das 30:30 ein. Bild: Andreas Blatter

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Fünf der bisher sieben Spiele Pfadis in der Finalrunde der Nationalliga A haben eines gemeinsam: Sie blieben bis zum Schluss spannend. Dreimal ging das für die Winterthurer mit Siegen aus. Zweimal mussten sie Punkte liegen lassen. Beide Male hiess der Gegner BSV Bern. Nach der 32:34-Heimniederlage gab es gestern in der neuen, ebenfalls sehr schmucken Mobiliar-Arena zu Gümligen dieses 30:30. Und in beiden Fällen hätte der Punktverlust nicht sein müssen.

Lange nicht in Fahrt

Gestern Abend dauerte es lange, bis Pfadi in der Offensive, die sich mittlerweile grundsätzlich ausgesprochen gut entwickelt hat, in Fahrt kam. «Wir haben aus dem Stand gespielt», meinte Trainer Adrian Brüngger. Damit bezog er sich vor allem auf die erste Halbzeit, in der unterdurchschnittlich wenige Tore (deren elf) gelangen.

Das Ganze blieb bis zum 18:21 harzig. Dann steigerte sich die Produktion nachhaltig, und zwar so, dass Pfadi doch noch nach dem Sieg Griff. Bei Marvin Liers 24:23 gingen die Winterthurer erstmals wieder in Führung. Zwölf ihrer letzten 16 Angriffsversuche endeten im Tor. Das war eine überragend starke Ausbeute. «Wir waren am Schluss klar besser», stellte Adrian Brüngger zu Recht fest.

Die letzten zwei Angriffe

Unschön nur war, dass ausgerechnet die letzten zwei Anläufe erfolglos blieben. Ein Pass von Kevin Jud auf Marvin Lier kam nicht an, man hätte auch Foul pfeifen können. Linksaussen Marco Strahm lief daraus den Konter, der dem BSV 27 Sekunden vor Schluss das 30:30 einbrachte.

21 Sekunden Zeit blieben Pfadi – nun mit sieben Feldspielern – für den letzten Angriff. Der wurde abgepfiffen, weil sich Peter Schramm mit dem Ball ausserhalb des Feldes befunden haben solle. Jakub Szymanski schnappte sich den Ball und warf ihn ins leere Pfadi-Tor. Der Treffer wurde annulliert, weil Szymanski den Freiwurf (der eigentlich ein Einwurf war) vom falschen Ort ausgeführte hatte. Vier Sekunden blieben dem BSV. Der Ball flog wieder ins Winterthurer, aber diesmal war zuvor abgepfifen worfen.

So bliebs beim Unentschieden, das sich die Berner, die noch stärker ersatzgeschwächt als Pfadi angetreten waren, mit ihrem Kampfeswillen ja durchaus auch verdient hatten. Sie waren am Ende die Gewinner des Abends. Die Winterthurer verloren den einen Punkt, weil sie nicht immer gut genug spielten, um sich den BSV vom Leib zu halten. Zudem hatten sie diese Schiedsrichter, die mitunter etwas selbstherrlich aufzutreten pflegen, tendenziell nicht auf ihrer Seite. Zu den Aspekten, die Pfadi gestern für einen Sieg hätte beeinflussen können: Die Offensive kam erst spät in Fahrt. Nicht gut war lange Zeit die Ausbeute in Kontern, wobei jene vier Fehlversuche der ersten Halbzeit nicht missglückte Würfe, sondern allesamt (teils zurück gepfiffene) technische Fehler waren. In der zweiten Hälfte brauchte es zuerst sieben Fehlschüsse, ehe Pfadi den Tritt endlich fand. Filip Maros steigerte sich, wie zuletzt gegen St. Otmar, nach der Pause. Kevin Jud trieb das Spiel an, hatte indes nicht viel Glück im Abschluss. Rechtsaussen Cédrie Tynowski trifft mittlerweile auch aus dem Rückraum. Youngster Lukas Heer steuerte zwei Tore bei und Peter Schramm legte ein weiteres Mal dar, dass seine Vertragsverlängerung bei Pfadi schlicht unumgänglich sein müsste.

Goalie Matias Schulz war mit zwölf Paraden ein solider Wert. Die Abwehr hat dank der Rückkehr von Stefan Freivogel und Michal Svajlen an Struktur und physischer Präsenz gewonnen. Trotzdem liess sie sich auch gestern noch zu oft ausspielen. Der mehrmalige Zwei-Tore-Vorsprung in der Schlussphase konnte auch durch sie nicht gehalten werden. Trotz aller Unbill hatte Pfadi die zwei Punkte selbst in der Hand.

Mindestens Platz 2

Das Positive aus dieser Runde: Weil sich tags zuvor Wacker Thun beim HSC Suhr Aarau überraschend 25:20 durchgesetzt hat, ist den Winterthurern nun auch rechnerisch der 2. Platz nicht mehr zu nehmen. Das Rennen um Rang 1 und damit um die beste Ausgangslage fürs Playoff wird spätestens im letzten Durchgang der Finalrunde entschieden, wenn sie in Schaffhausen gegen die Kadetten, die seit gestern wieder Leader sind, antreten.

BSV Bern – Pfadi 30:30 (12:11)

Mobiliar-Arena, Gümligen. – 816 Zuschauer. – SR Brunner/Salah. – Torfolge: 0:1, 2:3, 4:3, 4:7, 7:7, 8:8, 8:10, 11:10, 11:11, 12:11; 12:12, 13:13, 15:1317:16, 19:16, 22:19, 22:22, 23:22, 23:24, 24:25, 25.25, 25:27, 27:29, 28:30, 30:30. – Strafen: 3x2 gegen den BSV Bern, 6x2 gegen Pfadi. – BSV Bern: Tatar (35. Milosevic); Eggimann (2), Baumgartner (2), Getzmann (8/4), Striffeler, Kusio (5), Strahm (4), Szymanski (3), Rohr, Arn (2), Mühlemann (4). – Pfadi: Schulz/Schelling (für 2 Penaltys); Lutz, Maros (7), Tynowski (3), Dangers (4), Lier (5/2), Heer (2), Jud (3), Bräm, Svajlen, Schramm (6). – Bemerkungen: Pfadi ohne Vernier, Ott und Quni, BSV ohne Heer, Spinola, Gerlich, Schneeberger und Freiberg (alle verletzt). 13. Getzmann schiesst Penalty an die Latte.47. Milosevic hält Penalty von Jud. 260. NLA-Spiel von Striffeler (BSV-Klubrekord). (Der Landbote)

Erstellt: 14.03.2019, 22:47 Uhr

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