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Pfadi stellt die Playoff-Weiche

Mit dem 23:21-Erfolg bei Cupsieger Wacker Thun ist Pfadi der 2. Platz und damit das Heimrecht im Playoff-Halbfinal eigentlich nicht mehr zu nehmen.

Einmal mehr lieferten sich Pfadi Winterthur (Michal Svajlen, Stefan Freivogel sowie Kevin Jud) und Wacker Thun (Joël Christinat) einen intensiven Kampf.
Einmal mehr lieferten sich Pfadi Winterthur (Michal Svajlen, Stefan Freivogel sowie Kevin Jud) und Wacker Thun (Joël Christinat) einen intensiven Kampf.
Markus Grunder

Drei Partien stehen den Winterthurern in der NLA-Finalrunde noch bevor; sechs Punkte beträgt mittlerweile die Reserve auf den 3. Platz von Wacker. Dank ihres Sieges am Samstag in Thun, dem ersten dort seit zwei Jahren, festigten sie die Chance, als Nummer 2 in die Playoffs steigen zu können. Die Thuner dagegen laufen Gefahr, noch hinter den HC Kriens-Luzern auf den 4. Platz zurückzufallen. Denn nach dem (mühseligen) 23:22-Sieg in Aarau liegen die Krienser nur noch einen Punkt hinter Wacker.

Die Thuner, die noch gewichtigere Absenzen als Pfadi hatten, kämpften erwartet erbarmungslos um die Punkte. «Sie lieben diese Rolle», meinte Pfadi-Trainer Adrian Brüngger. Jene des ersatzgeschwächten Teams, das die Ausfälle mit umso mehr Einsatz wettzumachen pflegt. Wackers Ver­teidigung setzte den Winterthurern jedenfalls schwer zu.

Diese lösten ihre Aufgabe zunächst gar nicht mal so schlecht, reizten das Zeitspiel aus und gingen bis zur 25. Minute 10:6 in Füh­rung. Nur noch ein Tor aus den letzten vier Angriffen der ersten Hälfte liessen den Gegner bis zur Pause allerdings auf 11:9 her­an­kommen und Hoffnung schöpfen. Pfadi hatte die Vorteile in die­ser torarmen Partie lange auf seiner Seite, liess das Geschehen durch offensive Mängel dann aber aus den Händen gleiten.

Kuduz und die Wende

Erst recht zu Beginn er zweiten Halbzeit: Nur gerade vier ihrer ersten 18 Angriffsversuche vollendeten die Winterthurer mit Toren. Und so gerieten sie, ohne dass Wacker offensiv Unwiderstehliches leisten musste, bis zur 48. Minute 15:17 ins Hintertreffen. Die einzigen Pfadi-Treffer in jener betrüblichen Phase erzielten Marvin Lier (3) und Marcel Hess (1). Hess, als Kreisläufer eingesetzt, war bis dahin Pfadis bester Skorer. Lier beendete unter anderem die Misere von der Siebenmeterlinie aus: Denn bevor der Linksaussen seinen Penalty (zum 14:14) versenkte, waren Jonas Langerhuus sowie zweimal Kevin Jud gescheitert.

Den Winterthurern drohte Ungemach – selbst verschuldet, weil sie ihre Chancen nicht nutzten und im Aufbau schnitzerten. Langerhuus, gänzlich erfolglos, Jud und Ante Kuduz leisteten sich je fünf Ballverluste. Einziger Aktivposten im Rückraum war lange Roman Sidorowicz, wobei auch er nicht frei von Fehlern blieb.

Bei Minute 51 lag Pfadi 16:18 hinten. Brüngger nahm ein ­Time-out und wies sein Team an, Kuduz zu forcieren. Zugleich trat Yannick Ott, zuvor engagierter Rechts­aussen, im rechten Rückraum auf, was dem Aufbau mehr Strukturen verlieh. Das Time-out war der Anfang der Wende. Denn tatsächlich sorgte Kuduz für ­jenen treffsicheren Zug aufs Tor, der vorher schmerzlich vermisst worden war. «Endlich war er im Spiel», freute sich Brüngger. Der bald 22-jährige Kroate, stets in gleichem Stil, erzielte drei Tore und bereitete zwei weitere vor – einmal mit einem Kreispass auf Michal Svajlen, einmal, als Filip Gavranovic den Abpraller versenkte. So geschah es, dass Pfadi wieder in Führung ging (21:20).

22 oder 23?

Nach der zweiten Parade in Folge von Matias Schulz erzielte Sidorowicz 59 Sekunden vor dem Ende das 22:20. Damit war die Vorentscheidung in dieser hektischen, kampfbetonten und fehlerhaften Partie gefallen. Pfadi gewann die letzten acht Minuten 7:3.

Am Schluss war der Sieger klar, nicht aber das Resultat. Joël Tynowski erzielte in der drittletzten Sekunde das 23:21. Das stand auch auf der Matchanzeige in der Halle. Unter anderem auf der Homepage des Schweizer Verbandes war jedoch 22:21 angegeben – obschon in der Skorerliste 23 Pfadi-Treffer aufgeführt waren ... Wahrschein­licher Grund für die Verwirrung: Im Liveticker wurde nach Sidorowicz’ 22:20 Wackers letztes Tor als 21:21 (statt 22:21) aufgeführt. Tynowski erzielte dann, gemäss Liveticker, das 22:21.

Die Winterthurer wirds nicht stören. Sie hatten sich in der ­Halle, in der alle Gäste Mühe ­haben, zwei Punkte erkämpft, defen­siv sowie auf der Torhüterposition (mit Arunas Vaskevicius und später Schulz) überzeugt und sich nach einem langen offen­siven Tief zu einer sehr effizienten Schlussphase aufgerafft. «In den letzten zehn Minuten hatten wir die Coolness, um dieses ­knappe Spiel noch auf unsere ­Seite zu würgen», lobte Brüngger. «Das war ein wichtiger Sieg.»

Am Sonntag zu Hause gegen Kriens-Luzern kann sich Pfadi auch restlos theoretisch Platz 2 ­sichern. Der Rest ist Vorbereitung auf die Playoffs, die am Ostersamstag beginnen.

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