Handball

Pfadi startet mit einem ausgeglichenen Budget

Sieben Monate nach dem offiziellen Ausbruch der grössten Finanzkrise des Vereins steigt Pfadi auf einer positiven Grundlage in die bevorstehende Saison.

Guter Dinge ist Pfadi-Präsident Jürg Hofmann (links), hier bei der vorübergehenden Übergabe des Supercups an Stadtpräsident Mike Künzle (rechts Jürgen Krucker, der Geschäftsführer des Schweizerischen Handballverbandes).

Guter Dinge ist Pfadi-Präsident Jürg Hofmann (links), hier bei der vorübergehenden Übergabe des Supercups an Stadtpräsident Mike Künzle (rechts Jürgen Krucker, der Geschäftsführer des Schweizerischen Handballverbandes). Bild: Madeleine Schoder

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Der Winterthurer NLA-Verein hat in diesem Frühjahr mit Pfadi4ever, seiner notfallmässigen Sammelaktion, rund 650 000 Franken hereingeholt, damit den damals laufenden Meisterschaftsbetrieb gerettet sowie einen wesentlichen Anteil ans strukturelle Defizit der neuen Saison geleistet. Weil kein «richtiger» Hauptsponsor gefunden wurde, trat der Pfadi im Juni erneut an die breite Öffentlichkeit und bot für 200 beziehungsweise 100 Franken einen Eintrag als «Hauptsponsor» an. Wieder war das Echo positiv: 378 Namen, darunter ein Hund, zieren das künftige Tenue. Weitere 75 000 Franken bringt dies ein.

Die Zahlen, die an der ordentlichen Generalversammlung präsentieren wurden, sind erfreulich und lauten gemäss Communiqué wie folgt: «Pfadi erwirtschaftete im abgelaufenen Vereinsjahr aus dem ordentlichen Betrieb einen Ertrag von 1 925 000 Franken, dies bei einem Aufwand von 2 262 000 Franken. Der Betriebsverlust betrug 337 000 Franken, budgetiert waren 365 000. Dank Sanierungsbeiträgen, der Unterstützung von Pfadi4ever und der ganzen Pfadi-Familie im Umfang von 389 000 Franken resultiert für die Saison 2018/19 ein kleiner Gewinn von 52 000 Franken.»

1,3 Millionen bleiben

Insgesamt kann der Verein für die neue Saison ein ausgeglichenes Budget in der Höhe von 2,3 Millionen Franken präsentieren. Im Gegensatz zu früheren Jahren sind, wie Präsident Jürg Hofmann betont, «keine Hoffnungskomponenten mehr drinnen», sprich keine geplanten Zuwendungen, die nur mündlich in Aussicht gestellt worden sind. Alles sei unterschrieben.

Der Vorstand und Pfadi4ever seien sich bewusst, steht im Communiqué, «dass für eine nachhaltige finanzielle Gesundung weiterhin grosse Anstrengungen, viel Kreativität und Innovation und die Unterstützung von zusätzlichen Sponsoren und der ganzen Pfadi-Familie notwendig sind.»

Weiterhin sind 1,3 Millionen Franken Darlehen ausstehend, ein Schuldenabbau ist im aktuellen Budget nicht vorgesehen. Ende der Saison 2019/20 aber, wenn Verträge von elf Spielern auslaufen, besteht ein deutlich grösserer finanzieller Spielraum als jetzt. Allerdings wird sich dann auch die Frage stellen, welche sportlichen Konsequenzen der Spardruck hat. Denn unter den elf Handballern befinden sich einige NLA-Stammkräfte wie die Nationalspieler Cédrie Tynowski (Captain), Kevin Jud und Pascal Vernier, die Torhüter Matias Schulz und Simon Schelling sowie Markus Dangers und Stefan Freivogel, dazu die bisher regelmässig in der NLA eingesetzten Fabrizio Pecoraro und Luigj Quni.

Pfadis Kader in den Nationalligen A und B bleiben für die neue Saison weitgehend beisammen. Den finanziellen Rahmenbedingungen entsprechend, seien sie «etwas verbreitert worden, wobei insbesondere auch auf eine verbesserte Durchlässigkeit zwischen dem NLB- und dem NLA-Team geschaut werden» solle.

Die Klubführung um Präsident Jürg Hofmann, der ad interim das Marketing übernommen hat, verzeichnet den Abgang von Marcel Suter (Marketing). Erneut mit dabei sind Vizepräsident Toni Hostettler (Kommunikation), Goran Cvetkovic (Leistungssport), Valentin Bay (Nachwuchs), Martin Leuenberger (Infrastruktur), Hans-Peter Kläui (Finanzen) und Markus Jud (Geschäftsführer); letztere beiden haben keine Vorstandstätigkeit. Neu sind Christian Siegrist (Breitensport) und Gerwyn Watkins (Events) im Vorstand.

Die Mitglieder von Pfadi4ever stehen dem Hauptverein weiterhin für einzelne Projekte zur Verfügung. Das Schlimmste konnte bis Ende März abgewendet werden. Finanziell wirklich über dem Berg ist Pfadi, der neunfache Schweizer Meister, dennoch nicht. «Wichtigstes Ziel bleibt», steht auch im aktuellen Communiquè, «den Verein trotz sportlichen Ambitionen auf finanziell gesunden Beinen zu halten.»

Wie wahr. Denn klar bleibt nach wie vor: Eine Sammelaktion wie in diesem Frühjahr darf und kann sich nicht wiederholen.

Erstellt: 19.08.2019, 21:52 Uhr

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Blogs

Michèle & Friends Midlife-Crisis? Nehm ich!

Von Kopf bis Fuss Diese Frau erinnert sich an alles