Handball

Pfadi verschenkt den Sieg

Der Start in die Meisterschaft ist Pfadi missglückt. Statt den greifbaren Auswärtssieg beim HSC Suhr Aarau einzufahren, mussten sich die Winterthurer NLA-Handballer mit einem 20:20 (9:8) begnügen.

Müsste wieder torgefährlicher werden: Filip Maros.

Müsste wieder torgefährlicher werden: Filip Maros. Bild: Heinz Diener

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Es war heiss in der Schachenhalle, in den Schlussminuten gar hitzig. Denn aus einem zerfahrenen Match, den die Winterthurer im Verlauf der zweiten Hälfte in ihre Bahnen gelenkt hatten, wurde plötzlich eine enge Sache.

Aus Pfadis Sicht geschah dies so ziemlich grundlos. Denn gut fünf Minuten vor Schluss hatte Kreisläufer Mathias Kasapidis mit seinem vierten Treffer für das 20:16 gesorgt. Selbst ein unstetes Spiel wie dieses hätte einfach nur nach Hause gebracht werden müssen. «Wir hatten trotz allem das Spiel und den Sieg in der Hand», bemerkte Trainer Adrian Brüngger. Und dann das.

«Das ist halt schwach»

Aus den letzten fünf Angriffen brachte Pfadi keinen einzigen Treffer zustande. «Das ist halt schwach», ärgerte sich Brüngger. Zwei gänzlich unerzwungene Fehlpässe von Jonas Langerhuus und Filip Maros leiteten den ­Absturz ein, indem dies mit zwei Kontertreffern (einer davon durch Goalie Dario Ferrante ins leere Tor) bestraft wurde. Spätestens beim 18:20 durch Flügel Timothy Reichmuth war der HSC Suhr Aarau und mit ihm die Halle zurück im Geschäft.

Zwei Fehlwürfe von Ante Kuduz, einer an den Pfosten und einer unter Zeitdruck, liessen die Winterthurer auch anschliessend erfolglos bleiben und gaben den Aargauern die Chancen zum Ausgleich, die sie tatsächlich auch nutzten. Zwei weitere blitzsaubere Tore des noch nicht mal 19-jährigen, 70 Kilo leichten Linksaussen Reichmuth sorgten fürs 20:20. Der letzte verzweifelte Wurf von Maros in der Schlusssekunde wurde entschärft.

Mag sein, dass Pfadi nach einer 20:16-Führung vom Angriff mit sieben Feldspielern hätte abweichen und vorsichtiger spielen müssen. «Den richtigen Zeitpunkt kennt man meistens erst danach», meinte Brüngger. Klar ist: Es waren Fehler auf dem Feld, die sich rächten.

Offensive Baissen

Der HSC Suhr Aarau ist breiter besetzt als letzte Saison, die er als Aufsteiger auf dem respektablen 6. Platz abschloss. Weitschütze Nikola Isailovic deutete zumindest in der zweiten Halbzeit mit einer Trefferserie seinen Wert an. Von Aufbauer Milan Skvaril und dem wuchtigen Kreisläufer Martin Slaninka mag künftig noch mehr kommen.

Trotz erhöhter Substanz: Pfadi hätte diesen Gegner schlagen müssen. Es missglückte, weil der eigene Auftritt nicht befriedigend war. Am schmerzhaftesten war die offensive Baisse in den letzten fünf Minuten (die dritte in diesem Match).

Schon vorher war längst nicht alles rundgelaufen. Zunächst erwischten die Winterthurer einen sehr fahrigen Start. Nichts gelang, eine durchlässige Deckung, keine Torhüterparade und kaum ein Wurf aufs Tor. Der 1:5-Rückstand in der 11. Minute war die logische Folge. Brüngger stellte auf den Angriff mit dem siebten Feldspieler um und liess später auch im 6-0 verteidigen. Beides zeigte Wirkung. Dazu war nun auch Arunas Vaskevicius im Spiel. Sechs Paraden gelangen ihm ab der 15. Minute bis zur Pause.

Zusammengerechnet ergab sich dies: Pfadi machte aus dem 2:6 ein 6:6 und ging dank Michal Svajlens Kontertor zum 9:8 gar mit einer Führung in die Pause. Nur eines klappte in jener Phase der Wende nicht: die Ausbeute aus Gegenstössen. Vor Svajlens Treffer waren vier Konter erfolglos verstrichen.

Gleich zu Beginn der zweiten Hälfte schien Pfadi ein erstes Mal dem sicheren Sieg entgegenzusteuern. Nach dem 12:8 schlichen sich jedoch wieder offensive Unzulänglichkeiten ein. Fünf Angriffe ohne Tor, und Suhr Aarau war wieder auf 12:11 dran. Wieder setzte sich Pfadi ab, aber wieder reichte es – bekanntlich – nicht.

Was gut war: Die Torhüter und die Deckung fingen sich nach dem Start. Kasapidis hatte eine saubere Wurfquote, Gleiches traf – ein verschossener Penalty ausgenommen – auf Marvin Lier zu. Was nicht genügte: Die Konterquote war miserabel, Kuduz verbrauchte zu viele Würfe, und Langerhuus sowie Maros waren zögerlich, wenns um den Abschluss ging, und deshalb nicht torgefährlich genug.

Damit ging die Partie gleich aus wie das letzte, gleichsam hektische Treffen der beiden Mannschaften in der Schachenhalle. In der Finalrunde im April gabs ein 23:23. Das war damals der erste Punktverlust Pfadis nach 13 Siegen über den HSC Suhr Aarau ­gewesen. (Der Landbote)

Erstellt: 30.08.2017, 23:09 Uhr

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