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Pfadi weist Cupsieger in die Schranken

Pfadi gewann das NLA-Spitzenspiel gegen Wacker Thun 23:19 (11:7). Angesichts der personellen Lage der Winterthurer kam dies eher unerwartet.

An Arunas Vaskevicius bissen sich die Thuner die Zähne aus.
An Arunas Vaskevicius bissen sich die Thuner die Zähne aus.
Heinz Diener

Diese Leistung ist der Winterthurer verdient Respekt. Sie wiesen mit weiterhin reduziertem Kader jene Mannschaft in die Schranken, die vor zwei Wochen im Cup im Halbfinal die Kadetten Schaffhausen ausgeschaltet und anschliessend den ersten Titel der Saison erobert hatte. Und sie schafften dies in überzeugendem Stil, sie hatten Wacker eigentlich immer unter Kontrolle und setzten sich souverän durch.

Die personelle Situation hatte sich etwas entschärft, indem Ante Kuduz nach einwöchiger Pause sowie unverhofft auch Roman Sidorowicz, der sich vor sechs Wochen am Yellow-Cup im Nationalteam am Knöchel verletzt hatte, ihr Comeback geben konnten. Trotzdem fehlten noch immer vier Stammspieler verletzt. Pfadi konnte die Absenzen ganz offensichtlich viel besser kompensieren als die Thuner, die ohne drei Linkshänder sowie Torhüter Andreas Merz auskommen mussten.

Vaskevicius überragend

Von Anfang an zeigte Pfadi deutlichen Siegeswillen. Da trat eine selbstsicher wirkende Mannschaft auf den Platz und legte gleich forsch los. Nach einer Viertelstunde führten die Winterthurer bereits 7:3 und zeigten bis dahin eine starke Teamleistung. Bezeichnend dafür war, dass alle auf dem Platz stehenden Spieler je einmal getroffen hatten.

Die Thuner leisteten für ihre Verhältnisse zunächst hingegen erstaunlich wenig Widerstand in der Defensive und im Abschluss scheiterten sie immer wieder an Torhüter Arunas Vaskevicius, dem einige spektakuläre Paraden gelangen. So gab es in der ersten Halbzeit nur gerade sieben Thuner Tore zu vermelden, in den ersten 20 Minuten brachen sie es gar nur auf drei Treffer. Es war ohnehin eine Begegnung, in welcher die Abwehrreihen die Angreifer dominierten. Pfadi erzielte bis zur Pause immerhin elf Treffer.

Bis zu acht Toren Differenz

Kurz nach Beginn der zweiten Hälfte lag Pfadi 15:8 in Führung. Eine Vorentscheidung war damit gefallen, denn das Heimteam liess vorerst nicht nach. Später folgten einige unkonzentrierte Abschlüsse und die Thuner kamen per Gegenstoss zu einfachen Treffern. Die Winterthurer steigerten sich jedoch wieder und brachten sich dreimal mit acht Toren in Führung, zum letzten Mal beim 21:13 in der 50. Minute.

Anschliessend zeigte Wacker eine seiner Stärken: Die Mannschaft gibt nie auf. Die Thuner holten, zumal Pfadi offensiv nun nicht mehr viel gelang, bis zum 21:17 in der 54. Minute auf. Mehr liess Pfadi allerdings nicht mehr zu. Es war Sidorowicz vorbehalten, die letzten beiden Tore zur endgültigen Siegsicherung zu erzielen. Die Winterthurer jubelten zum Schluss verdientermassen über die zwei gewonnenen, wichtigen Punkte.

Trainer Adrian Brüngger hatte für dieses Spitzenspiel die richtige Mischung gewählt. Nur wenige personelle Wechsel zwischen Abwehr und Angriff waren einer der Schlüssel zum Erfolg. Die von Beginn an eingesetzten Feldspieler sorgten so für Stabilität über die gesamte Spieldauer. In der Verteidigung stand Pfadi sehr solide und hatte im Mittelblock die starken Schützen von Wacker gut im Griff. Lenny Rubin war mit fünf Treffern der beste Skorer der Thuner, brauchte dafür aber drei Mal so viel Versuche.

Zwei Winterthurer ragten aus dem insgesamt überzeugend auftretenden Ensemble heraus: Torhüter Arunas Vaskevicius, mit 13 Paraden und einer Fangquote von 41 Prozent, sowie Spielmacher Kevin Jud, der das Spiel glänzend dirigierte, es schnell machte und zudem sechs Tore warf.

«Nicht erträumen lassen»

«Das Team hat die vielen Ausfälle gut kompensiert, alle eingesetzten Spieler steigerten sich in ihren Rollen stark und haben Verantwortung übernommen», erklärte Brüngger. «Genau diese Stärke war unser Plus.» Seine Mannschaft habe in der 6-0-Abwehr, «die eigentlich nur unser zweites Deckungssystem ist, extrem gut gespielt», lobte der Trainer weiter. «Die Spieler haben den Plan gut umgesetzt und wir hatten mit Arunas Vaskevicius einen überragenden Mann im Tor. Ein so deutliches Resultat hätte ich mir im Voraus nicht erträumen lassen.»

Die Winterthurer waren zweifellos die richtigen Sieger in einem Treffen zwischen zwei Mannschaften, die sich möglicherweise in den Playoffs wieder begegnen werden. Mit dem dritten Sieg im dritten Finalrundenspiel übernahmen sie zumindest vorübergehend die Tabellenführung. Wichtig ist aber vor allem, dass Pfadi einen Verfolger auf Distanz halten konnten: Die Reserve auf Wacker Thun beträgt bereits fünf Verlustpunkte. Das ist nicht zu verachten.

Walter Baer

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