Handball

Sidorowicz bleibt in der Bundesliga

Roman Sidorowicz, den Pfadi im Dezember an die MT Melsungen ausgeliehen hat, verlängert seinen Vertrag beim Bundesligisten um eine Saison.

Innert Kürze hat sich Roman Sidorowicz in der Bundesliga durchgesetzt.

Innert Kürze hat sich Roman Sidorowicz in der Bundesliga durchgesetzt. Bild: PD/MT Melsungen

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Was macht ein Bundesligist, wenn fast seine halbe Mannschaft verletzt längere Zeit ausser Gefecht ist? Er holt sich Ersatz – meist für eine begrenzte Zeit. So hat es auch die MT Melsungen getan. Als im Dezember die Not am grössten war, hat der Bundesligist Roman Sidorowicz aus Winterthur ausgeliehen. Keiner konnte damals ahnen, was sich aus diesem Blitztransfer entwickeln würde.

«Notnagel» ist kein netter Begriff, beschreibt aber die Erwartung an einen Spieler, der kurzfristig verpflichtet wird, um einen personellen Engpass zu überbrücken. In der Regel ist damit nur ein Kurzzeitengagement verbunden. Schliesslich hofft der Verein ja, dass seine verletzten Spieler im Verlauf einer Saison wieder aufs Parkett zurück kehren.Was aber, wenn der ursprünglich als Aushilfe geholte Spieler seine Sache so gut macht, dass der Verein fast nicht umhin kommt, ernsthaft über die Verlängerung seines Kontrakts nachzudenken? Genau das hat man bei der MT Melsungen getan und Roman Sidorowicz nun einen Vertrag bis 2020 gegeben.

«Er hat bei uns sportlich wie menschlich sehr gut eingeschlagen, hatte fast keine Anpassungsprobleme und er hat sich zudem in kürzester Zeit in die Herzen der Fans gespielt. Da wäre es ja geradezu ein Kardinalfehler gewesen, diesen Spieler nicht weiterzuverpflichten», verrät Axel Geerken. Der MT-Vorstand weiter: «Ein Dank geht in diesem Zusammenhang auch an Pfadi Winterthur für die faire und unkomplizierte Verhandlung der Modalitäten.»

Er hat es zwar nicht kommen sehen, aber er hat zumindest gehofft, dass Roman Sidorowicz der MT weiterhelfen würde. Schliesslich kennt Melsungens Coach Heiko Grimm den 46-fachen Schweizer Nationalspieler noch aus seiner Zeit als Trainer des HC Kriens-Luzern. «Als Gegner hat er uns mit seiner quirligen Art, seinen diversen Wurfvarianten und auch mit seiner Schlitzohrigkeit oft genug das Leben schwer gemacht. Die Frage war nur, ob er diese Fähigkeiten in dem Masse auch in der Bundesliga einbringen würde», so Heiko Grimm. Sidorowicz hat diese Frage binnen kürzester Zeit für alle sichtbar beantwortet.

«Grosse Wertschätzung»

Bei 1,87 m und 80 Kilogramm zählt er in der deutschen Eliteklasse im wahrsten Sinn zu den absoluten Leichtgewichten im Rückraum. Die vermeintlichen körperlichen Nachteile gleicht der 27-Jährige jedoch mehr als aus. Schnelligkeit, Sprungkraft, Spielintelligenz und ein Wurfrepertoire mit diversen Überraschungseffekten zeichnen ihn inzwischen auch hierzulande aus.

«Ich freue mich sehr darüber, dass ich der MT kurzfristig helfen konnte und der Verein mir nun die Möglichkeit gibt, hier weiter zu spielen. Das ist für mich eine grosse Wertschätzung meiner Leistungen. Mit diesem Vertrag ist auch meine unmittelbare Zukunft geklärt, sodass ich mir jetzt hier in Melsungen eine richtige Wohnung einrichten kann», sagt Roman Sidorowicz.

Der ehemalige Pfadi-Shooter nutzt die Ligapause um seinen Umzug voranzutreiben. Viel Zeit dazu bleibt ihm allerdings nicht, denn schon nächste Woche trifft er sich mit dem Nationalteam, um am 9. März in Düsseldorf ein Länderspiel gegen Deutschland zu bestreiten - wo er übrigens auf seinen Vereinskollegen Finn Lemke treffen wird, den einzigen von der MT nominierten Akteur.

(Der Landbote)

Erstellt: 01.03.2019, 14:12 Uhr

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