Handball

So spielt ein Leader

Eine starke Abwehr und ein überragender Torhüter, Matias Schulz, ebnen den Weg zu Pfadis 32:21-Auswärtssieg gegen den BSV Bern.

55 Prozent aller Würfe der Berner (hier Simon Getzmann) wurden eine Beute von Pfadi-Torhüter Matias Schulz.

55 Prozent aller Würfe der Berner (hier Simon Getzmann) wurden eine Beute von Pfadi-Torhüter Matias Schulz. Bild: Markus Grunder

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Um die 20 Gegentore erhalten und über 30 Treffer selber erzielen. Das sind im Handball so in etwa die Richtwerte, die jeder Trainer gerne sieht. «Das ist immer ok», meint Pfadis Adrian Brüngger dazu, «und ausserdem noch auswärts.»

Nach zwei Unentschieden und einer Heimniederlage war die Zeit wieder einmal reif für einen Sieg Pfadis über den BSV Bern. Zumal die Berner vor vier Tagen an gleicher Stätte nur knapp von den Kadetten Schaffhausen bezwungen worden waren, fiel der Erfolg der Winterthurer unverhofft deutlich aus. Es war nichts mehr und nichts weniger eine Demonstration des Leaders.

Lohn des defensiven Wirkens

Den Grundstein legten die Winterthurer in der ersten Halbzeit. Ihr defensives Wirken im sehr aufsässigen 3-2-1-System bereitete den Bernern sehr viele und grundlegende Probleme. Damit nicht genug: Hinter der Abwehr parierte Torhüter Mathias Schulz bis zur Pause elf Würfe, darunter einen Penalty. Wer sich defensiv so verhält, der findet meistens auch den Weg zum Erfolg.

Nach zögerlichem Start mit nur einem Treffer aus fünf Anläufen fanden die Pfader auch im Angriff den Tritt. Vom 1:2 an verwerteten sie im Rest der ersten Halbzeit nur noch vier Angriffe nicht. Die Verteidigung, Schulz und die offensive Effizienz schlugen sich entsprechend im Resultat, der 16:9-Pausenführung, nieder.

Es ging im gleichen Stil weiter. Bei Markus Dangers’ 21:11 in der 41. Minute betrug die Differenz erstmals zehn Tore. Bei Adir Cohens Penalty wenig später zum 22:11 war Pfadis Ausbeute zum ersten Mal doppelt so hoch wie jene des BSV. Beim 26:13 in der 50. Minute durch Jannic Störchli war dies letztmals der Fall. In den letzten zehn Minuten, als Pfadis Intensität nachvollziehbar etwas nachliess und Formationen wechselten, durften die Berner acht ihrer 21 Tore erzielen.

«Konsequent gespielt»

Vorher hatten sie selten die Gelegenheit gefunden, einen Angriff erfolgreich zu vollenden. «Sie konnten gegen unsere Abwehr kaum zwingende Aktionen kreieren. Wir haben sie irgendwie zerstört. Und dann war auch noch Schulz mit seinen 55 Prozent gehaltener Würfe», sagte Brüngger. «Wir haben in allen Bereichen konsequent gespielt, das freut mich am meisten.» Der Trainer lobte auch die Offensive, die «von A bis Z diszipliniert» aufgetreten sei. Kreisläufer Markus Dangers war mit neun Treffern aus elf Würfen am erfolgreichsten. Gut auch die Ausbeute von Adir Cohen, der im linken Rückraum fast durchspielte, Regisseur Kevin Jud und Linksaussen Joël Bräm. Und wie Fabrizio Pecoraro, der Rechtshänder, vom rechten Flügel aus seine vier Versuche in vier Tore umwandelte, verdient viel Respekt. Die Berner wirkten je länger desto hilfloser. Sie prallten immer wieder an Verteidigung und Goalie ab und erzielten in der ersten Hälfte während acht Minuten sowie in der zweiten Halbzeit während neun Minuten kein Tor. Aus dem 3:3 wurde da ein 3:9 und aus dem 11:17 (das noch keinen Untergang bedeutet hätte) ein 11:23. Der BSV spielte wie der Tabellensiebte gegen den Tabellenführer.

«Sie haben uns auseinandergenommen», musste Simon Getzmann, der Berner Topskorer, am Ende feststellen. Während Dangers von einer «vorne und hinten super Mannschaftsleistung» sprechen konnte.

Wohltuende Steigerung

Die Winterthurer traten auf wie die Nummer 1 der Liga, die sie momentan in der Tat ja auch nach Punkten sind. Stark in der Abwehr und Tor sowie durchschlagskräftig und ideenreich im Angriff. Es war eine wohltuende Steigerung gegenüber dem knorzigen Heimsieg vom Samstag gegen den Aufsteiger TV Endingen und eine Bestätigung, dass Pfadis Kurs stimmt.

BSV Bern – Pfadi 21:32 (9:16)

Mobiliar Arena, Gümligen. – 1095 Zuschauer. – SR Boshkoski/Stalder. – Strafen: 3-mal 2 Minuten gegen BSV Bern, 4-mal 2 gegen Pfadi. – Torfolge: 0:1, 2:1, 2:3, 3:3, 3:9, 5:12, 7:13, 9:16; 11:17, 11:23, 13:26, 21:32.

BSV Bern: Tatar (41. Rosenberg); Eggimann (2), Kaleb (1), Baumgartner, Getzmann (9/5), Isailovic, Spinola (3), Gerlich (3/1), Strahm (2), Arn (1). – Pfadi: Schulz (53. und für zwei Penaltys Schelling); Ott (1), Pecoraro (4), Cohen (5/2), Dangers (9), Vernier (1), Störchli (1), Jud (6), Bräm (4), Freivogel (1), Svajlen, Schramm.

Bemerkungen: Pfadi ohne Tynowski (verletzt), Radovanovic und Quni (beide krank), BSV ohne Kusio, Mühlemann, Rohr und Weingartner (alle verletzt). 2. Tatar hält Penalty von Jud. 3. Schulz hält Penalty von Getzmann. 58. Schelling hält Penalty von Getzmann.

Erstellt: 07.11.2019, 22:57 Uhr

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