Handball

«Team und Publikum ­trieben sich zum Sieg»

Pfadi Winterthur steht im Playoff-Final. Der lauteste Mann wird nicht der Trainer oder ein Spieler sein. Sondern René Lee, der Paukenschläger vom Fanclub.

Renée Lee und sein Fanclub waren Pfadi im Halbfinal eine grosse Unterstützung.

Renée Lee und sein Fanclub waren Pfadi im Halbfinal eine grosse Unterstützung. Bild: Martin Deuring

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Dank des 35:28-Heimsiegs gegen Schaffhausen spielt Pfadi ab heute in der Finalserie. Wow.
René Lee: Es war eines der besten Spiele der letzten Zeit. Die Stimmung war grossartig, im Publikum haben alle mitgemacht. Und die Mannschaft nahm diese Energie auf und gab sie zurück, so dass man sich gegenseitig immer weiter trieb. Bis zum Sieg.

Was die Stimmung angeht, haben Sie eine wichtige Funktion. Wie lautet Ihre Rolle?
Ich spiele eine der beiden Pauken vom Fanclub. Ich gebe den Takt an für das Publikum, das mit den Klatschen aus Karton lärmt, die der Club an die Besucher verteilt.

Wie wurden Sie zum lautesten Mann in den Fanreihen?
Das ist im Lauf der letzten 25 Jahren so entstanden, weil ich schon lange im Fanclub dabei bin und mich getraue, mich hinter die Pauke zu setzen. Und offenbar sind die Leute zufrieden mit mir.

«Ich bin nicht der Musikalischste»René Lee,
Paukenschläger im Pfadi-Fanclub

Dank musikalischen Talents?
Das würde ich jetzt nicht behaupten. Man sollte schon halbwegs den Rhythmus halten können. Aber das war es dann auch schon. Ich bin nicht der Musikalischste und spiele sonst kein Instrument.

Sind Auswärtsspiele Pflicht?
Wenn es sich einrichten lässt, bin ich dabei. Auch im Europa-Cup, je nach Destination.

Eine Stadt, die Ihnen besonders gefallen hat?
Das ist schwierig zu benennen. Wir waren mittlerweile an so vielen Europa-Cup-Spielen in vielen, auch kleineren Städten, dass ich nicht eine einzige Stadt herausgreifen möchte. Was zählt, sind die tollen Erlebnisse beim Reisen mit der Gruppe. Auch Jahre später sagen wir uns: «Weisst du noch, damals...»

Es kam schon vor, dass Sie die Pauke draussen lassen mussten. Was war da los?
Das war in der alten Halle in Schaffhausen der Fall. Über die Gründe möchte ich nicht spekulieren. Und in Barcelona hatte der Fanclub Probleme wegen einer grossen Glocke. Offenbar verbietet dort das Gesetz aus Sicherheitsgründen schwere Metallgegenstände in Sporthallen. Aber ziehen Sie mal jemandem eine grosse Treichel über den Kopf. Bis ich die zehn Kilo gestemmt habe, dauert es eine Weile.

Und was machten Sie, wenn die Pauke draussen blieb?
Dann hatten wir jeweils andere Instrumente dabei, beispielsweile Holzbrettli, die wir benutzen durften. Für genügend Lärm war also immer gesorgt.

Ein Handballspiel ohne aktiv Stimmung zu machen, gibt es das für Sie nicht?
Bei Saisonspielen der ersten Mannschaft von Pfadi gibt es das nicht, nein. Vielleicht einmal bei einem Saisonvorbereitungsspiel. Aber meistens kann man eh nicht ruhig dasitzen und ruft dann eben einfach rein. Irgendwann packen einen die Emotionen, das weiss jeder Fan.

Wie steht es um die Natispiele?
Da sind wir je nach Spielzeit und -ort dabei, auch mit Pauken und anderen Instumenten. Wenn die verschiedenen Fanclubs aber nicht beieinander sitzen, wird es schwierig, die Pauken und Trommeln aufeinander abzustimmen. Meistens können wir uns allerdings absprechen und wir einigen uns auf die einfachen Rhythmen. Und wenn man sich nicht findet, dann bestimmt eben der mit der lautesten Pauke.

Und sind Sie da gut dabei?
Manchmal schon, manchmal nicht. Wir haben den kleinen Vorteil, dass unsere Pauken und Trommeln nicht gedämpft sind. Dadurch tönen wir etwas heller und schärfer und klingen länger nach. Die anderen sind dafür dumpfer und seccer.

Ihr Fanclub heisst Flyers, benannt nach den berüchtigten Fliegertoren aus der Ära des ­legendären Pfadi-Spielers Jae-Won Kang. Erklären Sie bitte.
Genau: Der Pass kommt vom Rückraumspieler über den Torraum auf den Aussenspieler; dieser springt und nimmt in der Luft den Ball an und schliesst entweder direkt ab, oder passt zurück auf den Rückraumspieler, der in der Zwischenzeit ebenfalls zum Sprung angesetzt hat.

Sind das, in Ihren Augen, die schönsten Spielzüge?
Das sind sicher sehr schöne Spielzüge. Nach Fliegertoren juble ich in der Regel im Stehen. Im letzten Heimspiel hatten wir ein anderes schönes Tor: Der Spieler sprang auf, drehte eine Pirouette und schloss danach ab.

Heute Abend ist das erste Finalspiel gegen Wacker Thun, auswärts. Was spricht für Pfadi?
Dass wir aus einer Halbfinalserie kommen, die wir nach Rückstand gekehrt haben. Pfadi hat eine eingespielte Mannschaft, die im Kern seit mehreren Saisons miteinander spielt. Und bis auf wenige Langzeitverletzte ist das Kader vollbesetzt.

(Der Landbote)

Erstellt: 11.05.2018, 13:02 Uhr

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