Handball

Vom Comeback zum Playoff-Modus

Rechtzeitig für die entscheidenden Wochen ist Pfadis Roman Sidorowicz wieder zurück. Am Mittwochabend in St. Gallen will er mit Pfadi die 2:0-Führung in der Viertelfinalserie schaffen.

Roman Sidorowicz ist für die Abwehr von St. Otmar nur schwer zu stoppen.

Roman Sidorowicz ist für die Abwehr von St. Otmar nur schwer zu stoppen. Bild: Deuring Photography

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Eigentlich hat Pfadis Saison bisher ohne ihn stattgefunden. Nur neun Mal stand Roman Sidorowicz im Aufgebot, nur in fünf Fällen tauchte der Nationalspieler dann effektiv auf dem Feld auf. Zuerst, bis im November, hielt ihn die Patellasehne im Knie, die schon letzte Saison geschmerzt hatte, von Einsätzen ab. Dann wars ein Riss im Bauchmuskel.Wo und wann er den Riss eingefangen hat, weiss er nicht. Irgendwann Ende Oktober, Anfang November. «Zuerst war er sehr klein. Ich dachte mir, es komme schon gut, und habe weiter trainiert und gespielt. Doch der Riss wurde immer grösser», erzählt Sidorowicz. «Der Arzt der Nationalmannschaft hat einen in diesem Format noch nie gesehen...»

Ende November bestritt Sidorowicz noch die dritte Runde des EHF-Cups und erzielte gegen Lugi Lund insgesamt zehn Tore. Dann aber war – bis auf zwei Spiele gegen Ende Februar – Schluss. Der Rückraumschütze erlebte von der Tribüne oder als Statistiker von der Bank aus, wie seine Mannschaft Cupsieger wurde und die Finalrunde auf dem 2. Platz abschloss.

Das Warten lohnte sich

«Eine mühsame Geschichte», blickt der 26-Jährige zurück. Nach jenen zwei Einsätzen im Februar musste er wieder pausieren. Erst am letzten Freitag, beim 28:25-Heimsieg im ersten Playoff-Viertelfinalmatch gegen St. Otmar, lieferte er sein wirkliches Comeback ab.

«Es war wichtig zu warten. Wir wussten nie, wie lange es geht, bis der Riss ganz verheilt ist.» Jetzt sagt Sidorowicz: «Er ist verheilt und ich habe keine Schmerzen. Und eigentlich weiss ich, dass es halten sollte.» Weiterhin ist er in der Physiotherapie, nicht nur wegen des Bauchmuskels, sondern auch wegen des Knie. «Man muss dran bleiben… Solange ich sehe, dass die Physio etwas bringt, mache ich es gerne.» Gelohnt hat sich die Geduld, die Therapie und das Training, wie das Startspiel zur Playoffserie gezeigt hat. Sidorowicz zählte mit seinen fünf Toren (ohne Fehlversuch) und vier herausgeholten Penaltys zu den klaren Aktivposten Pfadis. «Ich brauche noch mehr Sicherheit im Spielfluss und bei den Würfen», meint er dennoch selbstkritisch.

Die Sicherheit will er sich in den nächsten Tagen holen – mit Pfadi oder mit dem Nationalteam. Denn noch offen ist, ob er – nach einem freien Oster-Wochenende – nächste Woche die Schweizer Länderspielreise nach Portugal, mit zwei Testspielen, mitmacht. Ein allfälliges Aufgebot trifft am Donnerstag ein. Anschliessend wird Pfadi entscheiden müssen, ob man den lange verletzt gewesenen Leistungsträger mitten in der entscheidenden Phase der Meisterschaft ins Nationalteam ziehen lassen will oder nicht.

Die Abwehr im Video

Zunächst aber steht Spiel 2 des Playoff-Viertelfinals im Fokus. Heute ab 20.15 Uhr treffen sich die beiden alten Rivalen in der St. Galler Kreuzbleichehalle. Die Winterthurer führen 1:0 und können mit einem zweiten Sieg eine Vorentscheidung in der Best-of-5-Serie herbeiführen. Entweder mit einer 2:0-Führung Pfadis oder aber mit einem 1:1 wird das Duell erst am 11. April in der Eulachhalle fortgesetzt.

«Wir sind noch nicht im Playoff-Modus», sagt Roman Sidoworicz übers Startspiel, das Pfadi erst in den Schlussminuten auf seine Seite ziehen konnte. In der Video-Analyse am Montag habe man festgestellt, «dass wir im 3-2-1 nicht gleich gut wie auch schon verteidigt haben», bemerkt Sidorowicz. «Wir müssen heute ganz anders auftreten.»

Man will die St. Galler zermürben und müde werden lassen. «Effizienter und aggressiver verteidigen», wie Trainer Adrian Brüngger fordert. «Wenn unsere Abwehr besser ist, erhalten wir vorne auch mehr Bälle für den Abschluss.» Diese dann konsequent zu verwerten, ist die zweite Angelegenheit mit Steigerungspotenzial. (Der Landbote)

Erstellt: 27.03.2018, 20:28 Uhr

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