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Wieder findet Pfadi den richtigen Weg

Pfadis Auftritt gegen Wacker Thun hatte Höhen und Tiefen. Aber am Ende setzten sich doch erneut die Winterthurer durch. Mit dem 25:24-Heimsieg bleiben sie punktgleich mit den Kadetten Schaffhausen an der Spitze.

Einer der Pfadi-Spieler, der gegen Wacker Thun wertvolle Hilfe von der Bank her lieferte, war Linksaussen Joël Bräm mit seinen drei Toren.
Einer der Pfadi-Spieler, der gegen Wacker Thun wertvolle Hilfe von der Bank her lieferte, war Linksaussen Joël Bräm mit seinen drei Toren.
Martin Deuring

Die Wege, die zum Erfolg führen, sind manchmal verschlungen. Einige der 16 Siege, die Pfadi in bisher 22 NLA-Runden feiern konnte, hatten nicht schnurgerade zum Ziel geführt. Jener gestern vor wieder über 1000 Zuschauern in der Axa -Arena gegen Wacker Thun, den Meister und neuerdings auch Cupsieger, gehörte in diese Kategorie.

16 Mal strebte Pfadi in der ersten Hälfte vergebens das Tor an. Drei Pfostenschüsse, fünf verpasste Konterchancen und sechs technische Ballverluste verhinderten eine bessere Ausbeute als die 10 Tore zur Pause. Dazu passte, dass Marvin Lier in der 30. Minute einen Penalty verwarf.

Deutlich ertragreicher verlief der Beginn von Halbzeit 2. Nur elf Minuten brauchten die Winterthurer für neun Tore – aus zehn Anläufen. Die Folge dieser Effizienz: Mit der 19:17-Führung schien die Wende vollbracht. Aber dann begann man reihenweise an Torhüter Marc Winkler zu scheitern. Die Thuner blieben dran und glichen verschiedentlich aus, zuletzt zum 24:24. Mit einem Penalty sorgte Lier 100 Sekunden vor Schluss fürs 25:24, der letzte Versuch von Wacker dauerte lange und endete bei Minute 59:47 in der guten Pfadi Deckung mit einem Fehler von Nicolas Suter.

Defensiv besser als offensiv

Offensiv wars den Winterthurern schon besser gelaufen. Das bezieht sich auf die Wurfqoute sowie auf dies: «Wir hatten nicht den gleichen Spielfluss, nicht die gleiche Leichtigkeit wie auch schon», sagte Trainer Adrian Brüngger. «Vielleicht lag das ja auch daran, dass wir nur mit drei Rückraumspielern antraten und irgendwann an den Anschlag kamen.» Kevin Jud, der überragende Winterthurer, Peter Schramm und Lukas Heer trugen die Last im Aufbau. Mitunter tauchte Rechtsaussen Cédrie Tynowski im Rückraum auf, sorgte dort für Unruhe und lieferte zusätzlich durch seine Abwehrarbeit ein gehöriges Pensum ab. In der 54. Minute musste er wegen einer muskulären Überbelastung an der Wade vom Feld. Für Tynowski kam Lier am «falschen» Flügel zum Einsatz – und erzielte die letzten beiden Pfadi-Treffer, einen durch jenen Penalty sowie das 24:22 auf Juds Pass durch einen Wurf aus der Drehung.

«Es ist wichtig fürs Teamwork, dass jene, die von der Bank gekommen sind, gleich Impulse setzten», betonte Brüngger. Das betraf Lier in der Schlussphase, Joël Bräm, der Anfang zweiter Hälfte Lier auf Linksaussen ersetzte und mit drei Treffern auftrumpfte, sowie Simon Schelling, der ab Minute 39 für Matias Schulz ins Tor kam. Schellings Paraden in jener Phase, als die personell ebenfalls reduzierten Thuner nach dem 19:17 wieder ins Spiel fand, waren kapital.

Zum zweiten Mal haben die Winterthurer in der Finalrunde unter 30 Tore erzielt. Andererseits haben sie in dieser zweiten Saisonhälfte nur einmal (beim 33:20-Sieg in Thun) weniger Gegentore kassiert. «Die Abwehr hat sich gesteigert, wir haben einen Schritt nach vorne gemacht», meinte Brüngger dazu. «Aber es passieren immer noch Fehler.» Trotzdem: Der Kurs scheint zu stimmen.

Das bezieht sich auch auf die Personallage. Obschon gestern Filip Maros und Fabrizio Pecoraro (wegen muskulärer Probleme) die Verletztenliste erweiterten, bahnt sich Entspannung an: Maros, Pecoraro sowie Luigj Quni und Yannick Ott sollten fürs Playoff wieder bereit sein.

Mehr als Wettkampfglück

Mit diesem 25:24 bleibt das Rennen um die Nummer 1 offen. Die Kadetten und Pfadi liegen gleichauf an der Tabellenspitze. In der nächsten Runde müssen die Schaffhauser nach Thun, Pfadi empfängt den HSC Suhr Aarau. Und am 4. April kommts in Schaffhausen zum Direktduell.

Die Winterthurer haben in dieser Saison bisher spürbar mehr enge Spiele gewonnen als verloren. So etwas allein mit Wettkampfglück zu begründen, trifft die Sache nicht. Denn in jedem dieser Spiele trat Pfadi wie eine Mannschaft auf, die den Erfolg fokussiert bis zum Ende suchte, die das Beste aus ihren Möglichkeiten herausholte und in der Schlussphase mehr als der Gegner zulegen konnte. Die grosse Ausnahme war eigentlich nur die 32:34-Heimniederlage im Februar gegen den BSV Bern, als die greifbaren Punkten in den Schlussminuten entglitten.

Der Fokus, das Stehvermögen und die Qualität, immer wieder einen Weg zu finden, führten dazu, dass es die Winterthurer, trotz aller Absenzen, zwei Durchgänge vor Ende der Finalrunde noch immer selbst in der Hand hat, das Playoff als Nummer 1 anzugehen.

Pfadi - Wacker Thun 25:24 (10:11)

Axa-Arena. – 1132 Zuschauer. – SR Capoccia/Jucker. – Torfolge: 1:0, 1:3, 2:4, 4:4, 4:5, 7:5, 7:8, 9:8, 10:9, 10:11; 11:11, 13:14, 15:14, 15:15, 17:15, 19:17, 19:19, 21:21, 23:21, 24:22, 24:24, 25:24. – Strafen: 3x2 gegen Pfadi, 8x2 gegen Wacker. – Pfadi: Schulz (39. Schelling); Tynowski (3), Dangers (3), Lier (4/1), Heer (3), Jud (6/2), Bräm (3), Freivogel (1), Svajlen, Schramm (2). – Wacker: Winkler (für 2 Penaltys Wick); Linder (1), Felder (1), Raemy (4), Dähler, Suter (3), Giovanelli, Lüthi (1), Wyttenbach (3/2), Friedli (1), Simon Huwyler, Manse (3), Stefan Huwyler (1), Krainer (3), Gruber (3). – Bemerkungen: Pfadi ohne Ott, Maros, Pecoraro, Quni und Vernier (alle verletzt), Wacker ohne Delhees, Holm, Lanz, Guignet (alle verletzt) und Caspar (nach dem Cupsieg zum dritten Mal zurückgetreten). 2. Wittenbach schiesst Penalty über das Tor. 30. Winkler hält Penalty von Lier. 40. Wick hält Penalty von Jud.

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