Handball

Yellow will an der Hierarchie rütteln

Seit 2014 lagen stets die gleichen vier Teams auf den ersten vier Plätzen der höchsten Schweizer Frauenliga. Yellow möchte das ändern.

Gut gelaunt starten Yellows Handballerinnen und ihre Crew in die Premium League.

Gut gelaunt starten Yellows Handballerinnen und ihre Crew in die Premium League. Bild: pd

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«Die Top 4», betont Yellow-Trainer Fabian Schäfli, «müssen immer das Ziel sein.» Das waren sie schon in den vergangenen Jahren, doch stets konnten die Winterthurerinnen ihren Wunsch nicht erfüllen.

2013 beendeten sie die Meisterschaft zum letzten Mal auf dem 4. Rang. Seither verpassten sie die Top 4 ständig, von 2015 an gar immer sehr klar. Die Spono Eagles Nottwil, der LC Brühl St. Gallen, LK Zug oder DHB Rotweiss Thun besetzten die vordersten vier Ränge der Premium League mit einer für den Rest des Feldes ärgerlichen Regelmässigkeit.

Die reizvolle Hälfte

Am Modus für kommende Saison allein ändert sich nichts: Nach den 14 Durchgängen der Hauptrunde bestreiten die Top 4 dieFinalrunde. Die hinteren vier Teams der Tabelle haben zur Auf-/Abstiegsrunde gegen die besten zwei Mannschaften der Premium League 2 anzutreten; diese beginnt bei null. Letzte Saison konnte sich Yellow den Ligaerhalt als eines der besten vier Teams der Auf-/Abstiegsrunde früh sichern.

«Leider nicht ganz einfach» sei der Vorstoss in die reizvollevordere Tabellenhälfte, erklärt Schäfli. «Die Grenze hat sich in den letzten Jahren zementiert. Das ist auch in den Köpfen der Schweizer Spielerinnen drin.» Deshalb sei es schwierig, diese davon zu überzeugen, zu Yellow zu kommen oder im Klub zu bleiben. «Wer den Schritt in die Top 4 schafft, kann sich nach aussen auch anders verkaufen», ergänzt der Trainer. Dann werde man selbst im limitierten Schweizer Markt attraktiver.

Internationale Erfahrung

«Wenn man zwei wichtige Schweizerinnen verliert, muss man vermehrt Junge nachziehen und beginnt wieder von vorne», sagt Schäfli. Dies war im Hinblick auf die neue Saison nicht der Fall. Yellow konnte die Schweizer Abgänge kompensieren und Schlüsselspielerinnen halten, «weil sie an unser Projekt glauben». Und die Ausländerinnen? Topskorerin Nicoline Berthelsen und Maria Juul Randers kehrten nach Dänemark zurück. Es kamen die Aufbauerinnen Agnes Rutqvist (Schweden) und Agnethe Boysen (Dänemark), zwei Rechtshänderinnen. Dank der beiden Neuen sei man spielerisch gleichwertig wie letzte Saison. Aber was die Präsenz und Abwehrarbeit der Ausländerinnen angehe, «sind wir stärker geworden», ist der Trainer überzeugt. Er verweist auf die 26-jährige Schwedin Agnes Rutqvist, die Verantwortung übernehme und Erfahrung aus der höchsten Liga ihres Landes sowie aus dem Europacup mitbringt. Rutqvist und Boysen würden die anderen Spielerinnen «pushen und eine gewisse Härte reinbringen», erwähnt Schäfli.

Wertvolle Woche in Polen

Die Winterthurerinnen nehmen den Kampf gegen die Hierarchie auf und steigen «ambitioniert in die neue Saison», wie Schäfli sagt. «Wir sind guten Mutes.» Vorletzte Woche absolvierten sie ein Trainingslager in Polen, der Heimat von Assistenztrainer Lesczek Starczan, dem ehemaligen Meisterspieler der Kadetten Schaffhausen. Fünf Spiele gegen starke Teams habe man bestritten. «So etwas wäre in der Schweiz nicht möglich gewesen», lobt Schäfli die Trainingswoche.

Bereits das erste Meisterschaftsspiel heute Samstag gibt gewissen Aufschluss darüber, ob Yellows Vorhaben klappen kann. Denn die Winterthurerinnen treten in der Thuner Lachenhalle – gewissermassen als Vorspiel zum Männer-Match Wacker vs. Pfadi – gegen den DHB Rotweiss Thun an. Die Thunerinnen waren in den letzten Jahren die Stammgäste auf Platz 4, den Yellow einnehmen will. (Der Landbote)

Erstellt: 01.09.2018, 12:05 Uhr

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