Winterthur

Zuerst Olympische Spiele, dann Pfadi

Matias Schulz, Pfadi Winterthurs neuer Goalie, verlor das Startspiel mit Argentinien gegen Dänemark. Dies «hilft», dass er seinen Flug in die Schweiz nicht verpasst.

Im Auftaktspiel gegen Dänemark?konnte Matias Schulz einen Penalty von Mikkel Hansen parieren.

Im Auftaktspiel gegen Dänemark?konnte Matias Schulz einen Penalty von Mikkel Hansen parieren. Bild: Keystone

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Matias Schulz, die Nummer 1 in Argentiniens Handballtor, sorgt dafür, dass der BMX-Pilot David Graf nicht der einzige Olympiateilnehmer der Stadt Winterthur ist. Am 18. August fliegen er, seine Frau und die zwei Söhne, die ab dem dritten Spiel ebenfalls in der Olympiastadt sind, aus Rio de Janeiro in die Schweiz. «Wenn wir nicht den Halbfinal erreichen .?.?.», ergänzt er noch.

Danach sieht es vorderhand nicht aus. Erwartungsgemäss ging der Startmatch ins Olympiaturnier gegen Dänemark (19:25) verloren. Eine weitere Überraschung wie das Unentschieden an der WM 2015 blieb aus. «Die erste Halbzeit war nicht schlecht», sagt Schulz, der perfekt Deutsch spricht. Zur Pause stands 10:10. Danach lief zunächst alles gegen den Aussenseiter. «Die ersten zehn Minuten waren das Problem», erklärt der Torhüter. Zwei Paraden gegen Mikkel Hansen, darunter ein Penalty, waren seine Aktionen der zweiten Halbzeit, ehe er in der 47. Minute durch Fernando Garcia, der in Frankreich spielt, ausgewechselt wurde. «Für die Viertelfinals müssen wir zwei Spiele gewinnen. Das ist noch immer möglich», meint Schulz, dem sieben Paraden gutgeschrieben wurden. «Wir sind kämpferisch und werden vielleicht etwas Glück haben.»

Die Argentinier hatten sich nicht nur gegen die besseren Dänen, sondern auch gegen die Brasilianer unter den Zuschauern zu wehren. «Sie mögen uns überhaupt nicht», stellt Schulz fest. «Hier in Rio sind sie immer gegen uns, ob im Judo oder eben Handball und egal gegen wen.» Die argentinischen Olympioniken haben offenbar das auszubaden, was die traditionelle Rivalität der beiden Länder im Fussball angerichtet hat. «Ich denke, in Argentinien würden wir sie friedlicher empfangen», lächelt er. Schulz nahm die Sache gelassen, üble Szenen gabs ja bei weitem keine.

Den ersten Einsatz in Rio gab er an der Eröffnungsfeier. «Sehr schön» sei es gewesen. «Zwar ein bisschen lange. Wir sind bis zum Ende im Stadion stehen geblieben.» Das taten längst nicht alle, aber bekanntlich sind Handballer hart im Nehmen.

«Goran zu Besuch»

Der 34-Jährige verschafft Pfadi an der Seite von Arunas Vaskevicius auf der Torhüterposition ein Doppelpack an internationaler Erfahrung. Sechs Weltmeisterschaften und der 10. Rang 2012 in London bei Argentiniens Olympiadebüt gehören zum internationalen Ausweis.

Er kommt vom HBC Nantes, dem Zweiten des EHF-Cups und Dritten der französischen Meisterschaft. «Anfang Oktober hat der Klub entschieden, dass er auf die neue Saison zwei andere Torhüter suchen will», blickt Schulz zurück. «Und so kommt man auf den Markt.» Goran Cvetkovic, Pfadis Teammanager, erfuhr, dass er mit Zweitbundesligisten am Verhandeln war. «Ich durfte lange mit ihm reden, unseren Verein und unsere Pläne vorstellen und ihn zum Schluss davon überzeugen, sich für uns zu entscheiden», erklärt Cvetkovic. Schulz wird bei Pfadi, seit 2008 seinem sechsten Verein in Europa, zusätzlich einmal wöchentlich Junioren trainieren.

Anfang Juni war er einen Tag «bei Goran zu Besuch» in Winterthur. «Er hat uns die Stadt, die Halle und das Fitnesscenter gezeigt. Es hat uns alles sehr gut gefallen», beschreibt Schulz. «Pfadi hat eine gute Mannschaft mit Ambitionen und spielt Europacup. Und die Schweiz ist ein schönes Land. Ich denke, meine Familie und ich werden uns hier wohlfühlen», zählt er die Gründe auf, zu denen auch diese gehören: In Effretikon und Singen wohnen Verwandte, «Cousins, Tanten, Onkel».

Das Angewöhnen ans Leben dürfte deshalb schnell gehen. Eilen muss auch das Integrieren ins Spielsystem von Pfadi. Denn keine zwei Wochen nach der Landung der Familie Schulz in Zürich beginnt bereits die Meisterschaft. (Der Landbote)

Erstellt: 08.08.2016, 23:35 Uhr

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