Handball

Zum Abschluss eine Abfuhr

Nach zwei heiss umstrittenen Treffen endete das dritte Spiel des Playoff-Finals mit einem Kantersieg für die Kadetten. Pfadi verlor in Schaffhausen 26:35 (11:17) und die Best-of-5-Serie 0:3.

So sieht Enttäuschung aus: Pfadis Michal Svajlen (links) und Captain Cédrie Tynowski nach der entscheidenden Niederlage in Schaffhausen.

So sieht Enttäuschung aus: Pfadis Michal Svajlen (links) und Captain Cédrie Tynowski nach der entscheidenden Niederlage in Schaffhausen. Bild: Martin Deuring

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Es sind Szenen, die man sich bei Pfadi allmählich schmerzhaft gewöhnt ist. Die Handballer der Kadetten Schaffhausen stehen auf dem Podest, das mit «Schweizer Meister» beschriftet ist, und lassen sich feiern.

Viermal begegneten sich die beiden Nachbarrivalen seit 2011 in einem Playoff-Final, viermal gewannen die Kadetten 3:0. Als gestern in der Schaffhauser Arena die Champagnerflaschen geöffnet wurden und der Konfettiregen einsetzte, waren die tief enttäuschten Winterthurer, mit der Silbermedaille um den Hals, in der Hand oder sonst irgendwo, längst in der Kabine verschwunden.

Kalt erwischen lassen

Mit zwei Verlängerungen und Schaffhauser Siegen waren die ersten beiden Finalbegegnungen ausgegangen. Die Möglichkeit einer dritten Zusatzschicht wurde gestern schon früh ziemlich ausgeschlossen, denn Pfadi geriet bald ins Hintertreffen. Dank sechs Kontern brachten sich die Kadetten bis zur 9. Minute 7:3 in Führung. Die Winterthurer liessen sich kalt erwischen. Sie hatten in auffallender, aber offenbar nicht immer geplanter Häufigkeit ihr Glück am Kreis versucht. Vier Ballverluste und zwei Tore waren die Bilanz – sowie ein paar jener Konter, die zum 7:3 führten.

Pfadi hatte den Tritt ins Spiel verpasst und fand ihn anschliessend nie mehr. Bis kurz vor der Pause drohte das Geschehen das Ausmass eines Debakels anzunehmen, ehe drei Treffer in Serie noch für einen gnädigen 17:11-Halbzeitstand sorgte. An der Ausgangslage änderte das jedoch nichts: Die Kadetten steuerten ihrem elften Meistertitel seit 2005 entgegen und die Pfader waren an diesem Abend nicht fähig, sie zu stoppen. Mann der ersten Hälfte war Schaffhausens Keeper Ivan Stevanovic, der bis dahin 45 Prozent der Winterthurer Würfe parierte hatte.

«Keine Leistung»

In der zweiten Hälfte ereignete sich keine Besserung. Einzig die Offensive, namentlich die Nationalteam-Aussenspieler Marvin Lier und Cédrie Tynowski, konnten mit ihren oft schnellen Treffern den generellen Schaden noch einigermassen im Rahmen halten. Nur dank derartiger Produktivität bewegte sich die Differenz mit dem 31:25 bei sechs Toren, die schon zur Pause bestanden hatte. Daraufhin ging jedoch auch vorne nichts mehr, womit dieses Spiel auch vom Resultat her das Ausmass einer Abfuhr annahm.

«Das war keine Leistung heute», ärgerte sich Trainer Adrian Brüngger. «So gewinnt man kein Spiel.» Die Fehler im Angriff rächten sich in der ersten Halbzeit sowie gegen Matchende hin. Allgemein ungenügend war Pfadis Abwehr, die sich in den beiden Spielen zuvor noch ordentlich gut gehalten hatte. Wie leicht die Schaffhauser teils aufs Tor ziehen konnte, erstaunte und dürfte nicht geschehen. Zudem spielten, erneut in diesem Final, Pfadis Torhüter keine Rolle. Ganz im Gegensatz zu Stevanovic, der in der 50. Minute mit 15 Paraden das Feld verlassen durfte.

Lier und Tynowski waren die einzigen Aktivposten und Abwehrchef Michal Svajlen verwertete alle seine drei Chancen. Ansonsten spielten die Winterthurer auf einem Niveau, mit dem sich eine Mannschaft wie die Kadetten nicht bezwingen lassen. Schon gar nicht in einem Final.

Die Kadetten hatten in dieser Saison nicht immer überzeugt und den Cup-Final gegen Wacker Thun verloren. Sie wären zu packen gewesen, die grössten Chancen hatte Pfadi in den ersten beiden Treffen, die nach vielversprechenden Auftritten in der Verlängerung verloren gingen, verpasst. Gestern aber zeigten die Schaffhauser dem Finalgegner in der Tat den Meister.

Kadetten - Pfadi 35:26 (11:17)

BBC-Arena. – 2235 Zuschauer. – SR Brunner/Salah. – Torfolge: 0:1, 4:1, 5:2, 7:3, 8:4, 9:5, 13:6, 16:7, 17:8, 17:11; 18:12, 20:12, 21:13, 22:14, 23:15, 25:16, 25:18, 27:19, 28:20, 30:22, 30:24, 32:25, 35:26. – Strafen: 2 x 2 gegen Kadetten, 3 x 2 gegen Pfadi. – Kadetten: Stevanovic (50. Pilipovic); Meister (1), Zehnder (4), Küttel (5), Csaszar (3/1), Schopper (1), Beljanski (1), Gerbl (3), Sesum (6), Luka Maros (5), Schelker (2), Tominec (2), Herburger (2). – Pfadi: Schulz (15. bis 30. Schelling); Quni (1), Ott (1), Filip Maros (1), Tynowski (4), Dangers (3), Lier (8/1), Heer (1) Jud (3), Freivogel, Cvetkovic, Svajlen (3), Schramm (1). – Bemerkungen: Kadetten ohne Markovic, Pfadi ohne Vernier (beide verletzt).

Playoff-Final (Best of 5), Schlussstand 3:0.

Erstellt: 23.05.2019, 23:07 Uhr

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Blogs

Michèle & Friends Midlife-Crisis? Nehm ich!

Von Kopf bis Fuss Diese Frau erinnert sich an alles