Handball

Zur Einweihung eine Gala

Cupsieger Pfadi lässt Meister Wacker Thun nicht die geringste Chance und gewinnt den Supercup vor 1400 Zuschauern 26:17 (15:10). Besser hätten die Winterthurer ihre neue Axa-Arena nicht einweihen können.

Zum zweiten Mal nach 2003 konnten sich Pfadis Handballer über den Gewinn des Schweizer Supercups freuen.

Zum zweiten Mal nach 2003 konnten sich Pfadis Handballer über den Gewinn des Schweizer Supercups freuen. Bild: Martin Deuring

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Vor drei Monaten hatten sich Pfadi und Wacker einen umstrittenen Playoff-Final geliefert, den die Thuner 3:1 gewannen. Gestern in der Axa-Arena, hundert Meter von der Deutweg-Eishalle entfernt, in der Wacker damals den Meistertitel überschwänglich feiern durfte, war die «Revanche» früh entschieden, überraschend früh.

Die Winterthurer gewannen zum zweiten Mal nach 2003 den Supercup, weil sie bissiger und spielerisch stärker waren. Sie verteidigten zwingend, sie hatten in Matias Schulz den überragenden Torhüter und sie griffen mit bemerkenswerter Effizienz an. Bis zum 13:6 in der 25. Minute war ihr Auftritt hinten wie vorne nahezu perfekt. Nur drei ihrer Angriffe hatten bis dahin nicht mit Toren geendet. Nach 40 Minuten war die Geschichte im Prinzip gelaufen: Schulz parierte nacheinander zwei Würfe und Kevin Jud versenkte im Konter zum 18:11.

Typischer Thuner Supercup

Den Thunern war an diesem Tag nicht zuzutrauen, darauf noch eine passende Antwort zu finden. Denn: «Das war sicher kein guter Auftritt von uns. Wir haben noch viel Luft nach oben», bemängelte ihr Trainer Martin Rubin, nachdem er sich die Silbermedaille vom Hals genommen hatte. «Pfadi hat gut gespielt, war bereit und aggressiver. Das liessen wir absolut vermissen. Keiner von uns ist ‹durchgedreht› auf dem Feld, keiner wollte um jeden Preis ein Tor.»

Damit endete auch Wackers fünfter Supercup mit einer Niederlage, die vorherigen vier Austragungen waren gegen die Kadetten Schaffhausen verloren gegangen. «Ein für uns typischer Supercup. Wir waren noch nie gut darin», sagte Rubin noch. Vom unbändigen Willen, den Wacker seit Jahren auszeichnet, war nicht viel zu sehen.

Die Winterthurer machten alles besser. Vor allem auch waren sie in diesem frühen Stadium der Saison und trotz der Wechsel in der Formation bereits ordentlich gut eingespielt. Trainer Adrian Brüngger lobte «die gute Abschlussquote und die aggressive Abwehr. Viel besser hätte unser Spiel phasenweise nicht sein können.»

Der emotionale Wert

Torhüter Schulz hielt ausgezeichnet. Er und Weitschütze Roman Sidorowicz, der sechs seiner sieben Würfe versenkte, waren, wie Brüngger zu Recht feststellte, «die überragenden Spieler auf dem Feld». Abwehrchef Michal Svajlen war erstmals wieder einsatzfähig. Andererseits fehlte Rechtsaussen Cédrie Tynowski wegen einer Muskelverletzung am Oberschenkel. Aufbauer Pascal Vernier blieb damit der einzige verfügbare Linkshänder.

Als klarer Gewinn bestätigte sich Kreisläufer Markus Dangers. Wie er Räume öffnete, sich selbst reichlich flink in Abschluss brachte und Tore erzielte, verspricht einiges. «Er hatte ein paar dominante Aktionen. Das Kreisspiel hat mir sehr gut gefallen», bemerkte Brüngger. Zudem kann der 24-jährige Deutsche in der Verteidigung zupacken.

Pfadis klarer Sieg gestern war eine Fortsetzung der guten Vorbereitungsphase. Am kommenden Samstag beginnt die Meisterschaft, mit einem Auswärtsspiel bei Meister Thun.

In der Hierarchie der drei Titel, die im Schweizer Handball zu holen sind, steht der Supercup abgeschlagen an dritter Stelle. Trotzdem war dieser Sieg für die Winterthurer ausgesprochen wertvoll. Denn durch die Premiere in ihrer Heimarena erhielt er, wie Adrian Brüngger sagte, «einen zusätzlichen emotionalen Wert». Keiner will als erster Verlierer aus der eigenen neuen Halle gehen. Pfadi stemmte sich dagegen und lieferte einen beherzten Match ab, der mitunter zur Gala wurde. (Der Landbote)

Erstellt: 26.08.2018, 22:49 Uhr

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