Eishockey

Der EHCW muss mehr Widerstand leisten

Nach elf Tagen Pause steigt der EHC Winterthur am Dienstag wieder in die Meisterschaft ein. Zu Gast ist der HC La Chaux-de-Fonds, der bisher unter seinen Möglichkeiten geblieben ist.

Reto Kobach tritt nach einer langen Karriere Ende Saison zurück.

Reto Kobach tritt nach einer langen Karriere Ende Saison zurück. Bild: Urs Kindhauser

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Nach elf Tagen Nationalmannschaftspause beginnt für den EHC Winterthur mit dem Heimspiel gegen La Chaux-de-Fonds heute (20 Uhr) eine wegweisende Phase. Neun Partien stehen an, bis die Meisterschaft ab 8. Dezember nochmals wegen Länderspielen ruht, sechsmal treten die Winterthurer zu Hause an, und sie treffen auch auf die vier Hauptkonkurrenten im Kampf um Rang 8: Die GCK Lions, die EVZ Academy, der HC Sierre und die Ticino Rockets.

Zunächst aber muss sich der EHCW gegen höher eingestufte Gegner bewähren. Nach La Chaux-de-Fonds kommt am Freitag Visp in die Zielbau-Arena, am Sonntag steht die Reise in die Ajoie an. Es sind Teams der Stärkeklasse, die den Winterthurern vor der Pause öfter als gedacht hohe Niederlagen zufügten, öfter auch als in vergangenen Jahren.

Wieder aufnahmefähig

«Es liegt bei uns weniger am Konzept», ist EHCW-Trainer Michel Zeiter überzeugt. «Häufig führten krasse individuelle Fehler zu den vielen Gegentoren. Auf der anderen Seite haben wir dieses Jahr eine Mannschaft, die auf Rückschläge mit guten Resultaten reagieren kann.» Was noch fehle, sei Konstanz. «Die müssen wir jetzt reinbringen.» Zeiter glaubt, auch, dass viele Ergebnisse mit der vorhandenen Energie zu tun haben. Das Programm vor der Natipause war hart. «In der Zwischenzeit haben wir zwar hart trainiert, aber den Spielern auch genügend Zeit zur Erholung gegeben. Jetzt sind sie auch wieder aufnahmefähig.»

Es ist für den EHCW aus mehreren Gründen wichtig, auch den Topteams der Swiss League wieder mehr Widerstand entgegen zu bringen. Erstens: Die anderen Konkurrenten im Kampf um den Playoff-Strich tun es auch. Sierre beispielsweise verabschiedete sich mit Siegen gegen La Chaux-de-Fonds und Langenthal in die Pause, Biasca gewann gegen Ajoie genau gleich wie die GCK Lions vor ein paar Wochen. Und zweitens: Im Schnitt nur knapp 900 Zuschauer kamen bisher zu den Spielen des EHCW. Diese Zahl liesse sich wohl steigern, wenn die Mannschaft in jedem Heimspiel Siegchancen hätte. Andererseits: Die Winterthurer liegen auf Rang 9, nur einen Punkt hinter den GCK Lions. «Wir sind im Kampf um einen Playoff-Platz dabei und wollen das auch bleiben», sagt Zeiter deshalb zurecht. Das ist ein Fortschritt zur Situation in vergangenen Saisons zum selben Zeitpunkt.

La Chaux-de-Fonds mit Problemen

Im Oktober hat es danach ausgesehen, als könnte der EHCW sich gegen die Farmteams (und Sierre) besser behaupten als auch schon. Der letzte Match vor der Pause, die 2:3-Niederlage in Zug, hat aber gezeigt: Das geht nicht immer. Auch nicht, wenn man eigentlich die klar bessere Mannschaft ist wie in jenem Vergleich. Das heisst eben: Der EHCW muss auch in Spielen gegen die höher eingestuften Teams Leistungen bringen, die den einen oder anderen Punkt oder gar Sieg ermöglichen, wenn er in den nächsten Wochen den Anschluss nicht verlieren will.

Die erste Gelegenheit dazu bietet sich gegen La Chaux-de-Fonds. Die Jurassier müssten von ihrem Kader her eigentlich an der Spitze mitspielen. Aber bisher haben sie nur einen Match mehr gewonnen als der EHCW und nur sechs Punkte mehr gesammelt. Das ist enttäuschend für den Playoff-Finalisten der letzten Saison. Unerwartet war vor allem eine Serie von fünf Niederlagen im Oktober. Stabil war das Team des neuen schwedischen Trainers Mikael Kvarnström auch danach nicht. Aber Qualität hat es unbestritten.

Kobachs letzte Saison

Den ersten Vergleich mit dem «HCC» hat der EHCW Anfang Oktober im Jura 1:3 verloren. Damals spielten die Winterthurer eben so, dass ein Punkt drin gewesen wäre. Trainer Zeiter stehen heute mit Ausnahme Luca Hombergers und des erkrankten Ramon Diem grundsätzlich alle Spieler zur Verfügung. Das heisst auch die Verteidiger Yannick Hänggi und Reto Kobach sind nach langen verletzungsbedingten Pausen wieder einsatzfähig. Besonders die Präsenz Kobachs könnte helfen. Der 39-jährige Captain hat gestern seinen Rücktritt auf Ende Saison bekannt gegeben. Der gebürtige Luzerner spielt seine 22. Saison in einer der zwei höchsten Schweizer liegen. Bis 2015 hat er 759-mal in der National League gespielt, danach 191 Partien in der Swiss League für Olten und in den letzten drei Jahren für den EHCW absolviert. Gerade in den manchmal schwierigen letzten Wochen, als er fehlte, hat sich gezeigt: Noch kann der EHCW nicht einfach so auf diesen Musterprofi verzichten.

Erstellt: 11.11.2019, 19:28 Uhr

Swiss League

EHCW - HC La Chaux-de-Fonds. Zielbau-Arena, Dienstag, 20 Uhr.

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