Eishockey

Der EHCW steht vor einem Schlüsselspiel

Will der EHC Winterthur im Strichkampf der Swiss League dabei bleiben, muss er am Samstag die EVZ Academy schlagen.

Torhüter Luca Hollenstein war für den EHCW oft Endstation, wenns gegen die EVZ Academy ging. Hier scheitert Thibaut Monnet.

Torhüter Luca Hollenstein war für den EHCW oft Endstation, wenns gegen die EVZ Academy ging. Hier scheitert Thibaut Monnet. Bild: Heinz Diener

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«Unser Ziel ist, bis Weihnachten im Rennen um einen Playoff-Platz dabei zu bleiben und es danach für uns zu entscheiden.» Das hat EHCW-Trainer Michel Zeiter erneut bekräftigt. Er ist sich dabei bewusst: In einer Qualifikation mit 44 Spielen gibts für ein Team wie das seine, das nur im allerbesten Fall Rang 8 erreicht, bessere und schlechtere Phasen und naturgemäss auch viele gute Spiele, die mit Niederlagen enden. Damit können die Winterthurer umgehen. Sonst hätten sie nicht schon wiederholt Spiele gewonnen, in denen der Druck unangenehm gross war. Das 6:3 am Dienstag gegen Biasca war so ein Spiel, der Match gegen die EVZ Academy ist auch eines. «Es ist ein Schlüsselspiel», sagt Zeiter.

Ein Blick zurück erklärt, warum das so ist. Nach dem ersten Viertel der Qualifikation lag der EHCW auf Rang 9, punktgleich mit dem Achten GCK Lions und fünf Zähler vor Sierre. Nach nun exakt der Hälfte der Regular Season haben die Winterthurer fünf Punkte Rückstand auf die Küsnachter und drei auf die Walliser. Das liegt daran, dass Sierre einen erstaunlichen Zwischenspurt mit 17 Punkten aus elf Spielen hingelegt hat. Die GCK Lions holten im zweiten Viertel immerhin 14 Punkte, der EHCW aber nur neun, drei weniger als in den ersten elf Spielen.

Wieder mal etwas reissen

Sieht man noch genauer hin, erkennt man: Der EHCW hat seine neun Punkte gegen die GCK Lions, Sierre und Biasca geholt. Das ist eine ordentliche Bilanz aus den Spielen gegen die Mitkonkurrenten am Strich. Gegen die Top-7 der Swiss League hat aber nichts mehr herausgeschaut, im Gegensatz zum ersten Viertel, das Siege gegen Olten und Thurgau eingebracht hatte.

Anders die Konkurrenz: Sierre bezwang nicht nur Visp ein zweites Mal, sondern auch Langenthal, La Chaux-de-Fonds, und Kloten. Es wäre allerdings erstaunlich, ginge es für den Aufsteiger im gleichen Stil weiter. Denn der EHCW gewann beide Vergleiche mit den Wallisern auch, weil er mit ihnen durchaus auf Augenhöhe ist.

Die GCK Lions bezwangen im zweiten Viertel Ajoie nach Verlängerung und sie gewannen gegen Olten, Thurgau und Langenthal je einen Punkt. Deshalb haben sie fünf Zähler Vorsprung auf den EHCW, obwohl sie die direkte Begegnung verloren. Das heisst: Will der EHCW bis Weihnachten im Plan bleiben, muss er Spiele gegen die Farmteams und Sierre weiterhin gewinnen – und auch wieder mal gegen eine der nominell stärkeren Mannschaften der Swiss League etwas reissen. Letzte Woche hat gegen La Chaux-de-Fonds (3:5) und Visp ja nicht viel gefehlt.

Academy wohl ohne Hollenstein

Rechnen will Zeiter im Moment nicht viel. «Entscheidend ist, dass wir gute Leistungen zeigen, dann werden wir auch punkten.» Gegen die EVZ Academy wäre ein Sieg besonders wichtig. Denn gegen die Innerschweizer haben die Winterthurer bisher beide Spiele verloren, 3:6 zuhause und kürzlich 2:3 in der Trainingshalle der Bossard Arena. «Luca Hollenstein hat uns zweimal den Sieg gestohlen», bringt Trainer Zeiter diese Niederlagen auf den Punkt, wobei zu ergänzen ist: Bei der Heimniederlage waren auch ein paar ziemlich schlimme individuelle Fehler dabei.

Dass Hollenstein ein hervorragender Goalie ist, weiss man schon lange nicht mehr nur in der Swiss League. Am letzten Samstag brachte der U-20-Nationaltorhüter die Stürmer des EHC Biel mit einer Abwehrquote von über 96 Prozent zur Verzweiflung, am Dienstag warens über 93 Prozent abgewehrte Schüsse in der Champions Hockey League gegen Tappara Tampere. Der EV Zug siegte 2:1 und 3:1. Auch gestern gegen die ZSC Lions vertrat Hollenstein den angeschlagenen Leonardo Genoni in der National League. Es wäre also eine Überraschung, spielte Hollenstein am Samstag in Winterthur und nicht in Langnau. Zeiter mag darüber nicht gross spekulieren: «Wir bereiten uns so vor, wäre er dabei. dann könnten wir zeigen, dass wir auch gegen ihn gewinnen können.»

Adrian Brunners Debüt

Gegen die EVZ Academy wird Adrian Brunner zum ersten Mal für den EHCW auflaufen. Zeiter will ihn als Center und nicht auf dem Flügel einsetzen. Er erwartet einiges: «Er ist ein kompletter Spieler mit viel Spielintelligenz. Er macht das Team besser», ist er überzeugt. Da auch Ramon Diem nach einer heftigen Grippe wieder einsatzfähig ist, stehen nun mit Torquato, Mason, Brunner, Diem und Alihodzic fünf Center zur Verfügung, mit dem langzeitverletzten Luca Homberger wären es gar sechs.

Konkurrenzkampf entfacht

Das heisst auch: Das Kader des EHCW ist jetzt so breit, dass Absenzen kompensiert werden können und ein Konkurrenzkampf da ist. Fehlen werden im Sturm der verletzte Mark Lazarevs und Jari Allevi, für den eine B-Lizenz beim EHC Dübendorf in der Mysports League gelöst worden ist. Bei den Verteidigern ist, falls sich im Abschlusstraining keiner mehr verletzt, Yannick Hänggi im Moment überzählig.

Erstellt: 22.11.2019, 20:41 Uhr

Swiss League

EHCW - EVZ Academy. Zielbau Arena, Samstag, 17.30 Uhr.

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