Eishockey

Der EHCW zittert sich zum nächsten Sieg

Gestern hat sich der EHC Winterthur definitiv die Chance erarbeitet, auf Rang 8 vorzustossen. Nach dem 3:2-Sieg gegen die GCK Lions liegt er nur noch zwei Punkte hinter Thurgau.

Jan Lee Hartmann (links) brachte den EHC Winterthur in Küsnacht 1:0 in Führung.

Jan Lee Hartmann (links) brachte den EHC Winterthur in Küsnacht 1:0 in Führung. Bild: Heinz Diener

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Am Ende zählen die Punkte. Und die nahm der EHCW gestern aus Küsnacht mit nach Hause, obwohl er nach einer relativ frühen 3:0-Führung phasenweise stark unter Druck war, die GCK Lions bis auf 2:3 herankommen lassen musste und den Vorsprung am Ende auch dank Glück und einem überragenden Goalie Remo Oehninger über die Zeit bringen musste. Richtig eng wurde es für den EHCW noch einmal, als Marc Geiger in der 56. Minute auf 2:3 verkürzte. Die letzte Minute mussten die Winterthur mit vier gegen sechs Feldspieler überstehen. Aber es gelang ihnen auch diesmal, den knappen Vorsprung über die Zeit zu bringen. Am Samstag hatte Fadri Lemm den 4:2-Sieg gegen Biasca eine Minute vor Schluss gesichert mit einem Treffer ins leere. Tor. So ein Schuss blieb diesmal aus. aber es reichte erneut.

Perfektes Startdrittel

Der EHCW erreichte diesen Sieg, obwohl er ohne Jorden Gähler sowie die angeschlagenen Michael Roos und Anthony Staiger auskommen musste. Dafür spielten Dominik Egli und Alain Bircher von Kloten und der Bülacher Aurelio Lemm. EHCW-Trainer Michel Zeiter widmete einen Teil der Matchvorbereitung also der Zusammenstellung der vier Blöcke.

Ein anderer galt der Einstellung seines Teams auf die etwas spezielle Atmosphäre die in Küsnacht jeweils herrscht: Es ist nicht nur klimatisch kühl, sondern auch vom stimmungsmässigen Rahmen her. Was auch immer Zeiter unternommen hat, um dem entgegenzuwirken, es funktionierte. Denn die Winterthurer legten ein nahezu perfektes Startdrittel hin. Es war bis auf die Tribüne hinauf zu spüren, dass da eine Mannschaft am Werk war, die wusste, was sie wollte. Die Intensität war hoch, der Zug zum Tor gut und die Effizienz hervorragend.

Das brachte die GCK Lions dreimal zum Kapitulieren: In der 8. Minute eröffnete Jan Lee Hartmann das Score, indem er eine Hereingabe Alex Hutchings‘ ohne zu zögern verwertete. In der 13. Minute schoss Topskorer Gian-Andrea Thöny «sein» Tor. Nach einem gewonnenen Bully zog er kurzentschlossen ab und Goalie Daniel Guntern liess die Scheibe passieren. Wer schiesst, hat ab und zu auch etwas Glück, und Thöny schoss oft. Die GCK-Lions hatten auch die eine oder andere Möglichkeit, um dieses Zwischenergebnis knapper zu halten. Aber die Zürcher Junglöwen waren dann zu kompliziert.

Lange hinterhergelaufen

In den ersten 20 Minuten lief das Heimteam aber meist hinterher. Das änderte sich im Mitteldrittel komplett. Der EHCW hatte ja schon am Samstag gegen die Ticino Rockets nach 30 Minuten 3:0 geführt und war noch in Schwierigeiten geraten. Diesmal bestand dieser Vorsprung schon vor Ablauf des ersten Drittels. Wieder gingen die Winterthurer nicht gut damit um. Anders als gegen Biasca wurden sie aber nicht sorglos, sondern eher zu vorsichtig und damit zu passiv. Sie bewegten sich weniger gut und plötzlich waren es die GCK Lions, die am Drücker waren.

Ihr Topskorer Jérôme Bachofner verkürzte in der 23. Minute auf 1:3, und er hatte weitere Chancen, fand im glänzenden EHCW-Goalie Remo Oehninger aber seinen Meister. Gleich zwei «Big Saves» zeigte Oehninger in der 29. Minute gegen Fabio Högger und Dominik Diem. Kurz vorher hatte Zeiter sein Timeout genommen, das half aber nicht nachhaltig.

Das Derby gegen Thurgau

Wenn der EHCW den GCK Lions Raum gewährte, um Tempo aufzunehmen, dann hatte er Probleme. Das besserte sich im letzten Abschnitt nur Phasenweise. Zehn Minuten lang hatten die Winterthurer weniger Probleme als vorher. Dann gerieten sie wieder unter Druck. Was sie aber lange gut machten: Sie waren diszipliniert und kassierten keine unnötigen Strafen. Geigers 2:3 war dann aber doch eine Folge davon.

Weil Oehninger danach aber nichts mehr zuliess, blieb es beim Winterthurer Sieg. Man kann zwar sagen: Wenn es ums Verwalten eines klaren Vorsprungs geht, hat der EHCW noch Potenzial nach hoben.

Die Hauptsache aber war: Zeiter und sein Team nahmen die drei Punkte mit. Denn das bedeutet: Der Rückstand des EHCW auf Thurgau beträgt nur noch zwei Zähler, weil die Thurgauer in Pruntrut gegen Ajoie 2:8 verloren. Und das bedeutet: Der EHCW hat am Freitag die Chance, auf Rang 8 vorzustossen. Dann tritt Thurgau in der Zielbau-Arena zum letzten Derby der Saison an. Und man kann davon ausgehen, dass diese Partie in einem anderen Rahmen stattfinden wird als die gestrige. Atmospärisch und klimatisch.

(Der Landbote)

Erstellt: 31.01.2017, 22:45 Uhr

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