Der geheime Besuch des Superstars in den Schweizer Bergen

Prominenter Gast bei den Spielern des HCD: Sidney Crosby hat die letzten 3 Tage in Davos trainiert. Es galt eisernes Stillschweigen.

Captains unter sich: Sidney Crosby (links) und Andres Ambühl.

Captains unter sich: Sidney Crosby (links) und Andres Ambühl. Bild: Maurice Parrée/hotelgrischa.ch

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Da staunte man beim HC Davos nicht schlecht, dachte zunächst an einen Witz. Sidney Crosby, Nummer-1-Center und Captain der Pittsburgh Penguins, sei auf der Anreise und wolle in der Vaillant Arena in den nächsten drei Tagen ein paar Mal das Eis für sich alleine reserviert haben.

Der derzeit wohl beste, kompletteste und bekannteste Athlet des Eishockeysports in Davos? Es war kein Witz, der 30-jährige Kanadier stand am Montag auf dem Eis, drehte einsam seine Runden, schoss Pucks aufs Tor.

Weg aus Zürich, ab nach Davos

Crosby hatte ein paar Tage vorher bereits in Oerlikon ZSC-Nachwuchsspieler besucht, blieb dann aber nicht allzu lange in der Schweizer Metropole. Fürs persönliche Eistraining und die Trockenübungen mit dem Personal Trainer wollte er einen Ort haben, an dem er seine Ruhe hat – und wo ihm vor allem keine Journalisten Fragen stellen wollen. Via Mark Streit, seinem früheren Mitspieler in Pittsburgh, platzierte er die Anfrage in den Bündner Bergen.

Eine Bedingung stellte der Kanadier: Stillschweigen von allen Beteiligten. «Solange er da war, durften wir es keinem erzählen», sagt HCD-Captain Andres Ambühl. Er gehörte zu jenen Spielern, die mit Crosby aufs Eis konnten. Denn nach den ersten Übungen alleine wurde es dem Kanadier dann offenbar doch zu eintönig. Er fragte die Davoser Trainingsgruppe, die eigentlich erst nach ihm aufs Eis hätte sollen, ob sie nicht auch bei ein paar Schussübungen mitmachen wollen. Natürlich wollten sie.

Auch Ambühl war begeistert, auch wenn es natürlich für den 34-jährigen Routinier nicht die gleiche aufregende Erfahrung war wie für die jüngeren Spieler wie Nando Eggenberger, Dario Meyer oder Thierry Bader, die ebenfalls dabei waren. Ambühl hatte Crosby schliesslich bereits auf dem Eis hautnah erlebt, bei Olympischen Spielen und zwei Weltmeisterschaften gegen ihn gespielt. Ein Aufreger war Crosby nun auch für die vielen in der Eishalle anwesenden Davoser Nachwuchsspieler: «Viele drückten sich ans Plexiglas, um Crosby zuschauen zu können», erzählt Ambühl schmunzelnd.

«Ein normaler Mensch halt»

Und Crosby taute richtig auf, nahm sich Zeit für alle, gab jung und alt Tipps. «Er war sehr umgänglich, ein normaler Mensch halt. Das hatten wir schon bei Joe Thornton und den anderen NHL-Spielern nicht anders erlebt», erzählte Ambühl. Thornton hatte bei den letzten beiden NHL-Lockouts 2004/05 und 2012/13 den HCD verstärkt.

Nur in einem Bereich, da blieb sich Crosby auch unter Eishockeyanern treu: Übers Privatleben sprach er nicht. Es ist kaum über einen anderen NHL-Star so wenig Privates bekannt in der Öffentlichkeit wie von Crosby.

Eindruck hinterliess Crosby auch bei den HCD-Angestellten neben dem Eis. Medienchef Markus Glarner war erstaunt, wie viel Crosby über den Spengler Cup wusste: «Und er sagte uns, dass er es bereut habe, die Lockouts im Gegensatz zu vielen anderen NHL-Spielern nicht für eine Turnierteilnahme genützt zu haben.»

Und HCD-Nachwuchschef René Müller, bei dem die Anfrage platziert worden war, staunte vor allem über Crosbys Können: «Die Schuss- und Stocktechnik, sein voller Einsatz in jeder Trainingseinheit – all das hautnah miterlebt zu haben, war eine echte Inspiration für uns alle.»

Nach drei Tagen war alles vorbei – am Mittwochnachmittag reiste Crosby wieder ab, verliess Davos. (landbote.ch)

Erstellt: 13.06.2018, 17:45 Uhr

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