Eishockey

EHCW korrigiert einen Fehlstart nur beinahe

Wie schon im letzten Match lag der EHC Winterthur auch in Olten nach kurzer Zeit 0:2 zurück. Am Ende aber musste das Heimteam zittern, ehe es den 5:4-Sieg in trockenen Tüchern hatte.

Nach dem 3:0 von Michael Rudolf (links) schien alles klar. War es aber nicht.

Nach dem 3:0 von Michael Rudolf (links) schien alles klar. War es aber nicht. Bild: Freshfocus

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Es sah ganz danach aus, als würde der EHCW auch in Olten auf seiner alten Leier spielen: 0:1 lag er zurück nach 3:44 Minuten, 0:2 nach 5:23. Wieder war der erste Schuss ein Tor, wieder sah Goalie Tim Guggisberg nicht gut aus. Diesmal musste er Dion Knelsens 2:0 auf seine Kappe nehmen. Zu Guggisberg aber sei ergänzt: Er steigerte sich wie die ganze Mannschaft im Verlauf des Spiels markant und hatte mit einigen guten Paraden seinen Anteil daran, dass die Winterthurer gegen einen doch ziemlich grossen Favoriten bis zum Schluss auf Zählbares hoffen konnten. Obwohl sie nach knapp 25 Minuten das 0:3 kassierten und in der 34. Minute, kurz nachdem Kevin Bozon auf 1:3 verkürzt hatte, das 1:4.

Nachlässigkeiten genutzt

Aber Olten wurde nachlässig und fahrig in der Defensivarbeit. Und plötzlich nutzten die Winterthurer ihre Chancen. Schon Bozons 1:3 war ein Konter gewesen, gut gespielt von Tim Wieser und Adrian Brunner. In der 38. Minute konnte Riley Brace auf Oltens Goalie Simon Ritz zulaufen und auch er traf. Und 25 Sekunden vor Drittelsende schaffte Wieser gar den Anschluss.

Olten hatte zwar letzte Woche gegen die GCK Lions verloren. Insgesamt aber sind die Solothurner in den letzten Wochen stark unterwegs gewesen. Trotzdem kamen sie am Freitag ins Zittern. Besonders sichtbar wurde das, als sie im Schlussdrittel eine Fünf-Minuten-Strafe gegen Michael Roos erfolglos verstreichen liessen. Im Gegenteil, der EHCW hatte in dieser Unterzahlphase zwei gute Ausgleichschancen zum 4:4. Erst liess Rytz einen Schuss Wiesers an den Pfosten prallen, dann scheiterte Zack Torquato an Oltens Goalie.

Auch auf Stanislav Horanskys 5:3 hatte der EHCW nochmals eine Antwort. Bozon traf gut drei Minuten vor Schluss im Powerplay ein zweites Mal. Aber mehr lag nicht drin, obwohl Trainer Michel Zeiter den Torhüter in der Endphase durch einen sechsten Feldspieler ersetzte. Man muss sagen: Olten hätte diesen Match mit seinen starken Individualisten viel früher entscheiden müssen. Wie der klare Vorsprung fast verspielt wurde, war fahrlässig. Dennoch hatte Zeiter recht wenn er festhielt: «Es ist ärgerlich, dass wir hier nicht gepunktet haben. Die Mannschaft hat eine Supermoral bewiesen und ist stark zurückgekommen.»

Nimmt man es aber genau, dann sind dem EHCW halt doch die alten Schwächen zum Verhängnis geworden. Zum siebten Mal in Folge kassierte er das erste Tor des Spiels, wieder mussten er fast von Anfang an einem Rückstand hinterher rennen. Es ginge auch anders herum. Denn unmittelbar vor dem 0:1 waren Brace und Filip Sluka gefährlich vor Rytz. Hätten sie das Tor gemacht, wäre womöglich vieles anders gelaufen.

Schwachpunkt Powerplay

Ein Schwachpunkt war einmal mehr auch das Powerplay, trotz Bozons Tor zum 4:5. Andere Gelegenheiten wurden nämlich vergeben. Beispielsweise war der EHCW zu Beginn des Mitteldrittels fast vier Minuten ohne zu reüssieren in Überzahl. Kurz darauf fiel das 0:3. Ein Lichtblick in dieser Disziplin ist immerhin: Seit Adrian Brunner dabei ist, verfügen die Winterthurer über einen zweiten Powerplay-Block, der Torgefahr erzingen kann.

Überhaupt war Brunner in der neu zusammengestellten Formation mit Wieser und Bozon eine klare Verstärkung. Dieses Trio war für zwei Tore verantwortlich. Zeiter trat in Olten mit nur sieben Verteidigern und Stürmern an. Mit Bachofner und Schmutz wurden zwei Verteidiger nicht ins Aufgebot genommen, die bisher meistens gespielt hatten.

Trotz der Umstellungen schauten in Olten keine Punkte heraus. Wenn die Mannschaft am Sonntag (16 Uhr) im Heimspiel gegen Langenthal aber daran anknüpft, was sie im Kleinholz in der zweiten Spielhälfte gezeigt hat, dann liegt erneut etwas drin. Die Punkte müssen aber auch mal realisiert werden, wenn sie in Reichweite liegen. Sonst wächst der Rückstand auf den Strich noch weiter an.

Erstellt: 29.11.2019, 23:03 Uhr

Swiss League

Olten – EHCW 5:4 (2:0, 2:3, 1:1)

Kleinholz. – 2500 Zuschauer. – SR Gianinazzi/Hungerbühler; Bürgi/Wermeille. – Tore: 4. (3:44) Sartori (Fogstad Vold, Knelsen) 1:0. 6. Knelsen (Haas, Wyss) 2:0. 25. Rudolf (Rexha) 3:0. 32. Bozon (Brunner, Wieser) 3:1. 35. Nunn (Knelsen, Eigenmann) 4:1. 38. Brace (Torquato) 4:2. 40. (39:34) Wieser 4:3. 50. Horansky (Nunn) 5:3. 57. Alihodzic (Brace, Küng/Ausschluss Haas) 5:4. – Strafen: 6-mal 2 plus 10 (Philipp Rytz) gegen Olten, 3-mal 2 plus 5 plus Spieldauer (Roos) gegen den EHCW. – Olten: Simon Rytz; Rouiller, Philipp Rytz; Maurer, Eigenmann; Weisskopf, Sartori; Heughebaert; Nunn, Knelsen, Horansky; Haas, Schirjajew, Wyss; Weder, Rexha, Rudolf; Lanz, Salzgeber, Fogstad Vold; Weibel. – EHCW: Guggisberg; Blaser, Küng; Roos, Pozzorini; Guerra, Kobach; Raggi; Sluka, Torquato, Brace; Wieser, Adrian Brunner, Bozon; Monnet, Mason, Hess; Zahner, Alihodzic, Diem; Bleiker. – Bemerkungen: Olten ohne Elsener und Lüthi (verletzt) sowie Schwarzenbach (krank). EHCW ohne Lazarevs und Homberger (verletzt) sowie Allevi, Bachofner, Hänggi, Schmutz, Sigg und Forrer (überzählig). 10. Lattenschuss Knelsen. 44. Pfostenschuss Wieser. 58:58 Time-out EHCW, anschliessend ohne Goalie.

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