Kloten

Kloten lässt sich von Langenthal dominieren

In der vierten Runde bezog Kloten seine erste Niederlage in der Swiss League. Beim 4:5 zuhause gegen Langenthal gabs höchst erstaunliche Fehler zu sehen.

«Wir sind nun einmal nicht im Rhythmus», sagt Kloten-Trainer André Rötheli. Resultat: eine 4:5-Niederlage gegen Langenthal. Bild: Heinz Diener

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André Rötheli nimmt als guter Trainer seine Mannschaft immer in Schutz. Also sagte er nach dem 4:5 gegen die Langenthaler: «Es ist keine Entschuldigung, aber es kann eine Erklärung sein. Wir sind nun einmal nicht im Rhythmus. Das hat man im ersten Drittel gemerkt.» Tatsächlich war da – und dahinter muss man ein Ausrufezeichen setzen – ein Klassenunterschied zu sehen. Langenthal dominierte. Kloten wirkte schwerfällig und trat dazu so auf, als ob ein absolutes Verbot für Körperkontakt herrschte.

Ein Spiel am 21., eines am 22. September, dann eine Woche Pause, danach das Spiel in Zug, dann wieder eine Woche Pause – so kann kein Rhythmus aufkommen. Aber Rötheli wusste ganz genau, dass es dem Gegner vom Samstag kaum besser ergangen ist. Langenthal spielte am 15. September, danach am 22. und noch einmal am vergangenen Dienstag. Das ist kaum besser. Der Unterschied lag indes in den Resultaten. Die Oberaargauer haben zweimal verloren, sie brauchten unbedingt ein Erfolgserlebnis. Die Klotener hatten zunächst dreimal in Folge in der Meisterschaft gesiegt. Und sie sind dabei immer etwas nachlässiger geworden.

Schmerzhaftes Auf und Ab

Dieser Schlendrian, der sich einschlich, ist der Grund für das, was sich im zweiten Heimspiel der Saison ereignete. Die erste Saisonniederlage hatte sich angekündigt. «Man kann noch so oft darauf hinweisen, aber man glaubt es erst, wenn man es selber erlebt hat», sagte André Rötheli. Die Mannschaft trug dem Puck im Mitteldrittel überhaupt keine Sorge und begab sich hinab auf ein wildes Niveau, das viele Swiss-League-Teams ihr eigen nennen. «Wir hatten so viele Scheibenverluste in der Mittelzone und so viele Fehler. Wir haben die Langenthaler da so spielen lassen, wie wir eigentlich spielen wollen.»

Es gab dabei auf beiden Seiten Einlagen, die an Slapsticks gemahnten. Auf beiden Seiten. ­Langenthal-Goalie Marco Mathis liess einen Schuss von Marc Marchon zum 2:2 aus der Fanghand rutschen, der Puck senkte sich als Lob hinter dem Schlussmann ins Tor. Doch die Gäste lachten zuletzt und daher am besten. 4 Minuten und 36 Sekunden nach Marchons erstem Ausgleich (zum 1:1) führten sie 4:2. Weil Fabian Ganz einen Puck in der eigenen Zone direkt auf den Stock von Dal Pian spielte, weil Alain Bircher 50 Sekunden nach dem 2:2 den Puck in der Vorwärtsbewegung verlor und weil Langenthal nach einem weiteren Klotener Puckverlust in der Mittelzone einen perfekten Konter fahren durfte.

Das war ein schmerzhaftes Auf und Ab, das die Flughafenstädter so schnell wie möglich aus ihrem Repertoire streichen müssen, wollen sie ihr Ziel erreichen, nämlich unter den besten drei Teams zu spielen. Vier Spiele lang haben sie solche Aussetzer mitgeschleppt, dreimal ist es auch wegen der mangelnden Qualität der Gegner trotzdem gut gegangen.

Verdientes Langenthal-Glück

Und es hätte ja auch an diesem Samstag noch gut ausgehen können. Denn Klotens erster Block, der alle vier Tore schoss, glich bis zur 41. Minute aus, spielte nachher die Gegner teilweise schwindlig. Aber das Glück im Torschuss konnten die Favoriten nicht erzwingen. Teilweise war es schon fast unmöglich, den Puck nicht im Goal unterzubringen. Ryan MacMurchy war definitiv nicht von Réussite begleitet gegen Langenthal. Der Gegner aber verdiente sich das Gück des Siegtreffers im zweiten Powerplay des Abends mit seiner Konsequenz. «Wir haben uns das Leben selber schwergemacht mit diesen Geschenken», erklärte Klotens Captain Steve Kellenberer, der das 4:4 erzielte. «Wir waren schon gegen Zug nicht gut. Es ist wichtig, dass wir all diese individuellen Fehler nochmals anschauen. Nicht, um einzelne Spieler blosszustellen. Aber das gehört zum Lernprozess.»

Zudem es ist ja nicht zu viel verlangt, dass die Mannschaft einmal tatsächlich auch dann bereit ist, wenn der Schiedsrichter den Puck zum ersten Bully einwirft. Es geht nicht darum, etwas Verrücktes zu tun, sondern darum, einfach mal konsequent aufzutreten. Es wäre natürlich nett, wenn nicht nur der erste Block ins gegnerische Tor träfe. Und langsam ist es an der Zeit, dass zum Beispiel auch die Stürmer Thibaut Monnet und Fabian Sutter mehr als nur Mitläufer sind.

So durfte Langenthal eine unerwartete Premiere feiern. Der Klub hat in der Meisterschaft schon gegen fast alle Grossen gespielt (die einmal in der NLB aufgetreten sind): Zug, ZSC, Lugano, Bern oder Davos. Aber gegen Kloten bis gestern noch nie. Und nun feierten die Oberaargauer zur Premiere gleich einen Sieg. Findet Kloten bis am Dienstag zum Heimspiel gegen La Chaux-de-Fonds zur nötigen Konsequenz, kann man den Match gegen Langenthal als nötigen Weckruf abtun. Niederlagen kann und wird es für Kloten auch danach immer wieder mal geben. Aber die dürfen nicht in der Art und Weise zustande kommen wie gegen Langenthal. Das war zu bescheidenes Niveau.

Erstellt: 07.10.2018, 00:08 Uhr

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