Unfriendly Fire

Zwei Teamkameraden, ein Online-Troll und ein Schicksalsschlag. Bei der NHL-Franchise Ottawa Senators hängt der Haussegen schief.

Der Captain der Ottawa Senators, Erik Karlsson, machte eine schwere Zeit durch.

Der Captain der Ottawa Senators, Erik Karlsson, machte eine schwere Zeit durch. Bild: Getty Images/Richard A. Whittaker

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Erik Karlsson, der schwedische Star-Verteidiger der Ottawa Senators, macht schwere Zeiten durch. Er und seine Frau mussten im März die Totgeburt ihres Sohns verkraften. Doch das ist nicht genug, das Paar sieht sich seit Monaten mit persönlichen Anfeindungen in sozialen Medien konfrontiert.

Wie mehrere kanadische Medien nun berichten, hat Melinda Karlsson vergangenen Monat eine einstweilige Verfügung erwirkt und einen Antrag auf ein Annährungs- und Kontaktverbot gestellt. Wie aus Polizeiakten hervorgehen soll, glauben die Karlssons, dass hinter all den Attacken Monika Caryk steht. Sie ist die Freundin von Eishockeyspieler Mike Hoffman. Hoffman ist jedoch kein gekränkter Gegenspieler Karlssons, der sich rächen will, nein, er ist ein Teamkollege von Erik Karlsson. Beide spielen seit vier Jahren bei den vom Trainerduo Guy Boucher/Marc Crawford gecoachten Ottawa Senators.

Erik Karlsson wurde bereits vor dem Schicksalsschlag über Monate von verschiedenen Accounts auf Instagram beleidigt und angegriffen. Doch seit der Totgeburt wird auch seine Ehefrau Melinda Ziel der Attacken. So kommentiert eine Userin, das Baby habe nie eine Chance gehabt, da die Mutter medikamentenabhängig sei. Ein anderer User fordert, jemand solle Erik Karlsson die Beine brechen, um seine Karriere zu beenden.

Eine der Anfeindungen im Internet: Melinda Karlsson wird in diesem Post Medikamentenmissbrauch vorgeworfen. Die Reaktion ihres Mannes folgte. (Screenshot: Instagram)

Die Kommentare kommen von verschiedenen Accounts, doch eines haben sie alle gemeinsam: Sie alle folgen nur einer Hand voll Nutzer, darunter immer Erik Karlssons Account. Und alle Accounts versendeten die Anfeindungen innerhalb kurzer Zeit und wurden danach gelöscht. Das alles deutet auf eine gezielte Kampagne hin. Und auf einen einzelnen Täter.

Hoffman und Caryk wiesen die Vorwürfe zurück, sie hätten mit «150-prozentiger Sicherheit nichts mit der Sache zu tun.» Die Polizei ermittelt, der Verband untersucht und der Verein will die Angelegenheit aufarbeiten. Ihnen allen verspricht Hoffman seine volle Kooperation. Auch die Ottawa Senators meldeten sich am Dienstag mit einem Statement zu Wort: «In Kooperation mit der NHL untersuchen wir die Vorkommnisse und werden alle nötigen Schritte einleiten, um die Sicherheit und Privatsphäre unserer Spieler und deren Familien zu schützen.»

Bisher verliefen die polizeilichen Untersuchungen ergebnislos. Die Vorwürfe gegen Caryk konnten bislang nicht bestätigt werden. Einer ersten gerichtlichen Anhörung am 25. Mai sei die Beschuldigte ferngeblieben, so kanadische Medien weiter. Der Termin der nächsten Anhörung und das weitere Vorgehen der Polizei wurden bisher nicht publik.

Sommerzeit ist auch Transferzeit. Dass Hoffman und Karlsson im nächsten Jahr gemeinsam bei den Senators auf dem Eis stehen, ist stark zu bezweifeln. (tzi)

Erstellt: 13.06.2018, 19:26 Uhr

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