Faustball

Die Schweiz gewinnt ein packendes Spiel

An der WM auf der Schützenwiese setzen sich die Schweizer im abschliessenden Spitzenspiel der Gruppenphase gegen Brasilien vor 4600 Zuschauern 3:1 durch.

Der Jubel der Schweizer nach dem verwerteten Matchball gegen Brasilien. Mit diesem 3:1-Erfolg sicherten sie sich den Gruppensieg.

Der Jubel der Schweizer nach dem verwerteten Matchball gegen Brasilien. Mit diesem 3:1-Erfolg sicherten sie sich den Gruppensieg. Bild: Fabio Baranzini

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Nach zwei souveränen 3:0-Siegen gegen Chile und die USA stand für die Schweiz ein erster richtiger Härtetest an. Schweiz gegen Brasilien: Diese Affiche versprach hochklassigen Faustballsport. Und genau das boten die beiden Teams im letzten WM-Spiel des Tages auf dem sehr gut gefüllten Center Court mit 4600 Zuschauern.

Bevor die beiden Mannschaften das Stadion kurz vor 20.30 Uhr betraten, hatten sich die Schweizer mit einer Trainingseinheit in Seuzach konzentriert auf dieses Spitzenspiel der Gruppe B vorbereitet. Immerhin ging es um den Gruppensieg. Aber noch fast wichtiger: Es ging ums Selbstvertrauen.

«Wir wollen dieses Spiel gewinnen. Das gäbe uns ein richtig gutes Gefühl und viel Selbstvertrauen», hatte Nationaltrainer Oliver Lang vor der Partie gesagt und von seinen Spielern gefordert, Emotionen aufs Feld zu bringen. «Geht raus, geniesst diese einzigartige Atmosphäre, spielt frech und zeigt den Zuschauern, was wir draufhaben!»

Reaktion auf zähen Start

Die Startformation war identisch mit jener im Auftaktspiel gegen Chile. Lukas Lässer und Raphael Schlattinger im Angriff, Malik Müller und Martin Dünner in der Abwehr sowie Mario Kohler am Zuspiel. Die Schweizer hatten sich vorgenommen, über die Defensive ins Spiel zu kommen. Das klappte in der Startphase allerdings nicht wie gewünscht. Vor allem die Zuspiele fielen etwas zu wenig präzise aus, sodass man im Angriff zu wenig Druck entwickeln konnte. Die logische Konsequenz: Satz 1 ging 7:11 an Brasilien.

Oliver Lang reagierte und wechselte im Angriff Captain Ueli Rebsamen für Schlattinger ein. Das Spielgeschehen war nun ausgeglichener, doch auch so gerieten die Schweizer 6:8 ins Hintertreffen. Angetrieben vom lautstarken Publikum, kämpften sich die Gastgeber zurück. Rebsamen, der Elgger, wehrte einen Satzball ab, und mit dem 13:11 holten die Schweizer diesen Durchgang. «Am Anfang waren die Pässe unser Problem, doch je länger das Spiel dauerte, desto mehr konnten sich alle Spieler steigern», analysierte Oliver Lang.

Grossartige Kulisse

Den Schwung des Satzgewinns konnten die Schweizer mitnehmen. Sieben Punkte in Folge gelangen ihnen, und damit war Satz 3 auch bereits entschieden. Mit 11:6 ging der ebenfalls an die Schweiz. Der vierte Durchgang war ein Hin und Her mit spektakulären Ballwechseln und viel Spannung. Mit dem allerletzten Punkt zum 15:14 gewannen die Schweizer die Partie 3:1. «Vor dieser Kulisse zu spielen, ist das Tollste, was mir je passiert ist. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl», freute sich Schlattinger, der den entscheidenden Punkt verwertet hatte.

Auch Nationaltrainer Lang zog ein positives Fazit: «Ich bin extrem zufrieden, dass alle unsere Schläger positive Momente hatten. Darauf lässt sich aufbauen für die nächsten Partien.»

Die Schweiz trifft heute Mittwoch um 17.45 Uhr in der Double-Elimination auf den Sieger der Partie zwischen Argentinien und Namibia.

Erstellt: 13.08.2019, 23:24 Uhr

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Weisse All-Blacks und zwei lang ersehnte Siege

Im ersten Spiel des gestrigen Abends, an dem sich zwei Mannschaften aus den Top 4 der Welt trafen, bezwang Deutschland die Österreicher 3:1. Der Titelverteidiger gab zum ersten Mal an diesem WM-Turnier einen Satz ab, mehr konnte der Herausforderer aber nicht erreichen.

Viel Betrieb herrschte bereits tagsüber auf der Schützenwiese. Eines der bemerkenswerten Ergebnisse war der Vorstoss von Neuseeland in die Double-Elimination, womit der WM-Neuling sich die Chancen auf die Viertelfinals wahrte. Den letzten Schritt taten die All-Blacks, die diesmal in weissen Tenüs antraten, mit dem 3:1 über Polen. Der Haka vor dem Match brachte Neuseelands Faustballern bisher genauso viel Glück wie den Rugbyspielern an deren letzter WM.

Mit einer starken Leistung schafften die Italiener ihren ersten Sieg gegen Argentinien seit 36 Jahren. Historisches ereignete sich auch für die Japaner. Unterstützt von vielen Fans, be­zwangen sie die Niederlande 3:1 und holten damit den ersten Sieg für ihr Land an einer WM seit November 2003 in Porto Alegre (Brasilien).

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