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Bald nicht mehr Nationaltrainer

Am Ende dieser Saison legt der Winterthurer Roger Rinderknecht sein Amt als BMX-Nationaltrainer nieder.

Der Winterthurer Roger Rinderknecht brachte die Schweiz in die BMX-Weltspitze.
Der Winterthurer Roger Rinderknecht brachte die Schweiz in die BMX-Weltspitze.
Donato Caspari

«Der Entscheid ist mir nicht leicht gefallen. Aber ich habe in den letzten Monaten gemerkt, dass es langfristig nicht wie bisher funktionieren wird», sagt der 36-jährige Roger Rinderknecht. In einem Communiqué des Verbandes Swiss Cycling begründet er seinen Rücktritt: «Ich bin zur Überzeugung gekommen, dass sich die Aufgaben in absehbarer Zukunft nicht mehr mit meinem persönlichen Umfeld vereinbaren lassen und die Qualität meiner Arbeit darunter leiden wird.» Deshalb sei es wichtig, so schnell wie möglich zu reagieren, «damit die positive Entwicklung im Schweizer BMX-Sport weitergehen kann».

Rinderknecht gilt als Schweizer BMX-Pionier. 2008 in Peking bei der Olympiapremiere dieser Radsportdisziplin war er der einzige Pilot des Landes. Ebenso vier Jahre später in London. Wenige Wochen nach den Olympischen Spielen 2012 schloss er seine Sportlerkarriere mit dem Weltmeistertitel in der Mountainbike-Sparte Fourcross ab. Im Januar 2013 trat der Winterthurer die Stelle als Nationaltrainer an und führte die jüngeren Schweizer ­näher an die Weltspitze heran.

«Stets das Maximum»

Dies betrifft vor allem seinen Wülflinger Nachbarn David Graf. 2012 noch war er Rinderknechts Konkurrent um den einzigen Schweizer Olympiastartplatz gewesen. Ab 2015 wurde Graf EM-Zweiter, WM-Dritter sowie Zweiter der Weltcup-Gesamtwertung und stieg bis auf Platz 3 der Weltrangliste auf. An den Olympischen Spielen 2016 in Rio schied er, wie zuvor zweimal Rinderknecht, allerdings in den Halbfinals aus.

«Olympiamedaillen oder zumindest -diplome waren meine übergeordneten Ziele als Athlet und Coach. Obwohl ich das leider nie erreichen konnte, bleibt kein schlechtes Gefühl zurück. Ich ­habe stets mein Maximum gegeben», sagt Rinderknecht.

«Eine Ära geht zu Ende», erklärt der 27-jährige David Graf und bedankt sich bei seinem Mentor, Trainer, der ihn als Fünfjähriger in Winterthur erstmals betreut hatte, und zwischenzeitlichen Olympiarivalen: «Er hat mich gelehrt, wie ich mein volles Potenzial erreichen kann», betont Graf.

Die Verbindungen zur BMX-Szene will Rinderknecht, der Gründer und Betreiber des Winterthurer Skills-Parks, nicht abreissen lassen. «Vor allem mit den Jungen aus der Region werde ich sicher in Kontakt bleiben.»

Der Radsportverband bedauert Rinderknechts Entscheid ebenfalls. «Ihm ist es gelungen, drei unserer Fahrer auf Weltklasseniveau zu bringen», liess Thomas Peter, Chef Leistungssport von Swiss Cycling, verlauten. Dazu gehören neben Graf (derzeit Nummer 8 der Weltrangliste) auch der Genfer Renaud Blanc (Weltnummer 30) sowie der aufstrebende, junge Simon Marquart (33) von Powerbike Winterthur.

Noch drei Meisterschaften

Die Frage nach der Nachfolge ist nicht geklärt. Der Verband habe mit Hervé Krebs zwar noch einen talentierten Trainer in seinen Reihen, dennoch müsse man sich im Hinblick auf die Olympischen Spiele 2020 in Tokio Fragen über mögliche strukturelle Anpassungen im Bereich BMX stellen, erklärt Thomas Peter. Insgesamt, sagt Rinderknecht, erhalte BMX von Swiss Cycling «mehr Unterstützung» als noch beim letzten Olympiazyklus bis 2016. Der Rücktritt als Nationaltrainer sei ein «persönlicher Entscheid».

Er wird das BMX-Nationalteam noch an den Schweizer Meisterschaften am 1. Juli in Winterthur sowie an den Welt- und Europameisterschaften von Mitte und Ende Juli in Bordeaux beziehungsweise Rock Hill (USA) betreuen.

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