Unihockey

Dem Gegner ins Spiel geholfen

Was die Resultate betrifft, hat der HC Rychenberg den Schwung der Runden 2 bis 4 eingebüsst. Obwohl er in den ersten 40 Minuten drückend überlegen war, verlor er in Kloten 4:9.

Das erste Tor von Santeri Toropainen reichte dem HCR auch nicht zum Sieg in Kloten.

Das erste Tor von Santeri Toropainen reichte dem HCR auch nicht zum Sieg in Kloten. Bild: Urs Kindhauser

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Der HC Rychenberg hat es verpasst, seine Ambitionen für die Playoffs mit einem Sieg bei Schlusslicht Kloten-Dietlikon Jets zu unterstreichen. Bis kurz vor der zweiten Drittelspause schien er auch auf dem besten Weg zu sein, doch verpassten es die Winterthurer, aus ihrer eklatanten Überlegenheit Profit zu schlagen und das Spiel zu entscheiden. Für die fehlende Präzision, Effizienz und Fokussierung im Abschluss wurden sie im Schlussdrittel bitter bestraft.

Erst gepflegt und kontrolliert

Anders als im Heimspiel gegen Chur liess es der HC Rychenberg in der Startphase in Kloten nicht an der defensiven Seriosität vermissen. Zwar geriet er nach 41 Sekunden in Rückstand, doch konnte Santeri Toropainen den Fehlstart mit seinem ersten Saisontor nur drei Minuten später wettmachen. Und von da an nahm das Spiel eine Gestalt an, die nicht unerwartet war: Der HCR nahm das Spiel in die Hände, liess den Ball zirkulieren und suchte die Lücke zum Torschuss.

So gepflegt und kontrolliert der Auftritt der Winterthurer war, müssen sie sich doch zwei Vorwürfe gefallen lassen: Zum einen suchten sie zu selten den Abschluss, was angesichts des Goalies Nummer 4 im Klotener Tor schon etwas verwunderte. Zum anderen machten sie viel zu wenig aus den Chancen. Die beste liess beim Stand von 3:2 TopskorerMichel Wöcke verstreichen, als er mit seinem Penalty den Torhüter bereits düpiert hatte, den Ball aber knapp neben das Gehäuse setzte. «Wir hatten den Penalty und noch drei, vier sehr gute Chancen und hätten uns damit absetzen können oder müssen», sagte Trainer Jukka Kinnunen.

Alles in allem schien der HCR aber darauf aus, den Gegner mit der fast ununterbrochenen Abwehrarbeit müde zu machen. Allerdings barg diese Spielweise bei einem 3:2-Vorsprung die Gefahr, dass Kloten mit einem Lucky Punch ins Spiel zurückkehren könnte. Allzu gross schien diese nicht zu sein, denn die Winterthurer hatten den Gegner unter Kontrolle. Und doch geschah es. In der 38. Minute landete ein harmloser, dann aber abgefälschter Distanzschuss im Tor von Nicolas Schüpbach. Den Spielverlauf vollends auf den Kopf stellte, dass Kloten nur 22 Sekunden später nachlegte und zur grossen Verwunderung aller mit einer Führung in die zweite Pause ging.

Hektisch geworden

Statt die Partie längst in seine Richtung gelenkt zu haben, sah sich der HCR urplötzlich mit einem Rückstand konfrontiert. Noch hatte er aber genug Zeit, um das Malheur zu korrigieren. Das nach sechs Niederlagen in sechs Runden verunsicherte Kloten schöpfte jedoch aus dem unerwarteten Glück Zuversicht, verdoppelte mit seinem ersten nennenswerten Abschluss des Schlussdrittels auf 5:3 und konnte sich in der Folge in eine Art Rausch spielen. Dem HCR entglitt dadurch die Kontrolle und er fand auch nicht wieder zurück. Dass sich das Heimteam in Kontern auch ausgesprochen effizient zeigte, führte am Ende zu einem 9:4-Erfolg der vormals noch sieglosen Zürcher Unterländer.

«Nach dem 3:4 ist etwas mit uns passiert», erklärte Kinnunen. «Statt dem Rückstand geduldig zu begegnen, hatten wir es plötzlich eilig. Zudem brachte leider keiner Leidenschaft in unser Spiel, als es nicht so gut lief.»

Trotzdem hält er den Saisonstart für angemessen: «Zehn Punkte aus den ersten sieben Runden entspricht wohl unserem derzeitigen Niveau. Ein Punkt aus den Spielen gegen Chur und Kloten ist aber einfach zu wenig.» Dabei zahlte seine Mannschaft momentan wohl die Zeche dafür, dass sie vermehrt das Spiel bestimmen will. Sich verbarrikadieren ist nun mal viel einfacher.

Kloten-Dietlikon Jets - HCR 9:4 (2:3, 2:0, 5:1)

Ruebisbach. – 320 Zuschauer. – SR Hohler/Koch. – Tore: 1. Jaunin (Jokinen) 1:0. 4. Toropainen (Saarnio) 1:1. 13. Wöcke (Studer) 1:2. 14. Kindler (Hess) 2:2. 16. Studer (Wöcke) 2:3. 39. Tahmasebi 3:3. 39. Gisiger (Jokinen) 4:3. 46. Rhyner (Graf) 5:3. 51. Hottinger (Zolliker) 6:3. 54. Jokinen 7:3. 57. Zolliker 8:3. 58. Schaub (Wöcke; Rychenberg ohne Torhüter) 8:4. 59. Tahmasebi (ins leere Tor) 9:4. – Strafen: keine gegen Kloten, 2×2 gegen Rychenberg.

Kloten: Keller; Hess, Kindler; Kapp, Kaiser; Graf, Wüst; Jokinen, Jaunin, Kulmala; Tahmasebi, Zolliker, Hottinger; Rhyner, Bregenzer, Beutler; Gisiger. – HC Rychenberg: Gruber; Conrad, Huser; Toropainen, Saarnio; Aeschimann, Schaub; Wöcke, Sämi Gutknecht, Studer; Kern, Tilus (41. Gröbli), Schwerzmann; Borth, Grunder, Hauser.

Bemerkungen: HCR ohne Haag, Lutz (abwesend), Gröbli, Gruber, Andi Gutknecht und Neubauer (Ersatz). Kloten ohne Dürst, Feiner, Karlsson und Luise. 31. Wöcke verschiesst Penalty. HCR von 56:45 bis 58:46 in Ballbesitz mit einem zusätzlichen Feldspieler. (Der Landbote)

Erstellt: 11.10.2018, 10:06 Uhr

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@landbote.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 052 266 99 85. Mehr...

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare