Unihockey

Der neue Auftritt des HCR

Eine neue Heimhalle, neue Ausländer und mehr Verantwortung der Einheimischen: Das Erscheinungsbild des HC Rychen­­berg hat sich erheblich verändert. Das Saisonziel bleibt die erneute Teilnahme an den Playoffs.

Einer der drei Finnen in der NLA-Mannschaft des HC Rychenberg ist Stürmer Tommy Tilus (links).

Einer der drei Finnen in der NLA-Mannschaft des HC Rychenberg ist Stürmer Tommy Tilus (links). Bild: Markus Aeschimann

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In den vergangenen zwei Jahren, vor allem im vorletzten, hatte der HC Rychenberg die Spitze der Liga energisch angreifen wollen. Trotz erheblichem finanziellem Aufwand blieb ihm jedoch der ange­strebte Meister- oder Cup­titel verwehrt. In der neuen Saison ist nun einiges anders im Umfeld des NLA-Teams. Zum einen ist der Austragungsort der Heimspiele ein anderer. Statt in der Turnhalle Oberseen mit ihrer, von der Tribüne abgesehen, auf den Schulsport ausgelegten In­fra­struktur tritt der HCR künftig in der brandneuen Axa-Arena an. Dieser Umzug bringt Mehr­kosten mit sich, die der Verein in der Zukunft mit Mehreinnahmen wieder hereinzuholen hofft.

HCR setzt auf Finnen-Power

Fürs erste Jahr galt es jedoch, die Ausgaben zu senken. Dafür reduzierte der HCR nicht nur die Anzahl Ausländer im Team von fünf auf drei, sondern verabschiedete sich im gleichen Atemzug auch von der Verpflichtung prominenter oft schwedischer und damit kostspieliger Ausländer. Neu stehen die vergleichsweise wenig bekannten Finnen Santeri Toropainen, Mikko Saarnio und Tommi Tilus im Solde. Dass diese nicht wie oft üblich erst im August, sondern bereits zum ersten Training im Mai an ihrer neuen Wirkungsstätte erschienen, erleichterte das Zurechtfinden und die Inte­gration ganz wesentlich.

Zudem steht mit Jukka-Pekka Kinnunen und Kari Juhani Koskelainen ein neues Trainerduo an der Bande. Kinnunen kennt den Verein bereits bestens. Ab 2010 bestritt der heute 38-jährige Finne drei Saisons für den HCR und fungierte auch als ein inoffizieller spielender Assistenztrainer. Dass er in dieser Zeit – und Koskelainen bis zur letzten Saison – mit einigen der aktuellen Spieler noch gespielt hatte, erachtet er keinesfalls als Nachteil, eher als Trumpf in seinen Händen.

Nach einem kurzen Abstecher nach Schweden kehrte Kinnunen in seine Heimat zurück, machte dort die höchste finnische Trainerausbildung, trainierte zuletzt ein Team der dritthöchsten Division und führte diverse Talentcamps durch. Nicht zuletzt seine und auch Koskelainens Vorliebe für die Förderung von Talenten hat die HCR-Sportkommission bewogen, das Duo zu verpflichten. Schliesslich strebt sie eine vertiefte Zusammenarbeit und grös­sere Durchlässigkeit von der hauseigenen Talentschmiede zum Fanionteam an.

Aktiver werden

Was aber ist von diesem erneuerten HCR zu erwarten? Kinnunen will auf Bewährtem aufbauen, sprich auf der gut organisierten Defensive. Gleichzeitig beabsichtigt er, sukzessive und geduldig eine aktivere Spielweise einzuführen. Gerade auch dabei dürfte ihm der als gewiefter Taktiker bekannte Koskelainen eine grosse Hilfe sein. Kinnunen ist sich freilich bewusst, dass die Transformation ein langer Prozess, einer mit Rückschlägen, sein wird.

Kinnunen äussert sich dar­um auch zurückhaltend, wenn es um die Rangierung 2018/19 geht: «Hin­ter dem mutmasslichen Spitzentrio GC, Wiler und Köniz ist vieles möglich. Eine Prognose ab Rang 4 fällt sehr schwer. Es ist aber ein durchaus realistisches Vorhaben, wenn wir wieder in die Playoffs wollen.» Dieses Ziel könnte schwierig genug zu erreichen sein, denn während der HCR eher eine Spur schwächer einzustufen ist als im Vorjahr, haben­ sich Widersacher wie Zug, Uster und Kloten verstärkt. Aus­ser­dem gibt es keinen Aufsteiger in der Liga.

Die Einheimischen im Fokus

Während sich die drei Verfolger in Schwedens Topliga umgeschaut haben, will der HCR den Schweizern mehr Einfluss geben. So hat das Trainerduo ein fünfköpfiges Spielergremium um Cap­tain Nils Conrad installiert, das sich alle zwei Wochen zum aktuellen Stand und zum weiteren Vorgehen einbringen kann. Ein Hauch von Demokratie also. Die Spieler scheinen das Mehr an Verantwortung auch zu suchen und (diesmal) dafür bereit zu sein: «Bislang bin ich mit den Leistungen und der Intensität in den Trainings zufrieden», freut sich Kinnunen, dessen oberste Maximen harte Arbeit und Ehrlichkeit sind.

Ein Problem der jüngeren Ver­gan­genheit sollte er so oder so nicht mehr haben: das der fehlenden Grundschnelligkeit der Stürmer. Insbesondere Center Nico Gröbli und Tommi Tilus, aber auch ein Teil der Nachwuchsleute sollten entschieden mehr Tempo garantieren und so ein erfolgreiches Pressing ermöglichen. Dazu kommt mit dem variabel als Verteidiger oder Center einsetzbaren Saarnio ein Spieler, der in der Vorbereitung bewiesen hat, dass er schlau, erfahren, stets mit Hingabe dabei und eine Führungskraft ist. An seiner Seite ver­teidigte in den Testspielen Toro­painen, von dem Kinnunen schwärmt: «Er ist sowohl technisch als auch taktisch stark. Ein kompletter Spieler auf finnischem Nationalteam-Niveau.» Und Finnland ist immerhin der Weltmeister. (Der Landbote)

Erstellt: 07.09.2018, 09:39 Uhr

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