Sport-Ehrung

Die Geschichte hinter der Wahl

Zum ersten Mal wurde ein Teammitglied zur «Winterthurer Sportlerin des Jahres» ausgezeichnet: Die Basketballerin Cinzia Tomezzoli gewann an der Sport-Ehrung im Casinotheater die Publikumswahl.

Die Entscheidung ist gefallen: Cinzia Tomezzoli erhält von Felix Muff (Sportstiftung Winterthur) den Siegercheck.

Die Entscheidung ist gefallen: Cinzia Tomezzoli erhält von Felix Muff (Sportstiftung Winterthur) den Siegercheck. Bild: Madeleine Schoder

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Ihre Geschichte ist seit den Schweizer Sports Awards von letzten Dezember landesweit bekannt: Cinzia Tomezzoli, talentierte Basketballerin, wurde 2009 von einem Auto angefahren und verlor drei Zehen. Sie gab nicht auf, schloss sich zwei Jahre später dem Basketballclub Winterthur, damals noch ein Zweitligist, an, stieg mit ihm in die NLA auf, erhielt Aufgebote fürs Nationalteam – und war als Captain der Matchwinner beim Winterthurer Triumph im Schweizer Cupfinal 2017.

Sie versenkte ganz am Schluss jene Freiwürfe, die den Pokal einbrachten. Im gleichen Jahr eroberte der BCW zudem den Schweizer Supercup.

Der gleiche SRF-Film, der an jenen Sports Awards gezeigt wurde, war auch gestern Abend an der Winterthurer Sport-Ehrung zu sehen. Er verfehlte seine Wirkung offensichtlich nicht. Dies und ihre starken, erfolgreichen Auftritte auf dem Basketballfeld führten dazu, dass Cinzia Tomezzoli vom Publikum im Saal zur gewiss verdienten Winterthurer Sportlerin des Jahres 2017 erkoren wurde.

«Vor so viel Publikum und ohne mein Team – das ist nicht so meine Sache»Cinzia Tomezzoli,
Winterthurs Sportlerin des Jahres

Gegen Schluss hin, als sie auf der Bühne aufs Wahlresultat wartete, sei sie schon etwas unruhig geworden, meinte die 29-jährige Zürcherin. «Vor so viel Publikum und ohne mein Team – das ist nicht so meine Sache», sagte Cinzia Tomezzoli, die sich sehr über ihre Auszeichnung freute. «Ich hoffe, dass Basketball durch meine Geschichte und unsere Erfolge auch in der Deutschschweiz populärer wird.»

Cup und Supercup sollen noch nicht das Ende sein: Die BCW-Frauen peilen den Meistertitel an. Ebenso wenig bedeutete der Wahlsieg das Ende des gestrigen Abends: Der Teamcaptain und ihre Mitspielerinnen zogen die Feierlichkeiten weiter. «Aber nicht zu lange. Schliesslich müssen wir am Freitag wieder zur Arbeit», lächelte die Finanzbuchhalterin.

Der Moment der Entscheidung: Tomezzoli ist die beste Sportlerin Winterthurs.

Cinzia Tomezzoli war die einzige des hochkarätigen Kandidatentrios, die im Casinotheater anwesend war. Die anderen Beiden fehlten aus guten Gründen: Olympia-Snowboardcrosser Kalle Koblet bestreitet heute Freitag in La Molina (Spanien) die Qualifikation zum Weltcuprennen vom Samstag und BMX-Pilot Cédric Butti hält sich in Florida auf, wo Trainings und Rennen auf dem Programm standen.

Beide hatten sich eine Nomination durch ihre Leistungen mehr als verdient: Der Gotzenwiler Koblet wurde vor einem Jahr Junioren-Weltmeister und der Herderner Butti (Powerbike Winterthur) schaffte 2017 gleich das Triple: Weltmeister, Europameister und Schweizer Meister in der höchsten Nachwuchsklasse.

Zweimal 47

Die Publikumswahl war der abschliessende Höhepunkt einer einmal mehr geglückten Sport-Ehrung des Panathlon-Clubs und des Stadtrats, die erneut unterhaltsam von Bernard Thurnheer und Stefan Nägeli moderiert wurde.

278 Sportlerinnen und Sportler, die in Winterthurer wohnen oder einem hiesigen Klub angehören, erhielten für ihre Podestplätze von 2017 eine Auszeichnung. Diese Rekordzahl ist nicht zuletzt den Winterthur Warriors zu verdanken, die gleich je 47 Footballer und 47 Cheerleader stellten...

Wieder war die ganze Bandbreite des Winterthurer Sports zu sehen: Von Rock’n’Roll-Tänzern, über Handballer, Sportakrobatik-Gruppen, Kunstradfahrerinnen, Schützen und vielen Leichtathleten bis hin zu den meisterlichen Schachspielern, die gleich ihren Pokal mit auf die Bühne brachten.

(Der Landbote)

Erstellt: 01.03.2018, 22:51 Uhr

Sport-Ehrung

Die Sportförderin Anna Grossi Bruno

Mit ihrer italienischen, fröhlichen Art betrat Anna Grossi Bruno die Bühne des Casino­theaters: Sie erhielt die Auszeichnung als Winterthurer Sportförderin. Die Mutter von Zwillingen wurde für ihre Arbeit als Schneesportleiterin geehrt. Als 6-Jährige trat sie dem Verein Gruppo Alpinistico Italiano Winterthur (GAIW) bei, seit 2005 ist sie dessen Vizepräsidentin. Der Verein habe italienische Wurzeln, die Gründer stammen aus den Dolomiten, sagt sie. «Die italienische Mentalität ist nach wie vor spürbar.» Mit ihrem Schneesportprogramm ermöglicht der Verein Erwachsenen und Kindern, die mit dem Geld sorgsam umgehen müssen, den Zugang zum Skifahren und Snowboarden. Unzählige Anlässe rund um den Schneesport stellt die 48-Jährige jährlich auf die Beine, in etwa 300 Arbeitsstunden pro Winter. Unter anderem die acht Schneesporttage auf dem Stoos und in Elm, wo dieses Jahr 172 Schneesportbegeisterte aus elf Herkunftsländern teilgenommen haben. Auf die Frage, ob sie als Italienerin nicht lieber den Strand gehabt hätte, anstelle von Schnee und Kälte, antwortete sie lächelnd: «Jetzt nicht mehr, als Kind habe ich allerdings Tränen auf der Piste vergossen.» flm

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