Faustball

Die Schweizer gehen leer aus

Vor gut 5800 Zuschauern auf der Schützenwiese unterliegt die Schweiz im Bronzespiel Brasilien 0:4 und schliesst die WM damit auf dem enttäuschenden 4. Rang ab.

Die Schweizer kassieren im Bronzespiel gegen Brasilien eine bittere 0:4-Niederlage.

Die Schweizer kassieren im Bronzespiel gegen Brasilien eine bittere 0:4-Niederlage. Bild: Fabio Baranzini

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Viermal hatten die Schweiz und Brasilien bisher in einem kleinen Final gegeneinander gespielt, viermal gewannen die Brasilianer. Zudem haben sie, als zweifache Weltmeister, insgesamt schon elf WM-Medaillen erobert. Die Schweizer im Vergleich dazu erst deren drei (zweimal Silber, einmal Bronze). Die Geschichte also sprach für die Brasilianer. Die direkte Ausgangslage vor dem gestrigen Treffen jedoch war offen und ausgeglichen: Brasilien hatte kurz vor der WM ein Testspiel gegen die Schweiz 3:1 gewonnen, die Schweizer wiederum hatten das Gruppenspiel an der WM 3:1 für sich entschieden.

Was die Aufstellung anging, schenkte Nationaltrainer Oliver Lang denselben fünf Spielern das Vertrauen wie tags zuvor bei der Halbfinalniederlage gegen Deutschland: Raphael Schlattinger und Jan Meier im Angriff, Mario Kohler am Zuspiel sowie Martin Dünner und Malik Müller in der Abwehr. Die Anfangsphase war ausgeglichen, wobei sich die Brasilianer leichte Vorteile erspielen konnten, je länger der Satz dauerte. 11:8 ging dieser Durchgang an die Südamerikaner.

Im zweiten Satz schalteten die Schweizer einen Gang höher und konnten früh in Führung gehen. Zwischenzeitlich lagen sie gar 9:7 in Front und standen kurz vor dem Satzausgleich. Doch nach dem Timeout der Brasilianer gingen vier Punkte in Folge an den Gegner. Damit war auch Satz 2 weg. Dasselbe Bild im dritten Satz: Die Schweizer legten vor (5:3), aber verloren den Durchgang 8:11. «Vom Service über den ersten Ball, der zu oft unruhig war, bis hin zum Zuspiel, das zu ungenau war, und dem Abschluss, der mal top und mal flop war, hat es auf keiner Position so wirklich gepasst. Und so reicht es auf Topniveau halt einfach nicht», meinte Captain Ueli Rebsamen.

Leistung nicht gebracht

Im vierten Satz gerieten die Schweizer früh ins Hintertreffen. Sie steckten den Kopf nicht in den Sand, sondern kämpften sich nach einem 4:7-Rückstand wieder auf 7:7 heran. Doch auch dieser Zwischenspurt änderte nichts. Die Schweizer verloren ihren letzten Satz an dieser WM 9:11. Damit verpassen sie ihre hochgesteckten Ziele vor Heimpublikum. Der Titel war angestrebt worden, eine Medaille hätte es mindestens sein sollen. Verständlicherweise war die Enttäuschung im Schweizer Lager riesig.

«Leider haben wir unsere Leistung an dieser WM nie auf den Platz gebracht. Auch heute war Brasilien keinesfalls übermächtig, aber wir haben es selber vergeigt. Und da schliesse ich mich selbstverständlich mit ein. Auch wir haben im Coaching Fehler gemacht», gab sich Nationaltrainer Oliver Lang selbstkritisch. «Dass wir nicht abliefern konnten, ist besonders bitter, weil wir hier in Winterthur eine gigantische WM erlebt haben. So etwas hat es im Faustballsport, glaube ich, noch nie gegeben. Das war schlicht sensationell.»

Deutschland wieder Weltmeister

Den anschliessenden WM-Final gewannen die Deutschen 4:0 gegen Österreich und machten sich so zum zwölften Mal zum Weltmeister. Es war zudem der dritte WM-Titel in Serie. Sie waren die klar beste Mannschaft auf der Schützenwiese.

Erstellt: 17.08.2019, 21:22 Uhr

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