Beachvolleyball

Ein vielversprechender Auftakt

Fabio Berta hat an der SM in Bern den Einzug ins Hauptfeld geschafft. Im auf diese Saison hin neu-formierten Duo mit Raphael Licka peilt der Winterthurer Blockspezialist nun auf dem Bundesplatz das Podest an.

Kompaktes Duo: Der Winterthurer Blockspieler Fabio Berta (rechts) und der Joner Abwehrer Raphael Licka.

Kompaktes Duo: Der Winterthurer Blockspieler Fabio Berta (rechts) und der Joner Abwehrer Raphael Licka. Bild: Sibylle Meier

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«Ich bin schon oft genug Vierter geworden, darum wäre ein Podestplatz wirklich schön», sagte Fabio Berta nach dem 2:1-Sieg in der gestrigen Qualifikations-Partie über Nathan Broch / Timon Gysin. «Jetzt ist alles möglich», schätzte der 30-Jährige. Der Software-Entwickler einer Internet-Start-up-Firma fügte präzisierend an: «Gegen die Nationalteams Adrian Heidrich /Mirco Gerson und Nico Bee­ler /Marco Krattiger zu bestehen, wird sehr schwierig, sie haben sich dieses Jahr von der Schweizer Konkurrenz abgesetzt. Aber dahinter ist alles offen.»

Tatsächlich zogen Berta/Licka in ihrem ersten Hauptrundenspiel gestern Abend gegen Heidrich/Gerson den Kürzeren. Doch sie knüpften den topgesetzten Nationalspielern beim 1:2 einen Satz ab und führten im Entscheidungssatz zuerst 5:2. «Schade, heute wären sie zu packen gewe­sen», kommentierte Berta, «aber am Ende haben wir zu oft in ihren Block geschlagen.» Dennoch nährte der Start ins Turnier seine Zuversicht.

«Ich will einfach gewinnen»

Der Winterthurer Blockspezialist weiss die Lage genau einzuschätzen, gehört er doch schon seit mehr als einem halben Jahrzehnt der nationalen Spitze an. 2014 setzte er gar ganz auf die Karte Beachvolleyball und trainierte am Nationalen Leistungszentrum in Bern, bis er am Ende des Jahres einer Kaderreduktion zum Opfer fiel. Groll, der aus dieser Zeit herrühre, verspüre er keinesfalls. «Auch deswegen geht es mir nicht etwa dar­um, mich auf dem Feld mit den Nati-Duos zu messen oder sie zu ärgern», betont er, «mir ist es relativ egal, gegen wen wir spielen. Ich will einfach gewinnen.» Dabei habe er niemandem etwas zu beweisen und betreibe seinen Sport heutzutage nur noch zum Plausch.

«Aber es macht natürlich mehr Spass, auf hohem Niveau zu spielen und etwas zu erreichen.» In den Turnieren der zweit- und dritt­höchsten Schweizer Serien A2 und A3 bedeute das, stets ein Wörtchen um den Sieg mitzureden. An A1-Turnieren könne hingegen auch ein 5. Platz wertvoll sein – je nachdem, ob alle Nationalspieler und noch dazu hochkarätige ausländische Gäste mit von der Partie sind. Solange er auf diesem Niveau mithalten kann, wolle er weiterhin Beachvolleyball spielen, kündigt Berta an. Auf Hallenvolleyball verzichtet er voraussichtlich auch in der kommenden Saison, um Körper und Geist eine Pause zu gönnen.

Im auf diese Saison hin neuformierten Duo mit Raphael Licka ist der Ex-Internationale der Leader. Zumindest sieht dies der fünf Jahre jüngere Abwehrspezialist so: «Fabio hat viel mehr Erfahrung und spielt schon viel länger auf Topniveau.» Im Verbund mit Berta, der aufgrund einer Verletzung seines bisherigen Beach-Partners Luca Müller kurz vor dem Beach-Saisonbeginn im Frühjahr plötzlich alleine dastand, hat der Joner eine neue Leistungsstufe erreicht.

Das Zusammenspiel im Duo habe sich im Laufe der Saison stetig verbessert, erklären beide unisono. Dabei waren die Rollen auf dem Feld zwischen dem 1,95 m grossgewachsenen Berta und dem 1,80 m grossen Licka von vornherein klar verteilt. Der Rest ergab sich durch gemeinsames Training und Matchpraxis.

Zukunft noch offen

Mit ihrem bisherigen Abschneiden sind die Achtplatzierten in der Schweizer Rangliste der bestehenden Teams dennoch nicht so richtig zufrieden. «Unsere Saison ist durchzogen, am Anfang waren die Ergebnisse wirklich gut», meint Fabio Berta. Tatsächlich feierte das Duo in der Phase vor der dreiwöchigen Turnierpause im Juli seinen bisher einzigen Turniersieg, landete in anderen Turnieren der Stufe A3 mit einer Ausnahme stets auf dem Podest und verpasste dieses an den A1-Turnieren zweimal knapp. Im August dagegen blieben die gemeinsamen Erfolge rar gesät. «Wir haben gegen Teams verloren, die wir normalerweise schlagen müssten», sagt Berta, «im Moment haben wir zu viele Schwankungen im Spiel, die Konstanz fehlt.»

Fänden Berta/Licka ausgerechnet am Saisonfinal in Bern zur Kontinuität, so könnten sie ihre eigentlichen Qualitäten im Kampf um einen Podestplatz voll ausspielen. «Wir sind beide sehr komplette Spieler, es gibt darum nicht den einen Bereich, in dem wir Probleme hätten, alles ist auf einem anständigen Niveau», meint Licka. Ob sie auch 2019 zu­sam­menspannen, wollen er und Fabio Berta nach dem Saison­ende entscheiden. (Der Landbote)

Erstellt: 05.09.2018, 22:45 Uhr

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