Faustball

Goldmission auf der Schützenwiese

An der WM auf der Schützenwiese wollen die Schweizer den grossen Coup landen und zum ersten Mal Weltmeister werden. Der Topfavorit aber bleibt Seriensieger Deutschland.

Vorfreude auf die WM in Winterthur verspüren OK-Chef Toni Meier, Captain Ueli Rebsamen, das Maskottchen (getragen von Adéla Lang) und Nationaltrainer Oliver Lang.

Vorfreude auf die WM in Winterthur verspüren OK-Chef Toni Meier, Captain Ueli Rebsamen, das Maskottchen (getragen von Adéla Lang) und Nationaltrainer Oliver Lang. Bild: Valentin Weber

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Die Bierkurve rückt in den Schatten der Sponsorentribüne, der Hauptplatz ist in zwei Spielfelder unterteilt, ebenso der Rasen hinter der Haupttribüne, FunCourt, Kinderhort, Beach Bar, Milchbar und manches mehr sind entstanden. Auf der Schützenwiese ist in diesen Tagen nichts, wie es mal war.

11 000 Tickets für die Faustball-WM, die morgen Sonntag beginnt und am 17. August mit dem Final ausklingt, wurden bereits abgesetzt. Der Center Court hat Platz für 7500 Personen. OK-Chef Toni Meier hofft, dass der Verlauf der Titelkämpfe insgesamt 15 000 bis 20 000 Zuschauer anlockt. «Das wäre toll und ist nicht unmöglich», meint er. Und würde entscheidend mithelfen, das 1,3 Millionen Franken grosse Budget positiv abzuschliessen.

Die WM-Arena mit all ihren Bauten wird bereit sein. «Wir haben einen halben Tag Vorsprung», konnte Toni Meier am Freitagmorgen vermelden. Am Sonntag um 16.00 Uhr steigt die Eröffnungsfeier. 45 Minuten später tritt die Schweiz zu ihrem ersten Match an, gegen Chile.

«Können Weltmeister werden»

Wie viel Publikum noch kommen wird, hängt auch vom Abschneiden der Schweizer ab. Diese treten auf der Schützenwiese an, um erstmals Weltmeister zu werden. Oder wie es Oliver Lang, der Nationaltrainer aus Elgg, zielgerichtet umschreibt: «Wir wollen uns gegenüber der letzten WM um einen Rang verbessern.» Damals, vor vier Jahren in Argentinien, hatten sie den 2. Platz belegt... Bezwungen wurden sie von den Deutschen, die bisher an elf von 14 Weltmeisterschaften Gold erobert haben. Auch in Winterthur wird der Weg zum Titel über sie führen. «Es ist halt einfach so», erklärt Lang, «dass wir mit Deutschland einen grossen Favoriten haben. Das ist die Realität unseres Sports.»

Auf 50 Prozent berechnet er die Titelchancen der Deutschen. Total 40 Prozent würden sich die Österreich, Brasilien und die Schweiz teilen. Der Rest entfalle auf Chile, Argentinien und Italien, auf das Aussenseitertrio hinter «den grossen Vier». Gemäss seiner Rechnung würden die Titelchancen der Schweizer bei zirka 13 Prozent liegen. «Mit einer solchen Quote», betont Lang, «kann man Weltmeister werden.»

An den letzten sieben grossen internationalen Turnieren standen die Schweizer stets im Final, 2014 reichte es zum EM-Titel. Sie sind aktuell Zweite der Weltmeisterschaft, der Europameisterschaft und der World Games. Nach den Silbermedaillen 1995 und 2015 sowie Bronze 1982 soll nun, an der 15. WM, endlich der ganz grosse Wurf gelingen.

«Wir spüren Euphorie im Schweizer Faustball», bemerkt Nationaltrainer Oliver Lang. «Mit dem Publikum im Rücken, ist es in Winterthur möglich, dass wir im Final stehen und um den Titel spielen werden.» WM-Gold auf der Schützenwiese ist die Mission, der sich die Schweizer Faustballer verschrieben haben.

Auch wenn am Dienstag das letzte Testpiel 1:3 gegen Brasilien verloren ging, steigen sie zuversichtlich in ihre Heim-WM. «Wir haben die stärksten zehn Spieler im Team, was in den letzten paar Jahren nie der Fall war», sagt Lang. «Dem Team gehts grundsätzlich gut und jene Spieler, die während der Saison verletzt gefehlt haben, sind mit einer Punktlandung bereit für die WM.» Der letzte Genesene ist der Elgger Ueli Rebsamen, der Captain des Nationalteams, der am Dienstag sein Comeback gab, im WM-Logo verewigt ist und dank seines Vornamens gewissermassen das Vorbild fürs WM-Maskottchen (eine Eule) war. «Er ist fit genug für die WM», erklärt Lang. Ueli Rebsamen selbst freut sich auf die Spiele auf dem «sehr angenehmen Rasen» der Schützenwiese. Nicht nur auf dem Feld ist er aktiv: Am Mittwoch half der Captain beim Aufbau des Biergarterns mit...

Noch nie so viele WM-Teams

18 Mannschaften aus fünf Kontinenten umfasst das WM-Rekordfeld. Neuseeland, Belgien, Polen und die Niederlande sind zum ersten Mal an Weltmeisterschaften am Start. Ursprünglich waren nur 16 Teams vorgesehen. Aber weil sich 18 interessiert hatten, wurde das Feld vergrössert und ein komplexer Spielplan mit Zwischenrunden erstellt, der vor den Viertelfinals auch Niederlagen verzeiht.

«Allen, die den Spielplan nicht verstehen, kann ich erklären: Wer alles gewinnt, der ist am Schluss Weltmeister. Wie an jedem Turnier», lächelt Lang. Im Idealfall trifft es seine Mannschaft.

Erstellt: 09.08.2019, 16:40 Uhr

Infobox

Faustball-WM in Winterthur

Vorrunde. Gruppe A: Deutschland, Österreich, Argentinien und Italien. – Gruppe B: Schweiz, Brasilien, Chile und USA. – Gruppe C: Tschechien, Serbien, Belgien, Neuseeland und Polen. – Gruppe D: Namibia, Australien, Dänemark, Japan und Holland.


Spielplan. Gruppenphase. Sonntag, 16.45 Uhr: Schweiz – Chile. – Montag, 20.15: Schweiz – USA. – Dienstag, 20.15: Schweiz – Brasilien. – Mittwoch, Donnerstag und Freitag: Double-Eliminations-Partien und President’s Cup (der schwächeren Teams). – Donnerstag, ab 16.30: Viertelfinals. – Freitag, ab 18.30: Halbfinals. – Samstag: Platzierungsspiele (ab 12.00), Spiel um Platz 3 (16.00) und Final (18.00).

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Blogs

Michèle & Friends Midlife-Crisis? Nehm ich!

Von Kopf bis Fuss Diese Frau erinnert sich an alles