Snowboard

Immer wieder geschah «etwas Dummes»

Kalle Koblet hat seine erste komplette Weltcupsaison hinter sich, die von zwei Weltmeisterschaften geprägt war: Bei den Junioren holte der Winterthurer Gold; bei der Elite stürzte er.

Der Winterthurer Kalle Koblet (links) kann im Weltcup tempomässig besser mithalten – was nicht immer ein Vorteil ist.

Der Winterthurer Kalle Koblet (links) kann im Weltcup tempomässig besser mithalten – was nicht immer ein Vorteil ist. Bild: Keystone

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Er sei froh, «dass die Saison jetzt fertig ist». Die letzten paar Wochen hatten es in sich. Am 12. März an der Snowboardcross-WM in der Sierra Nevada stürzte Kalle Koblet unverschuldet im Achtelfinal und schlug mit dem Gesicht auf dem Schnee auf. Trotz leichter Hirnerschütterung liess er sich eine Woche ­später den Start an den SM in der Lenk nicht nehmen.

«Ich habe mich langsam herangetastet», blickt der 19-Jäh­rige zurück. Bei zwei stressfreien ­Tagen auf Berner Schnee tankte er wieder Selbstvertrauen, wurde anschliessend Meisterschaftsvierter und reiste weiter nach Veysonnaz, an die letzte Weltcupstation. In Training und Quali­fikation fuhr er dort verhalten. Im Einzel kam er zwar nicht über Platz 37, sein schlechtestes Resul­tat des Winters, hin­aus. Aber tags darauf im Team­ren­nen konnte er, zusammen mit Tim Watter, zum ersten Mal drei Weltcupläufe absolvieren; das Schweizer Duo belegte Platz 7. Koblet bereut nicht, auch den Saisonabschluss bestritten zu haben: «Für das Gefühl auf die nächste Saison war das schon gut. Sonst hätte ich den Sturz immer mitgeschleppt.»

Mehr Speed als Nachteil

Sein Highlight war Mitte Feb­ruar die Goldmedaille an der Junioren-WM in Tschechien. «Das war natürlich schon cool», bemerkt Koblet. Die Weltcupsaison sei «nicht schlecht» gewesen. «Aber nicht so gut wie letztes Jahr.» Nur einmal konnte er zu einem zweiten Lauf antreten: Anfang Februar in Bansko, als der 18. Platz herausschaute. In der Saison davor war er dreimal unter die Top 18 gefahren.

Der Seemer meint, den Grund zu kennen: «Mein Speed war jetzt besser», erklärt er. «In der letzten Saison fuhr ich im hinteren Teil des Feldes und konnte von Fehlern der vorderen Fahrer profi­tieren. Diesmal war ich schneller und befand mich deshalb mitten unter den Leuten und genau dort, wo etwas passierte. Ich war zu schnell, um wie früher hinten zu sein, und zu langsam, um vorne wegfahren zu können.» Nur im ersten Weltcuprennen im Monta­fon schied er ohne fremde Berührung aus. «Ansonsten ist eigentlich in jedem Lauf etwas Dummes geschehen.»

Koblet fuhr auch um die Olympischen Spiele 2018 in Pyeongchang. Für die B-Limite war je ein Top-20-Resultat in diesem sowie im nächsten Winter gefordert. Der 18. Platz in Bulgarien zählt schon mal. Vor Ende der Olympiaqualifikation bieten sich in der kommenden Saison weitere Gelegenheiten. «Es sind relativ viele Rennen angesagt», beschreibt Koblet. «Wobei es bei uns immer wieder Absagen gibt …»

Kurze Pause

Bereits im September in Argentinien wird zum Weltcup gestartet. Für Koblet so früh wie noch nie. Das verändert auch den Aufbau. Statt wie üblich im August trainieren die Boardercrosser schon im Mai wieder auf Schnee, meistens in Zermatt. Dadurch bleibt nur ein Monat Pause. «Vielleicht gehe ich mal kurz weg», sagt ­Koblet zu seinen Ferienplänen.

Ansonsten steht anderes an: Die Lehrabschlussprüfung im KV rückt näher. «In diesem Semester war ich nie in der Schule und habe nur die Prüfungen geschrieben.» Immerhin müsse er «nur noch Deutsch und das Betrieb­liche abschliessen». Der zweite Fixpunkt ausserhalb der Boardercross-Piste bahnt sich im Juni an: Wenn alles klappt, wird Kalle Koblet die Spitzensport-RS absolvieren. ()

Erstellt: 30.03.2017, 16:10 Uhr

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