Unihockey

Schneller und unberechenbarer

Die Red Ants steigen am Samstag in Frauenfeld mit einer intakten Basis und attraktiven Zuzügen in die neue NLA-Saison. Gelingt der Vorstoss in die vordere Tabellenhälfte?

Margrit Scheidegger ist zurück bei den Red Ants.

Margrit Scheidegger ist zurück bei den Red Ants. Bild: Damian Keller

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Vor der letzten Saison waren die Red Ants eine Grossbaustelle. Mit einem sehr schmalen Kader und einem dritten Block, der im Schnitt keine 18 Jahre jung war, stellte sich gezwungenermassen die Frage nach der Konkurrenzfähigkeit. Mit passenden Transfers wurde das Team im Verlauf des Winters so weit verstärkt, dass die Winterthurerinnen letztlich die zweite Tabellenhälfte anführten und im Playoff sogar den späteren Meister Kloten-Dietlikon Jets in eine Zusatzschlaufe zwangen. Auf dieser Basis kann nun aufgebaut werden, diesen Drive gilt es mitzunehmen.

Mit Annika Dierks und Jasmin Krähenbühl (bis Dezember zwecks Studium in Schweden) gingen zwei Stammkräfte verloren. Diese wurden schon früh mit Rückkehrerin Patrizia Leone und Sturmtalent Carola Kuhn von Ligakonkurrent Frauenfeld ersetzt. Ausser Plan war nur der Abgang der Verteidigerin Luzia Kessler zu den Jets – und die Rückkehr der beiden Internationalen Margrit Scheidegger (29) und Géraldine Rossier (31) aus Chur. Cheftrainer Lukas Eggli freut sich über den Transfer. «Die Last wird so auf mehr Schultern verteilt, der Konkurrenzkampf ist intensiver – und die beiden teilen ihre grosse Erfahrung mit den jungen Spielerinnen», lobt er die Einstellung der Routiniers.

Nicht verstecken

Die Jungfraktion, die letzte Saison mit Alexandra Frick, Jael Koller und Marjut Mäkelä nur von drei älteren Spielerinnen geführt wurde, tut gut daran, sich auch jetzt nicht zu verstecken und weiter Verantwortung zu übernehmen. Stürmerinnen wie Nicole Mattle, Vivien Kühne oder Sina Krausz müssen den nächsten Schritt machen, um den noch jüngeren Kräften wie Linn Larsson (16) oder Melea Brunner (18) den Rücken freizuhalten.

«Bis jetzt hat sich niemand versteckt», zieht Eggli nach dem Sommer zufrieden Bilanz. Auch Sportchefin Irène Tschümperlin ist vom Stand der Dinge angetan: «Es wurde intensiver trainiert als letzte Saison, wir sind variabler und schneller als bisher – auch das gewonnene Selbstvertrauen ist mitgenommen worden.»

Personell wird die Vorfreude auf die Saison derzeit nur durch Verletzungen getrübt. Sindy Rüegger riss sich im Juni im Nationalteam das Kreuzband und dürfte frühestens im Januar wieder auf dem Platz stehen. Torhüterin Nicole Heer verletzte sich beim Klettern, sollte aber bald wieder einsatzfähig sein. Ungewiss bleibt die Situation Carola Kuhns, die schon in Frauenfeld mit langwierigen Knieproblemen zu kämpfen hatte. Die Torgefährlichkeit der 19-Jährigen würde den Red Ants helfen, die letzte Saison nur drei Treffer pro Partie erzielten.

Grosse Lücke zu schliessen

Mit den Zuzügen Scheideggers und Rossiers stehen in der Offensive neue Waffen zur Verfügung. Eggli will von seiner Truppe mehr Tempo und schnellere Entscheidungen sehen – und die Einstellung, dass jeder Gegner geschlagen werden kann. Ob das schon reicht, um die Lücke zu den Titelfavoriten Jets und Piranha sowie die drei Berner Teams dahinter zu schliessen?

Zumindest aber ist die vor der letzten Spielzeit gestellte Frage, ob es fürs Playoff reicht, eindeutig vom Tisch. Und wenn die Red Ants ab Januar mit Rüegger, Kuhn und Krähenbühl auflaufen können, werden sie im Playoff für alle Gegnerinnen unberechenbar sein. Der Anspruch muss auch jetzt schon lauten, aus dem Startprogramm gegen Frauenfeld, Aufsteiger Mendrisiotto und Zug das Punktemaximum einzufahren, bevor dann mit Piranha der erste Härtetest wartet.

Erstellt: 11.09.2019, 22:09 Uhr

Infobox

Red Ants, Kader 2019/20

Tor: Livia Angehrn, Nicole Heer.

Abwehr: Jessica Smeds, Jael Koller, Alexandra Frick, Selina Tanner, Tabitha Koller, Marjut Mäkelä (FIN), Vanessa Schmuki.

Sturm: Melea Brunner, Brigitte Büchi, Margrit Scheidegger, Sindy Rüegger, Nicole Mattle, Patrizia Leone, Vivien Kühne, Carola Kuhn, Esther Jeyabalasingan, Linn Larsson, Géraldine Rossier, Sina Krausz.

Zuzüge: Rossier, Scheidegger (beide Piranha Chur), Kuhn, Leone (beide Red Lions Frauenfeld), Schmuki, Smeds, Larsson, Büchi (alle Nachwuchs).

Abgänge: Annika Dierks (Wizards), Luzia Kessler (Jets), Jasmin Krähenbühl (Sirius, SWE, bis Ende Dezember), Stefanie Meister, Sarina Merz (beide Red Lions Frauenfeld), Julia Dos Santos (Rücktritt).

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