Taekwondo

Schnells schneller Aufstieg

Die 18-jährige Tösstalerin Andrea Schnell gehört in der Schweiz zu den Top 3 im Taekwondo. Ihr Fernziel sind die Olympischen Sommerspiele 2020 in Tokio.

Eine gute Technik, Intelligenz und eine gesunde Aggressivität zeichnen Andrea Schnell aus.

Eine gute Technik, Intelligenz und eine gesunde Aggressivität zeichnen Andrea Schnell aus. Bild: Nathalie Guinand

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Andrea Schnell ist ein Bewegungsmensch. Praktiziert hat sie schon einiges: Beispielsweise Mädchenriege, Kunstturnen, Eiskunstlaufen, Klettern und Kajak. Geblieben ist sie beim Taekwondo. Den Impuls hatte damals, 2009, ihre Mutter gegeben. «Weil ich so schüchtern war», schaut Andrea Schnell zurück. So beschnupperte sie die koreanische Kampfsportart in einer Probelektion im Rahmen des Ferienprogramms der Schule und war auf Anhieb fasziniert.

Seither hat sich Andrea Schnell in ihrer Persönlichkeit stark verändert. «Ich bin viel offener geworden und habe mehr Selbstvertrauen.» Sie sei nicht «von Natur aus» aggressiv, der Anreiz war vielmehr die Art, sich zu bewegen. Taekwondo, eine koreanische Kunst der Selbstverteidigung, hat in der Schweiz einen noch geringen Stellenwert, der jedoch gestiegen ist, seit die Sportart olympisch ist (2000).

Erste Medaille im Visier

In den acht Jahren, in denen die in Saland aufgewachsene und in Zell wohnhafte Andrea Schnell Taekwondo betreibt, hat sie sich zu den Besten ihres Fachs entwickelt. Sie gehört in ihrer Altersklasse zu den Top 3 der Schweiz. Aktuell ist sie die Nummer 2 des Landes. Entsprechend finden sich in ihrem Palmarès sehr viele Podestplätze. Als grössten Erfolg bezeichnet die Gymnasiastin – sie besucht das Sportgymnasium Rämibühl in Zürich – den fünften Rang an der Junioren-WM in Kanada im vergangenen Jahr.

In diesem Stil soll es für Schnell weitergehen. Im April findet in Bulgarien die U21-EM statt. Dort ist ein Podestplatz das Ziel. «Es wäre die erste Medaille an einem grossen Turnier», sagt Schnell.

Ein Thema könnte auch die ­Senioren-WM im Juni in Korea sein, wobei noch nicht klar ist, ob sie daran teilnehmen kann. Wenn, dann wäre auch dort eine Medaille die Zielsetzung. Allerdings ist bei «den Grossen» die Einordnung schwierig. Schnell hat erst ein Turnier auf Seniorenstufe bestritten, wo sie sich in der 1. Runde von der Nummer 1 geschlagen geben musste. Sie werde sich bei den Senioren etablieren müssen, sagt ihr Trainer Noël Kurzen (Rämismühle-Zell). Im ersten Jahr werde sie oft auf starke Gegnerinnen treffen. Erst danach könne man sehen, wo Schnell wirklich steht.

Gute Tage, schlechte Tage

Das Fernziel von Andrea Schnell sind die Olympischen Spiele 2020 in Tokio. Dass es bis dahin noch ein weiter Weg ist, ist sie sich bewusst. Allerdings bringt sie viele Eigenschaften mit, die sie dorthin bringen könnten. «Andrea hat eine gute Technik, viel Intelligenz und eine gesunde Aggressivität», sagt ihr Trainer. Verbesserungspotenzial sieht er im mentalen Bereich. «Es gibt gute und schlechte Tage», sagt Noël Kurzen, «die Konstanz fehlt ihr manchmal noch.» Das sieht auch die Athletin so. «Mental kann ich mich noch verbessern.» Ihre Stärken sieht sie wie Kurzen im technisch/taktischen Bereich.

Nun geht es darum, fokussiert zu bleiben und den Aufwand auf sich zu nehmen. Und dieser ist nicht klein. Nebst dem Sportgymnasium, das viel Zeit in Anspruch nimmt, trainiert Andrea Schnell abwechslungsweise in Turbenthal, Pfäffikon ZH und Frauenfeld. Nebst vier mal zwei Stunden geführten Trainings pro Woche kommen vier Stunden Ausdauertraining dazu, zum Beispiel ­Joggen. Danebst stehen Kräftigungsübungen auf dem Programm. Das sind dann bis zu ­ 17 Stunden pro Woche, Wettkämpfe nicht inklusive. Doch das ist es ihr wert. Sie betreibt «ih­ren» Sport mit viel Leidenschaft – nicht zuletzt, um den Traum der Olym­pischen Spiele zu verwirk­lichen. ()

Erstellt: 16.03.2017, 23:36 Uhr

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