Eiskunstlauf

Schweizer Hoffnung aus den USA

Der Winterthurer Schlittschuh-Club dürfte in der neuen Saison öfters für Aufsehen sorgen. Die US-schweizerische Doppelbürgerin Alexia Paganini startet künftig mit Winterthurer Lizenz.

Alexia Paganini startet neu für den Winterthurer SC, hier während ihrer Kür am Verbandsvorlaufen in Flims.

Alexia Paganini startet neu für den Winterthurer SC, hier während ihrer Kür am Verbandsvorlaufen in Flims. Bild: Albert René Kolb

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Im Laufe des Sommers machte in der Schweizer Eislaufszene die Information die Kunde, dass eine US-Läuferin sich entschieden habe, künftig für die Schweiz zu starten. Alexia Paganini startete am vergangenen Samstag erstmals in der Schweiz im Rahmen eines Vorlaufens des Schweizer Eislauf-Verbandes (SEV), zusammen mit weiteren nationalen Spitzenkräften in Flims. Dabei ging es um die Schweizer Selektion für die Internationale Nebelhorn-Trophy in Oberstdorf im September zwecks Quotenplatz der Schweiz für die Olympischen Spiele 2018 in Pyeongchang.

Olympiatest bestanden

Betreut von ihrem Haupttrainer Igor Krokavec, sorgte die 15-Jährige gleich für klare Verhältniss. Bei ihrer Kürpräsentation setzte sie einige Glanzpunkte und brauchte nicht einmal ihr ganzes Können abzurufen. Zweimal einen Dreifachrittberger und je einen Dreifachsalchow und Dreifachtoeloop bedeuteten die Basis eines grossen Punktevorsprungs. Und auch beim Vorlaufen der Einzelsprünge dauerte Paganinis Auftritt nur ein paar Sekunden: Dreifachrittberger, Dreifachflip, Dreifachlutz – kurz, korrekt, beeindruckend. Paganini gewann das Vorlaufen klar vor Joonmi Lehmann (Lausanne et Malley) und Schweizer Meisterin Yasmine Kimiko Yamada (Zürich).

Anderntags bestand die neue Schweizer Eislaufhoffnung auch den Kürgoldtest. Die Doppelbürgerin wurde vom SEV denn auch als Schweizer Vertreterin für die Olympia-Ausscheidung selektioniert.

Chance auf Grossanlässe

Vergangene Saison erreichte Paganini für die USA beim ISU-Junioren-Grand-Prix 2016 in St. Gervais (Fra) den 6. Rang und an den US-Landesmeisterschaften der Juniorinnen den 5. Rang. «Ich lebe in New York, trainiere in Hackensack in New Jersey und fahre da jeden Tag immer hin und zurück», sagt Paganini. «Die Idee für einen Verbandswechsel hatte mein Coach Igor Krokavec. Mein Vater ist in der Südschweiz geboren und hat den Schweizer Pass.»

Eine Läuferin in der Schweiz benötigt eine Lizenz über einen Eislaufclub. «Die Wahl fiel auf Winterthur, weil mein Vater diesen Klub vorgeschlagen hat. Er kennt in Winterthur einige Leute», erklärt die Läuferin.

Rita Stocker, WSC-Vorstandsmitglied und Leiterin Kadersport, bestätigt Paganinis Transfer zu Winterthur: «Wir wurden angefragt, ob sie bei uns starten dürfe, und haben Ja gesagt.» SEV-Präsident Thomas Hänni sagt zum Übertritt Paganinis vom US- in den Schweizer Verband: «Alle Schritte erfolgten im Rahmen der internationalen Reglemente. Es gab keine Probleme.» Für Paganini besteht somit die grosse Chance, schon in der laufenden Saison an Grossanlässen wie EM, WM oder gar Olympischen Spielen starten zu können. In den USA wäre dies aufgrund der grossen Konkurrenz nicht möglich.

Anfang September reist die neue WSC-lerin nach Celje zum Slovenia-Open, Ende September folgt die Nebelhorn-Trophy, Mitte November der Warschau-Cup in Warschau und Mitte Dezember die SM in Neuchâtel. Und dann im neuen Jahr vielleicht die EM, die Olympischen Spiele und die WM. (Der Landbote)

Erstellt: 18.08.2017, 21:21 Uhr

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