Snowboard

Unverschuldet ins Olympia-Aus gestürzt

Sein erstes Olympia-Abenteuer endete für den Winterthurer Snowboardcrosser Kalle Koblet in den Viertelfinals. Er stürzte und schloss auf Platz 18 ab.

Im Achtelfinal setzte sich Kalle Koblet (hier noch am Schluss des Feldes) letztlich sicher durch.

Im Achtelfinal setzte sich Kalle Koblet (hier noch am Schluss des Feldes) letztlich sicher durch. Bild: Keystone

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Die Leistung war gut, die Ausbeute im Rahmen der bisherigen Resultate. Grundsätzlich kann der Juniorenweltmeister aus Gotzenwil zufrieden auf seine Olympiapremiere zurückblicken. Wäre da nicht der berechtigte Einwand: «Es wäre noch mehr möglich gewesen», bemerkte Koblet.

Die Qualifikation, seine Spezialität, beendete der 20-jährige Winterthurer als Neuntschnellster. Im Achtelfinal-Lauf hielt er sich sicher im Spitzentrio, das in die nächste Runde einzog. Beim Überqueren der Ziellinie riss er kurz die Arme in die Höhe. Ein Vorhaben war erreicht. Auch deshalb durfte er feststellen: «Es hätte alles auch schlechter ausgehen können. Von dem her ist es ok.»

Im Viertelfinal fehlte ihm das Wettkampfglück, darum andererseits das Bedauern. «Ich hatte oben schon zu viel verloren», erklärte Koblet, dessen fünf Viertelfinalgegner in der Weltcupwertung allesamt klar vor ihm klassiert sind. Ausgangs einer Kurve geriet ihm, auf Platz 5 liegend, der vor ihm fahrende Österreicher Markus Schairer mit einem leichten Schwenker in die Quere und bremste den Fluss des Winterthurers. Dieser raste fortan am Ende des kompakten Sechserfeldes zu Tal.

Beim zweitletzten Sprung hob Schairer spektakulär ab, fiel auf den Rücken sowie vors Brett des Kanadiers Kevin Hill, der auswich und Koblets Sturz verursachte. Damit waren die Halbfinals definitiv weg. Andererseits wären die Top 3, darunter der spätere Olympiasieger Pierre Vaultier und der Silber-Gewinner Jarryd Hughes, auch ohne Sturz kaum mehr zu holen gewesen. Die Zwischenfälle gehören zum normalen Ablauf eines Snowboardcross-Rennens. Viel muss sich Koblet nicht vorwerfen.

Unmittelbar nach dem Sturz zog der Winterthurer auf der Piste sein Board ab und half Markus Schairer wieder auf die Beine. Der zehn Jahre ältere Österreicher, 2009 in Südkorea Weltmeister und nun schon zum dritten Mal an Olympischen Spielen erfolglos, stammt aus dem Vorarlberg. Dort, wo Kalle Koblet einst das Snowboarden gelernt hatte…

«Was realistisch drin liegt»

Alles in allem verlief der Wettkampf so, «wie man es erwarten konnte», bilanzierte er. Der 18. Platz entsprach seiner Ausbeute an Weltcups, an denen ein 8. Rang, zwei 15. und drei 18. Plätze die Bestmarken darstellen. «Es ist das, was man im Moment realistisch drin liegt.» Das gilt auch für Teamkollege Jerôme Lymann, der im Viertelfinal um ein paar Hundertstel scheiterte und Rang 16 belegte.

Nach dem Rennen gönnten sich die Familien Koblet und Lymann ein gemeinsames Abendessen. Anschliessend gings zurück in die Unterkunft und «etwas in den Ausgang». Am Freitag unterstützen sie die Schweizer Snowboardcrosserinnen. Am Samstag um 6.40 Uhr wartet der Shuttle zum Flughafen. Um 18 Uhr landet Kalle Koblet nach einem Direktflug aus Seoul in Kloten. «Es war toll, nur schon hier zu sein», lautet seine erste Olympiabilanz. «Im Hinblick auf nächste Olympische Spiele hilft es sicher, dass man das alles schon einmal erlebt hat.» (Der Landbote)

Erstellt: 15.02.2018, 12:07 Uhr

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