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Kein neues «Wunder von Melbourne»

Roger Federer ist in Melbourne kein weiteres grosses Comeback gelungen. Im Halbfinal des Australian Open unterlag der nicht ganz fitte Schweizer Novak Djokovic.

Roger Federer verliert gegen Novak Djokovic. (Bild: SRF)

Dass Roger Federer im 50. Duell der beiden Tennis-Giganten nicht im Vollbesitz seiner Kräfte war, merkte man ab dem zweiten Satz. Er bekundete etwelche Mühe, sich seitlich zur Vorhand hin zu bewegen und wollte die Ballwechsel noch kürzer gestalten. Er suchte die Offensive immer mehr, und sorgte mit dieser Taktik des vollen Risikos so auch für einige Verunsicherung bei Novak Djokovic.

Der Serbe tat sich schwer mit der Situation und leistete sich einige Fehler mehr als sonst. Allerdings war es schwierig, den seit Jahren solidesten Spieler auf der Tour in dieser Verfassung dauerhaft zu gefährden. Und so reichte dem Serben, der ab dem zweiten Satz der klar bessere Spieler war, je ein Break zum Sieg. Nach 2:18 Stunden verwertete er den Matchball und wartet nun auf den Sieger der Partie zwischen Dominic Thiem und Alexander Zverev, die am Freitag spielen.

Die Spekulationen hatten sich in den letzten 48 Stunden bezüglich Roger Federers Gesundheitszustand überschlagen, und noch am Spieltag hatten verschiedene Online-Medien vermeldet, er werde gar nicht antreten. Woher sie ihre Informationen hatten, bleibt ihr Geheimnis.

Der Startsatz war letztlich fatal

Jedenfalls war die Erleichterung allüberall gross, als Federer den Platz betrat, denn alle waren sich einig, dass er dies nur tat, weil er sich einigermassen okay fühlte. Als er dann nach sechseinhalb Minuten und zwei abgewehrten Breakbällen auch noch sein erstes Aufschlagspiel durchbrachte, stiegen die Hoffnungen weiter an. Allein in diesem Game schlug Federer drei Asse, in fünf Sätzen gegen Tennys Sandgren waren ihm nur zwei mehr gelungen. Federer doppelte sofort mit dem Break zum 2:0 nach, musste dann aber dem stark retournierenden Djokovic seinerseits sofort das Rebreak zugestehen. Wenig später führte er allerdings mit 4:1, später mit 5:2, es war ein praktisch perfekter Start. Überragend in dieser Phase vor allem Federers Aufschlagleistung.

Federer verlor den ersten Satz. (Video: SRF)

Dass Djokovic den Satz dennoch gewann, lag daran, dass Federer in drei weiteren Returngames seine Chancen nicht nutzen konnte. Unter anderem hatte er bei 4:1 und 40:0 drei Chancen zum Doppelbreak, es wäre zweifellos die Entscheidung im Satz gewesen. Im Tiebreak spielte Djokovic schlicht perfekt und gewann es mit einem Feuerwerk von Winnern 7:1. Er «stahl» damit den Satz, Federer hätte ihn mit 26:10 Gewinnschlägen zwingend für sich verbuchen müssen und damit hätte er der Partie vielleicht eine andere Dynamik geben können.

Nachher sprach alles für Djokovic

Nun wurde die Aufgabe für Federer, der sich nach Satzende ausserhalb des Platzes medizinisch behandeln liess, beinahe unlösbar. Nach fünf Partien, in denen er von der Klassierung her deutlich favorisiert war, wartete auf Federer in diesem Halbfinal schliesslich die ultimative Herausforderung. Djokovic ist seit über einem Jahrzehnt der «Mister Australia», er hat insgesamt sieben Titel in Melbourne eingeheimst. Und immer wenn er den Halbfinal erreichte, gewann er anschliessend auch das Turnier.

Auch der zweite Satz ging an Djokovic. (Video: SRF)

Zudem hatte er in langen Partien gegen Djokovic immer das Nachsehen. Vor siebeneinhalb Jahren hatte er «Nole» auf Grand-Slam-Stufe letztmals bezwungen, das war in Wimbledon 2012. Seither hatte der Serbe in fünf Partien über drei Gewinnsätze stets die Oberhand, dazu war er deutlich frischer, hatte er doch rund zweieinhalb Stunden weniger auf dem Platz verbracht. Und auch viel weniger emotionale Energie verbraucht.

Federer kehrt bereits am kommenden Freitag ins Scheinwerferlicht zurück. In Kapstadt bestreitet er dann für seine Stiftung den «Match for Africa» gegen seinen Lieblingsrivalen Rafael Nadal. Die Rückkehr auf die Tour ist dann für Ende Februar in Dubai geplant, danach stehen die grossen amerikanischen Hartplatzturniere in Indian Wells und Miami an.

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