Unihockey

Verdienter Punktgewinn beim Meister

Der HC Rychenberg liefert dem Meister Wiler-Ersigen einen heroischen Kampf. Erst ein Gegentor 32 Sekunden vor Ablauf der Verlängerung zwingt ihn 6:7 in die Knie.

HCR-Trainer Philipp Krebs konnte mit der Steigerung seiner Leute gegenüber dem Hinspiel gegen Wiler-Ersigen zufrieden sein.

HCR-Trainer Philipp Krebs konnte mit der Steigerung seiner Leute gegenüber dem Hinspiel gegen Wiler-Ersigen zufrieden sein. Bild: Urs Kindhauser

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Die Ausgangslage fürs Auswärtsspiel beim meistgenannten Titelkandidaten Wiler-Ersigen war klar. Nur ein hoch konzentrierter Auftritt und Effizienz im Abschluss konnten dem HCR die Möglichkeit eröffnen, ernsthaft auf den einen oder anderen Punkt zu hoffen. Die Mannschaft kam der Aufforderung ihres Trainers Philipp Krebs nach, sich gegenüber dem Hinspiel erheblich verbessert zu präsentieren. Trotz der Absenz dreier Stammspieler war ein Überraschungssieg drin. Ein Punkt blieb dem HCR als Lohn für seinen überzeugenden Auftritt.

Ein gelungener Start

Die Partie gestaltete sich im Startdrittel im Wesentlichen so, wie es die Affiche Zweiter und Titelverteidiger gegen den stark verjüngten Neunten hatte erwarten lassen. Die Berner zeigten ereneut eindrucksvoll auf, dass sie in Sachen Ballkontrolle die Nummer 1 der Liga sind und mit ihrem präzisen Passspiel jede Abwehr gehörig ins Schwimmen bringen können. So auch die des HCR. Doch einerseits präsentierte sich Torhüter Nicolas Schüpbach in blendender Verfassung und hielt, was irgendwie zu halten war. Und andererseits hielt der HCR als Kollektiv kampfstark dagegen und zog seine Konter in aller Konsequenz durch.

Und die Winterthurer offenbarten im Startdrittel vor allem eine Qualität, die sie diese Saison stets hatten vermissen lassen: Anders als etwa im (zu deutlich) 2:7 verlorenen Hinspiel gegen Wiler zeigten sie sich im Abschluss sehr viel effizienter. Daniel Keller mit seinem ersten Tor in der NLA, Nils Conrad, Moritz Schaub im Powerplay und Pascal Kern düpierten die bis dato mit nur 16 Gegentoren mit riesigem Abstand beste Defensive der Liga und brachten den HCR bis zur ersten Pause 4:2 in Führung.

Strafe führt zur Niederlage

Am Spielgeschehen änderte sich im Mitteldrittel genauso wenig wie daran, dass sich das Publikum verwundert die Augen rieb. Die beiden Mannschaften lieferten sich weiterhin ein äusserst intensives und kampfbetontes Spiel und Wiler drängte auf den Anschlusstreffer. Dieser fiel auch zweimal, doch beide Male hatte der HCR die passende Antwort bereit. Erstaunlich daran war vor allem, dass Schaub nach dem 3:1 zum bereits zweiten Mal ein Überzahlspiel verwertete. Im bisherigen Saisonverlauf hatte das Powerplay noch nicht zu den Stärken des HCR gehört. Diese Steigerung im offensiven «Special Team» half mit, dass er auch nach zwei Dritteln noch mit zwei Toren in Front lag – neu 6:4.

Krebs stellte erfreut fest: «Wir waren zu Beginn offensichtlich bereit, verteidigten ordentlich und waren im Abschluss effizient. Unser zweites Drittel war aus meiner Sicht noch etwas besser, da wir etwas besser verteidigten.» Wiler wurde durch den unerwartet lange währenden Rückstand langsam, aber sicher nervös. Umso störender war aus der Sicht des HCR, dass er zu Beginn des dritten Abschnitts ein Geschenk verteilte. Wiler traf 19 Sekunden nach dem Wiederanpfiff zum 5:6, als die Winterthurer davon ausgegangen waren, dass die Schiedsrichter die Partie unterbrochen hatten. Neun Minuten später schaffte der im Schlussdrittel mit nur noch zwei Linien sehr viel Druck erzeugende Favorit den Ausgleich.

Dabei blieb es bis zum Ende des Drittels, sodass eine Verlängerung nötig wurde. In dieser schien kein weiteres Tor zu fallen, das Penaltyschiessen Tatsache zu werden. Der finnische Mehrfachweltmeister Tatu Väänänen hatte aber etwas dagegen und sorgte 32 Sekunden vor Ablauf der Verlängerung in Überzahl für die Entscheidung. Dem voraus gegangen war, dass sich Tobias Studer zu einem bestraften Revanchefoul hatte hinreissen lassen.

«Ein Schritt vorwärts»

Trotz des ärgerlichen Endes fand Krebs lobende Worte: «Schüpbach war sehr gut. Wir waren über das ganze Spiel gesehen das etwas glücklichere Team, doch hatten wir uns dies auch verdient, weil wir über weite Strecken sehr gut gearbeitet hatten. Es ist ein Schritt vorwärts, aber einer mit einem faden Beigeschmack, denn es wäre mehr möglich gewesen. Fairerweise muss man aber sagen, dass Wiler die zwei Punkte nicht gestohlen hat. Den einen Punkt haben wir uns redlich verdient.»

Wiler-Ersigen – HCR 7:6 n.V. (2:4, 2:2, 2:0, 1:0)

Sportzentrum Zuchwil. – 380 Zuschauer. – SR Preisig/Schädler. – Tore: 13. Savonen (Pylsy) 1:0. 13. Keller (Braillard) 1:1. 17. Nils Conrad (Braillard) 1:2. 18. Schaub (Kern; Ausschluss Alder) 1:3. 19. Bischofberger (Väänänen) 2:3. 19. Kern (Neubauer) 2:4. 27. Hollenstein (Väänänen; Ausschlüsse Bischofberger und Nils Conrad) 3:4. 29. Schwerzmann (Schaub) 3:5. 36. Dudovi? (Väänänen; Ausschluss Schwerzmann) 4:5. 39. Schaub (Studer; Ausschluss Moser) 4:6. 41. Pylsy (Hofbauer) 5:6. 50. Claudio Mutter (Alder) 6:6. 70. Väänänen (Bürki; Ausschluss Studer) 7:6. – Strafen: 3x2 gegen Wiler, 4x2 gegen Rychenberg.

Wiler: Menétrey; Savonen, Bürki; Bischofberger, Väänänen; Ziehli, Hollenstein; Louis, Pylsy, Dudovi?; Persici, Rentsch, Claudio Mutter; Alder, Hofbauer, Nico Mutter. – Rychenberg: Schüpbach; Nils Conrad, Levin Conrad; Gutknecht, Nussbächer; Neubauer, Schaub; Keller, Braillard, Wöcke; Püntener, Krebs, Iiskola; Kern, Lutz, Schwerzmann; Studer.

Bemerkungen: Rychenberg ohne Dall’Oglio, Dóža (verletzt) und Grunder (krank). Wiler ohne Känzig.

Erstellt: 20.10.2019, 22:46 Uhr

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