Radball

Gebrüder Waibel verpassen WM-Medaille

An ihrer ersten WM gehen die Pfungemer Benjamin und Severin Waibel leer aus, obwohl sie ein gutes Turnier gespielt haben. Im Spiel um Bronze gegen Tschechien gelang nichts mehr.

In der Vorrunde und im Viertelfinal der WM in Basel hatten Benjamin und Severien Waibel Tschechien jeweils bezwungen. Im Match um die Bronzemedaille aber unterlagen sie diesem Gegner 0:6.

In der Vorrunde und im Viertelfinal der WM in Basel hatten Benjamin und Severien Waibel Tschechien jeweils bezwungen. Im Match um die Bronzemedaille aber unterlagen sie diesem Gegner 0:6. Bild: Petra Konrad/Sportjournalist.ch

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In der Basler St. Jakobshalle war alles angerichtet. Die zahlreichen Zuschauer standen im Spiel um die Bronzemedaille hinter den Radballern aus Pfungen. «Wir sind gut ins Spiel gekommen», analysierte Benjamin Waibel den Beginn. «Doch dann hielt Jiri Hrdlicka einen Schuss und spielte den Ball über uns hinweg ins leere Tor.»

Jiri Hrdlicka, seines Zeichens Weltmeister 2003 und 2008, bestritt zusammen mit Pavel Loskot eine perfekte Partie. Keine Fehler und mit viel Ruhe agierte der 46-jährige Torhüter mit seiner ganzen Routine. Durch einen unhaltbaren Eckball bauten die Tschechen die Führung aus. Der dritte Treffer, ein Schuss zwischen Severins Tretlager und Vorderrad hindurch, zeigte, dass dem Team aus Svitavka an diesem Nachmittag alles gelang.

Bei den Schweizern trat genau das Gegenteil ein. «Wir hätten heute wohl noch eine Stunde spielen können und keinen Treffer erzielt.» Benjamin und Severin Waibel wirkten nach dem Spiel spürbar ratlos. «Kurz vor der Pause geht der Eckball vom Pfosten ins Aus statt ins Tor. Und gleich zu Beginn der zweiten Halbzeit traf Benjamin das vermeintlich leere Tor nicht.» Ein Treffer hätte zur Wende genügt. Doch es sollte nicht sein.

Während Waibel/Waibel keinen Treffer gelang, nutzten die Tschechen ihre wenigen Chancen zum ungefährdeten 6:0-Erfolg. «Wir spielten nicht schlecht, so dass ich bis zum 4:0 immer noch an den Sieg geglaubt habe.» Benjamin Waibel verdeutlicht, dass die mentale Einstellung stimmte. Sein Bruder Severin kann sich diesen Misserfolg im entscheidenden Spiel ebenfalls nicht erklären. «Ich war körperlich fit und auch den Eckball kurz vor der Pause geht normalerweise rein. Hinter dem Rücken von Hrdlicka war alles offen. Doch er wollte einfach nicht ins Netz.»

Beinahe Weltmeister ausgeschaltet

Im Halbfinal gegen Titelverteidiger Österreich zeigten die Pfungemer ihr bestes WM-Spiel. Bis 90 Sekunden vor Schluss hielten sie die Partie offen. Letztlich mussten sie sich 2:5 geschlagen geben. Mit etwas Wettkampfglück hätten sie das Spiel auch gewinnen können. «Der Treffer zum 0:1 war symptomatisch für den Spielverlauf. Ein missglückter Schuss der Vorarlberger kullerte über die Torlinie.»

Severin Waibel trauerte nach dem letzten WM-Spiel verständlicherweise jener Niederlage gegen den späteren Weltmeister nach. «Wir machten das Spiel, hatten unsere Chancen und wir waren dem Team aus Höchst ebenbürtig.»

Bis dahin war die WM-Premiere der Pfungemer erwartungsgemäss verlaufen. Ein sehr nervöses Startspiel mit einem Unentschieden gegen Belgien, Siege gegen Frankreich und Tschechien, Niederlagen gegen Titelverteidiger Österreich und Vorrundensieger Deutschland. Im Viertelfinal gegen Tschechien, das zuvor schon in der Vorrunde besiegt worden war, resultierte erneut einen knapper Sieg. Aber dies ist alles Makulatur, wenn am Schluss kein Medaillengewinn heraus schaut.

Sechster WM-Titel und Rücktritt

Im WM-Final standen sich die Favoriten Österreich und Deutschland gegenüber. Die Vorarlberger aus Höchst, Patrick Schnetzer und Markus Bröll, gewannen zum sechsten Mal WM-Gold. Dies dank eines 8:6-Erfolges im Endspiel. Ein krönender Abschluss an ihrer letzten gemeinsamen WM: Markus Bröll zieht sich aus familiären Gründen aus dem Spitzensport zurück.

Für Severin und Benjamin Waibel gilt es, mit der nötigen Distanz ihre erste WM auszuwerten und die Lehren daraus zu ziehen. Danach werden sie das Augenmerk auf die nächste WM richten, die Ende November 2020 in Stuttgart ausgetragen wird.

Erstellt: 08.12.2019, 08:51 Uhr

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