Unihockey

Der HCR verfügt über mehr Potenzial

Der HC Rychenberg geht mit einem neuen Trainer und einer vergrösserten, verjüngten und auf dem Papier verstärkten Mannschaft in die Saison. Die Ziele bleiben dieselbe: Die Talente sollen an die NLA herangeführt und das Playoff erreicht werden.

Philipp Krebs, der neue Chef des HC Rychenberg, ist der jüngste NLA-Trainer.

Philipp Krebs, der neue Chef des HC Rychenberg, ist der jüngste NLA-Trainer. Bild: Urs Kindhauser

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Die vergangene Saison war vom HC Rychenberg als Übergangssaison bezeichnet worden. Der Umzug in die Axa-Arena und entsprechende finanzielle Unwägbarkeiten hatten keine grossen Sprünge in der Zusammensetzung der Mannschaft erlaubt. Ausgerüstet mit ersten Erkenntnissen zu Chancen und Risiken der neuen Heimhalle, konnte sich der Verein nun für die neue Saison eingehender mit dem NLA-Team befassen. Das Kader wurde erheblich verbreitert und auch verjüngt, das Ausländertrio durch ein frisches Duo ersetzt und ein neuer Cheftrainer eingesetzt.

Mehr Struktur mit Krebs

Der Neue an der Bande ist der letztjährige U-21-Trainer Philipp Krebs. Der ausgebildete Berufstrainer war die logische Wahl für die Nachfolge des Finnen Jukka Kinnunen. Krebs kennt den HCR als langjähriger Nachwuchstrainer und hat sich in den zehn Jahren seines Wirkens einen ausgezeichneten Ruf als Ausbildner erarbeitet. Dass er erst 25-jährig und damit der aktuell jüngste NLA-Trainer ist, erachtet HCR-Sportchef Philippe Soutter nicht als Problem: «Das Charisma ist entscheidend. Er muss die Mannschaft hinter sich versammeln können. Und Krebs ist zweifellos eine Persönlichkeit, mit Ecken und Kanten.» Captain Nils Conrad ergänzt: «Wir sehen, wie viel er in uns investiert. Bis jetzt ist es eine coole Zusammenarbeit.» Die Wahrheit werde sich freilich erst zeigen, so Soutter, wenn die zwangsläufigen Rückschläge eintreten werden.

Derzeit blickt Conrad optimistisch voraus: «Ich habe ein gutes Gefühl und auch den Eindruck, dass wir nach der intensiven Vorbereitung sehr fit sind.» Krebs hatte den Trainingsumfang merklich erhöht. Auch im spielerischen Bereich geht er einen anderen Weg als sein Vorgänger. Es gibt mehr Vorgaben. «Strukturen sind wichtig. Innerhalb dieser besitzen die Spieler aber Freiheiten. Damit sie diese gewinnbringend nutzen können, liefern wir ihnen diverse Optionen», betont Krebs. «Diese Strukturen tun unserer Mannschaft gut», findet Conrad und weist allzu grosse Einschränkungen von sich: «Wir haben auch unter Krebs viele Freiheiten auf dem Feld.»

Breiter und jünger

Jene, die Krebs’ Konzept erfüllen und die gewährten Freiheiten ausleben sollen, sind die Spieler. Auch in dieser Hinsicht hat sich beim HCR einiges getan. Das Gerüst der Mannschaft ist zwar im Wesentlichen dasselbe geblieben. Von den Stammspielern ist, abgesehen von den Ausländern, einzig Benjamin Borth nicht mehr dabei. Insgesamt waren es aber acht Abgänge. Diesen stehen elf Zuzüge gegenüber. Diese sollen das Team nicht nur breiter abstützen und verjüngen, sondern ihr auch mehr Qualität bringen.

Einiges an zusätzlicher Klasse versprechen vor allem die Zuzüge der drei spielstarken U-23-Nationalspieler Harry Braillard, Levin Conrad und Noah Püntener. Aber auch von den fünf Talenten, die aus dem eigenen Nachwuchs hochgezogen wurden, erwartet Krebs einiges. Er redet auch nicht um den heissen Brei herum: «Wir haben uns qualitativ und quantitativ verstärkt.» Die Erwartungen müsse sein Team annehmen. Im gleichen Atemzug schränkt er gleich wieder ein: «Wir dürfen nicht ausser Acht lassen, dass sechs Spieler der Startformation vom Samstag ihr Debüt in der NLA geben und drei weitere ihre erste NLA-Saison bestreiten. Sie alle werden etwas Zeit brauchen, um sich zu etablieren. Vielleicht passt es erst in einem Jahr.»

Ausgeglichenes Mittelfeld

Mit gut 23 Jahren Durchschnittsalter stellt der HCR ein junges Team. Leistungsschwankungen gehören da naturgemäss dazu. Da tut es gut, dass Soutter mit dem Verteidiger Samuel Nussbächer und den neuen ausländischen Angreifern Patrik Dóža und Tuomas Iiskola drei routinierte Verstärkungsspieler verpflichten konnte. Sie sollen zu mehr Stabilität verhelfen und der Tscheche und Finne auch die in der letzten Saison zu einseitig auf der ersten Linie lastende Torproduktion ankurbeln. Bei ihrem letzten Verein, bei Floorball Köniz, konnten sie ihre Treffsicherheit unter Beweis stellen.

Ob der HCR in seiner neuen Zusammensetzung eine weniger nervenaufreibende Qualifikation erleben wird als vor einem Jahr, als er im letzten Moment noch ins Playoff rutschte, wird sich weisen. Vorneweg sind der Titelverteidiger und grosse Favorit Wiler-Ersigen sowie GC zu erwarten, mit Malans als möglichem Eindringling. Aufsteiger Sarnen und – gewohnheitsmässig – Thun werden am hinteren Ende der Tabelle erwartet. Zwischen diesen beiden Polen ist fast jede Konstellation möglich.

«Meine Vorfreude ist gross. Ich hoffe, wir können den Drive vom letzten Jahr mitnehmen», sagt der neue HCR-Präsident Eric Fischer. «Angesichts 1200 innert Wochenfrist verkauften Saisonkarten sollte auch der Rahmen erneut stimmen.

Ein Derby zum Saisonstart

Die Verantwortlichen des HC Rychenberg sind überzeugt, dass man heuer nicht nur Ausfälle besser verkraften sollte, sondern auch ein grösseres Leistungsvermögen besitzt. Ob sich dies bewahrheitet, wird sich schon heute ab 18 Uhr in der Axa-Arena gegen die Grasshopperes ein erstes Mal zeigen. In der letzten Saison standen die Stadtzürcher im Playoff- und Cupfinal. Und mit der Verpflichtung des Schweizer Internationalen Paolo Riedi und des Schweden Daniel Johnsson dürfte das Team von Luan Misini seine offensive Feuerkraft gar noch vergrössert haben.Nach dem Derby geht es für die Krebs-Equipe, die gegen GC auf Michel Wöcke, Jonas Lutz und womöglich auch Nils Conrad verzichten muss, im gleichen Stil weiter. Auswärts folgt das heimstarke Langnau und darauf Titelverteidiger Wiler-Ersigen. Doch davor muss morgen Sonntag noch ein Sieg gegen den Zweitligisten Hünenberg im Cup-Sechzehntelfinal her.

Erstellt: 13.09.2019, 18:44 Uhr

HC Rychenberg, Saison 2019/20

Tor: Ruven Gruber (24), Nicolas Schüpbach (23).
Abwehr: Noah Aeschimann (21), Levin Conrad (21), Nils Conrad (24/Captain), Sämi Gutknecht (24), Samuel Nussbächer (29), Luca Dall’Oglio (20), Raphael Sager (20), Moritz Schaub (29).

Sturm: Harry Braillard (20), Patrik Dóža (25/CZE), Lukas Grunder (30), Yves Huser (26), Tuomas Iiskola (26/FIN), Daniel Keller (20), Pascal Kern (25), Moritz Krebs (21), Jonas Lutz (22), Ryan Neubauer (20), Noah Püntener (20), Michel Schwerzmann (27), Tobias Studer (21), Michel Wöcke (23).

Trainer: Philipp Krebs (Chef), Kari Juhani Koskelainen, Mirco Castelletti (Torhüter).

Zuzüge: Braillard (Malans), Conrad (Thurgau), Dóža, Iiskola (beide Köniz), Nussbächer (Langenthal Aarwangen), Püntener (Wiler-Ersigen U-21), Keller, Krebs, Dall’Oglio, Neubauer, Sager (alle Nachwuchs).

Abgänge:
Benjamin Borth, Nico Gröbli (beide Rücktritt), Andi Gutknecht, Thomas Haag (beide Floorball Thurgau), Marc Hauser (UHC Elgg), Jukka-Pekka Kinnunen (Klosters-Davos), Mikko Saarnio (Oulun/FIN), Santeri Toropainen (Espoo/FIN), Tommi Tilus (Kalajoki/FIN).

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