Wasserball

Eine Nationalspielerin kehrt heim

Sie verliess den Schwimmclub Winterthur, um in Uster Leistungssport zu betreiben. Jetzt ist Jana Nikolic wieder in der Eulachstadt aktiv – nicht mehr als Schwimmerin, sondern als Wasserballerin.

Verstärkt die Winterthurerinnen: Rückkehrerin Jana Nikolic.

Verstärkt die Winterthurerinnen: Rückkehrerin Jana Nikolic. Bild: Stefan Kleiser

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«Hier ist meine Heimat», sagt Jana Nikolic. Es ist kurz vor Beginn des Trainings im Hallenbad Geiselweid. Schon einmal war die 22-Jährige aus Brütten Mitglied im Schwimmclub Winterthur. 2012 ging sie fort: Nach Zürich ans Sportgymnasium und nach Uster zum Training. 20 Stunden pro Woche investierte sie in Wasser-, Kraft- und Trockentraining. Bis ihr das Schwimmen verleidete. «Ich hatte die Freude am Sport verloren», erinnert sich die Leistungsschwimmerin (Sprint und Mittelstrecke).

Nun ist Nikolic wieder im SCW. Als Wasserballerin. Sie lernte es vor zwei Jahren während der J&S-Ausbildung kennen. «Der Leiter fand, ich hätte einen guten Wurf und solle doch einmal ein Probetraining im Club besuchen.» Also meldete sie sich bei der Stadtmannschaft in Zürich, wo sie studierte. Wasserball gefiel ihr sofort. «Weil alle am gleichen Strick ziehen. Beim Schwimmen ist man am Startblock auf sich alleine gestellt.» Sie habe sich dann ganz viele Spiele angesehen, «ich habe versucht möglichst alles aufzusaugen».

Sprachen als Leidenschaft

«Ich hätte nicht gedacht, dass mich eine andere Sportart so fesseln kann», ist Nikolic noch immer überrascht. Es ging rasch voran im Wasserball. Schon nach einem Jahr wurde sie erstmals für einen Lehrgang der Schweizer Nationalmannschaft aufgeboten. Für die vor eineinhalb Wochen zu Ende gegangene EM-Kampagne sagte sie jedoch ab. «Aus beruflichen Gründen», wie Nikolic erklärt. Derzeit arbeitet sie Vollzeit im Kundenservice einer Krankenkasse.

Das wird nicht immer so bleiben. Ihre Leidenschaft seien die Sprachen, verrät die Brüttemerin. Das Studium in Psychologie hat sie darum abgebrochen – und wird im nächsten Herbst den Studiengang Angewandte Sprachen an der ZHAW in Winterthur beginnen. «Dann habe ich alles an einem Ort», schmunzelt sie mit Blick auf den Wechsel in den SCW. Die Teamkolleginnen waren ihr gut bekannt. Bereits letzte Saison trainierte Jana Nikolic in Winterthur, um weitere Einheiten zu haben. Mit Yvette van Westendorp war sie schon im Schwimmen.

Vom Rückraum an den Flügel

Der Übertritt in die Equipe aus der Eulachstadt sei eine neue Herausforderung, erklärt Nikolic: «Winterthur hat eine Erfolgsgeschichte». Drei Mal gewann das Team den Meistertitel. Im SCW wird die Neue auf dem Flügel in den Gegenstoss schwimmen. In Zürich setzte die Trainerin sie noch als Centerback ein. Die Quereinsteigerin steuerte also gleich den Angriff. «Am Flügel im Konter habe ich durch meine Vergangenheit aber einen Vorteil», lacht sie.

Neben den Partien der Frauenliga wird Jana Nikolic auch bei den Männern in der 2. Liga spielen. «Andere finden es viel, wenn ich erzähle, dass ich vier Mal in der Woche trainiere», sagt sie. Dabei sei es weniger als früher. «Da waren es acht Mal Wasser und drei Mal Kraft.» Zuletzt musste die 22-Jährige jedoch wegen einer Sehnenscheidenentzündung an der linken Schulter zurückhaltend sein. Nun ist alles wieder gut. Auch das private Glück hat Jana Nikolic in Winterthur gefunden: An der Seite von Wasserballer Nikola Milovanovic.

Erstellt: 08.11.2019, 16:02 Uhr

Mit allen anderen mithalten

Edi Alijagic führte die Winterthurer Wasserballerinnen letzte Saison in die Playoffs. Das war ein tolles Ergebnis: Vor Beginn der Meisterschaft war nach einigen Abgängen noch der Rückzug aus der Liga in Betracht gezogen worden. Am Ende stellte der SCW ein junges Team mit einigen Wasserballerinnen, die in der Liga debütierten. Jetzt ist die Ausgangslage anders. Denn nicht nur Jana Nikolic ist neu dabei. Mit Nadja Hartmann und Katja Rauber kehren zwei routinierte Spielerinnen zurück, die mit dem SCW schon den Meistertitel gewonnen haben. «Wir sind gut vorbereitet und werden versuchen, mit jedem Team in der Liga mitzuspielen», sagt Trainer Alijagic. Die Winterthurerinnen beginnen die Saison am Samstag (18.30, Geielsweid) gegen Zug.(skl)

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