Eliud Kipchoge schreibt Sportgeschichte

Als erster Mensch läuft der Kenianer einen Marathon in weniger als zwei Stunden.

Eliud Kipchoge überquert die Ziellinie. Noch nie hat jemand einen Marathon schneller absolviert. (Video: ORF)

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Den Schluss macht er ganz alleine. Noch einmal zieht Eliud Kipchoge das Tempo an, die Ziellinie vor Augen, die jubelnden Pacemakers hinter ihm. Alleine Richtung Ziel, er weiss, dass er es schafft, er jubelt schon vor dem Überqueren der Linie. Und läuft in 1:59:40 ein. Eliud Kipchoge schreibt Sportgeschichte, er ist der erste Mensch, der einen Marathon in weniger als zwei Stunden beendet.

Um 8.15 Uhr hatte Kipchoge das Rennen bei idealen Bedingungen in Angriff genommen. Wobei: Rennen ist hier der falsche Ausdruck, denn der 34-jährige Kenianer lief nicht etwa an einem offiziellen Lauf gegen die internationale Marathon-Konkurrenz. Er absolvierte immer wieder die gleiche Strecke beim Pratergelände in Wien. Und er lief alleine, stets umgeben von seinen sieben Tempomachern, vor ihnen ein Auto, das mit einem Laser die magische Zweistundenmarke auf den Boden projizierte, die Kipchoge einzuhalten versuchte. Und ebenfalls immer mit dabei: Helfer auf Fahrrädern, die den Kenianer verpflegten.

Er hat starke Unterstützung

41 Tempomacher (davon sechs Ersatzleute) waren im Einsatz, allesamt bekannte Namen aus der Leichtathletik: die Ingebrigtsen-Brüder aus Norwegen rannten mit, der Genfer Julien Wanders ebenso, oder Bernard Lagat, eine Ikone des Laufsports, dekoriert mit 13 Medaillen an Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen. «Die besten Athleten aller Zeiten», fand Kipchoge, und bedankte sich für das Engagement.

Im Ziel angekommen war selbst er, der ruhige Kenianer, ausser sich. Zum ersten Mal war seine Familie an einem seiner grossen Rennen dabei, die Frau und die drei Kinder waren die ersten Gratulanten. Er sei sehr froh, dass sie hier gewesen seien, sagte Kipchoge, eine kenianische Flagge über die Schultern tragend. Und: «Ich bin der glücklichste Mensch. Ich habe gezeigt, dass es kein Limit gibt, wenn man nur will.»

Die Zeit von unter zwei Stunden ist aber kein Weltrekord. Nicht weil je jemand schneller gelaufen wäre, sondern weil das Rennen unter Labor-Bedingungen durchgeführt wurde. Es wird nicht offiziell gewertet. Der Weltrekord liegt momentan bei 2 Stunden, einer Minute und 38 Sekunden. Gelaufen vor einem Jahr in Berlin. Von: Eliud Kipchoge. (mro)

Erstellt: 12.10.2019, 08:08 Uhr

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