Unihockey

Rychenbergs starkes Schlussdrittel

Dank eines starken Schlussdrittels macht der HC Rychenberg im Sechspunktespiel gegen Waldkirch aus zwei Toren Rückstand noch einen 7:4-Sieg und hält damit den Anschluss an die Playoffplätze.

Ein Tor von Michel Wöcke (rechts) zum 5:4 ebnete dem HC Rychenberg den Weg zum Sieg.

Ein Tor von Michel Wöcke (rechts) zum 5:4 ebnete dem HC Rychenberg den Weg zum Sieg. Bild: Urs Kindhauser

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Von den drei Partien in Folge, die es tunlichst zu gewinnen gilt, sollen die Playoffchancen gewahrt bleiben, hat der HC Rychenberg am Sonntag auch die zweite für sich entschieden. Nach einem hart erkämpften Sieg in Thun sicherte sich das Team von Jukka Kinnunen die drei avisierten Punkte aus dem Heimspiel gegen den UHC Waldkirch-St. Gallen. Allerdings war es auch diesmal ein hartes Stück Arbeit, das hinter dem Sieg steckte. Nach vierzig Minuten noch mit 2:4 in Rückstand liegend gelang den Winterthurern aber eine spektakuläre Aufholjagd. Die klare Steigerung im Schlussdrittel wurde mit vier Toren in den letzten knapp fünf Minuten und einem 7:4-Sieg belohnt. Mit diesem zweiten Sieg in Serie hält der HCR den Anschluss an die acht Playoffplätze.

Ein fulminanter Beginn

Schon der Start war dem HCR sehr überzeugend gelungen. In den ersten drei Minuten drängte er die Gäste vor deren Tor zusammen und erarbeitete sich noch vor Ablauf der ersten vierzig Sekunden zwei Grosschancen. Bei der ersten konnte Waldkirchs Goalie den Schuss Santeri Toropainens gerade noch parieren, bei der zweiten fiel der Abschluss zu ungenau aus. Die dritte brachte dann das verdiente frühe 1:0. Pascal Kerns Lob in Richtung Tor blockte Michel Schwerzmann sauber frei und lenkte ihn – womöglich – noch leicht ab.

Es war nicht zu erwarten gewesen, dass der HCR sechzig Minuten im selben forschen Stil würde weiterfahren können. Gleichwohl war es etwas überraschend, dass die vor allem für ihre Kampfkraft und engagierte Defensive bekannten Gäste in den folgenden Minuten das Diktat energisch übernahmen und auf den Ausgleich drückten. Es brauchte dann freilich schon eine ungenügende Verteidigungsarbeit, dass Waldkirchs Topskorer Michael Schiess das 1:1 erzielen konnte.

War der HCR vorübergehend etwas zu passiv geworden, hielt er den Ball nach dem verdienten Ausgleich wieder vermehrt in den eigenen Reihen. Allerdings agierten die Ostschweizer geradliniger, nicht zuletzt bei schnellen Gegenstössen, und wirkten vor dem Tor zielstrebiger. Darum war es wenig verwunderlich, dass sie nach vierzig Minuten und vergleichbar vielen Torchancen mit 4:2 führten und auf bestem Weg schienen, ihren guten Lauf fortzusetzen und Revanche für die (zu knappe) Niederlage im Hinspiel zu nehmen.

Ein Steigerungslauf zum Sieg

Wie ruhig und kalkuliert die Winterthurer dann aber im Schlussdrittel auf den Rückstand reagierten, war aller Ehren wert. Zuerst nahmen sie das Heft wieder in ihre Hände, sehr kontrolliert und ohne zu viele Risiken einzugehen. Daraus resultierte schon in der 41. Minute Toropainens Anschlusstor. Und als das Diktat gefestigt war, erhöhten sie in den letzten zehn Minuten sukzessive den Druck aufs Gästetor. Mit dem Toreschiessen liessen sie sich freilich etwas gar lange Zeit. Zweimal fehlte dem HCR auch die Réussite, als Nachwuchsverteidiger Luca Dall’Oglio in der 51. und 55. Minute nur die Latte traf.

«Wir kamen gut zurück, verteidigten gut und besassen einen starken Torhüter.» Jukka Kinnunen
Trainer HC Rychenberg

Doch steter Tropfen höhlt bekanntlich den Stein. Captain Nils Conrad machte seinen Fehler vom verschuldeten Penalty wieder wett und sorgte in der 56. Minute für den Ausgleich. Erst von da an wurde Waldkirch wieder öfter in der Vorwärtsbewegung gesehen und es brauchte einen schon zuvor stilsicheren Ruven Gruber im Tor, dass dies nicht ins Auge ging. Gleichzeitig wurde offensichtlich, dass seine Vorderleute Lunte gerochen hatten. Einen Konter beendete Michel Wöcke 104 Sekunden vor dem Schlusspfiff mit dem 5:4 und als die Gäste den Goalie aus dem Tor beorderten, sorgten Tobias Studer und Michel Schwerzmann mit ihren Treffern ins verlassene Gehäuse für die Entscheidung.

Kinnunen wusste, was den Sieg eingebracht hatte: «Wir kamen gut zurück, verteidigten gut und besassen einen starken Torhüter.» Mit dem Ball sei ihr Spiel hingegen einfach okay gewesen. Letztlich verdankte der HCR den Erfolg einer Premiere. War er im bisherigen Saisonverlauf wiederholt ins offene Messer gelaufen, wenn er im Schlussdrittel einem Rückstand hinterherlaufen musste, behielt er dieses Mal kühles Blut und erhöhte den Druck nur sukzessive. Kinnunen scheint gefunden zu haben, wer in schwierigen Situationen Verantwortung übernehmen kann. Und er konnte befriedigt feststellen, dass «wir ins Tor trafen, als wir es brauchten.» In den nächsten Runden wird diese Kaltblütigkeit weiter gefragt sein.

(Der Landbote)

Erstellt: 13.01.2019, 21:04 Uhr

Telegramm

HC Rychenberg – Waldkirch-St. Gallen 7:4
(1:2, 1:2, 5:0). Axa-Arena. - 1080 Zuschauer. - SR Preisig/Schädler. - Tore: 2. Schwerzmann (Kern) 1:0. 11. Schiess 1:1. 17. Roman Mittelholzer (Jordan; Ausschluss Schaub) 1:2. 22. Schaub (Conrad; Ausschluss Büchel) 2:2. 31. Schiess (Pen.) 2:3. 38. Büchel 2:4. 41. Toropainen (Studer) 3:4. 56. Conrad (Wöcke) 4:4. 59. (58:26) Wöcke (Studer) 5:4. 59. (58:53) Studer (ins leere Tor) 6:4. 60. (59:50) Schwerzmann (ins leere Tor) 7:4. - Strafen: 3x2 gegen Rychenberg, 2x2 gegen Waldkirch. - Rychenberg: Gruber; Conrad, Dall’Oglio; Saarnio, Gutknecht; Huser, Schaub; Wöcke, Toropainen, Studer; Kern, Borth, Schwerzmann; Lutz, Grunder, Tim Aeschimann. - Waldkirch: Jud; Meier, Jordan; Jeanot Eschbach, Thomas Mittelholzer; Holenstein, Büsser; Schiess, Angehrn, Pritzbuer; Chris Eschbach, Conzett, Roman Mittelholzer; Büchel, Possag, Rüegg. - Bemerkungen: Rychenberg ohne Gröbli (verletzt), und Haag (abwesend). Rychenberg mit drei Linien, ab der 49. Minute mit zwei Linien. Waldkirch mit drei, ab der 51. Minute mit zwei Linien. 51./55. Lattenschüsse DallOglio. 57:59 Time-out Waldkirch. Waldkirch ab 58:30 in Ballbesitz mit einem zusätzlichen Feldspieler anstelle des Torhüters.

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