Spirig krönt sich zur Rekord-Europameisterin

Die 36-jährige Schweizerin gewinnt in Glasgow zum sechsten Mal Gold in der Einzel-EM über die olympische Distanz.

Nicola Spirig darf in Glasgow. Bild: Getty Images

Nicola Spirig darf in Glasgow. Bild: Getty Images

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Nicola Spirig krönt sich in Glasgow zur uneingeschränkten Triathlon-Königin Europas. Die Olympiasiegerin von 2012 gewinnt den sechsten Einzel-EM-Titel und ist damit alleinige Rekord-Europameisterin über die olympische Distanz.

Ein imponierender Steigerungslauf über den gesamten Wettkampf mit überragendem Radabschnitt bildete die Grundlage für den Triumph der 36-jährigen Zürcher Unterländerin.

Spirig setzte sich auf einer anspruchsvollen Strecke in Glasgow nach 1,5 km Schwimmen, 40 km Radfahren und 10 km Laufen in 1:59:13 Stunden mit 33 Sekunden Vorsprung vor der entthronten englischen Titelverteidigerin Jessica Learmonth durch. Die drittklassierte Französin Cassandre Beaugrand verlor bereits 1:44 Minuten.

Zwei reibungslose Wechsel

Mit einem schnellen Wechsel auf die coupierte Laufstrecke holte Spirig rasch wertvolle Sekunden Vorsprung auf Learmonth heraus. Spirig und Learmonth hatten sich nach zwei Disziplinen deutlich von der Konkurrenz abgesetzt.

Spirig absolvierte die erste Disziplin im 8. Rang mit einem Rückstand von 51 Sekunden. Auf der anspruchsvollen Radstrecke setzte sich Spirig früh von den restlichen Verfolgerinnen ab. Nach rund 30 Radkilometern holte die Schweizerin mit einem Solo-Ritt das Führungsduo ein und fuhr kompromisslos weiter. Prompt musste Beaugrand, die als laufstärkste Triathletin im Feld galt, abreissen lassen.

Spirig wechselte sich in der Führungsarbeit nun mit der schnellsten Schwimmerin und guten Radfahrerin Learmonth ab und distanzierte Beaugrand bis zum Wechsel auf der Laufstrecke um über eineinhalb Minuten. Das nachfolgende Hauptfeld war bereits vorher deutlich abgeschlagen. Die Verfolgerinnen erreichten selbst als Gruppe nie eine vergleichbare Pace wie Spirig.

Einen Schreckmoment hatte es aus Schweizer Sicht zu Beginn des Radfahrens gegeben, als mehrere Athletinnen am Hinterrad von Spirig in einen Sturz verwickelt waren.

Es ist Spirigs erster Einzel-EM-Titelgewinn seit den Heim-EM 2015 in Genf. Den ersten EM-Titel hatte sich die Olympia-Zweite von 2016 bereits 2009 erkämpft. Bislang war Spirig mit der Portugiesin Vanessa Fernandes gemeinsam EM-Rekordtitelträgerin. Dabei hat Spirig im Verlaufe ihrer Karriere wegen zwei Babypausen oder jeweils anderer Saisonplanung längst nicht jeden EM-Termin wahrgenommen.

Weitere Medaillenchancen im Mixed-Team-Wettkampf

Am Samstag steht in Glasgow der Mixed-Team-Wettbewerb mit Spirig an, der 2020 in Tokio erstmals im olympischen Programm stehen wird. In Abwesenheit der noch bis Herbst verletzungsbedingt ausfallenden Jolanda Annen dürften die Schweizer normalerweise kaum für die Medaillen infrage kommen. Doch mit der extrem formstarken Spirig im Aufgebot ist mit dem Schweizer Team im Wettkampf über je 300 m Schwimmen, 6,7 km Radfahren und 1,5 km Laufen für total vier Athleten (je zwei Männer und Frauen) aber im Kampf um die Medaillen zu rechnen.

Vorher stehen am Freitag noch die Männer an der Startlinie, unter ihnen die drei Schweizer Andrea Salvisberg, Sylvain Fridelance und Adrien Briffod. (sda)

Erstellt: 09.08.2018, 16:29 Uhr

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