Beachsoccer

Wenn Fallrückziehertore normal sind

Die Winti Panthers haben zum ersten Malein Meisterschaftsturnier organisiert und ein bisschen Feriengefühle nach Winterthur gebracht. Der Ligatross hat seine Zelte auf der provisorischen Beachsocceranlage im Deutweghinter der Eishalle aufgeschlagen.

Gehören zur Tagesordnung: Attraktive Tore, wie hier durch Marc Stahel für die Winti Panthers, sind beim Beachsoccer keine Seltenheit.

Gehören zur Tagesordnung: Attraktive Tore, wie hier durch Marc Stahel für die Winti Panthers, sind beim Beachsoccer keine Seltenheit. Bild: Nathalie Guinand

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Die Musik ist laut und modern. Die wummernden Bässe von der Eishalle hört man über die ganze Sportanlage Deutweg. Unterbrochen nur durch die 300 frenetischen Fans, die jede gelungene Aktion mit Applaus quittieren. Die Winti Panthers spielen ihr erstes Meisterschaftsheimspiel in der Geschichte des Vereins.

Premiere im Deutweg

Auf diesen Event mussten die Winterthurer lange warten. Die bisherige Anlage auf dem Reitplatz in Töss war für Ligaspiele zu klein und auch für den Trainingsbetrieb nicht optimal. «Nach kräftigen Regenschauer ist das Wasser tagelang liegen geblieben», sagt Benjamin Schellenberg von den Winti Panthers. Im Jahr 2015 sind die Panthers dann von Töss in die Grüze gezogen. Die Stadt Winterthur hat ihnen das Ausseneisfeld hinter der Eishalle als provisorische Lösung angeboten. Im Frühling wurden über 350 Tonnen Sand angeliefert und auf dem Platz verteilt. «Es ist ein langer, harter Weg gewesen, aber nun haben wir wenigstens mal ein richtiges Feld», sagt Schellenberg. Eine fixeBeachsocceranlage ist in Winterthur noch in weiter Ferne. Die Idee, auf den Minifussballplätzen im Deutweg einen Sandplatz zu machen, wurde verworfen, da das Feld zu klein gewesen wäre. Stadtrat Stefan Fritschi, der sich am Samstag unter die Matchbesucher gemischt hatte, habe sich verständnisvoll gezeigt. Die provisorische Lösung auf dem Aussen­eisfeld wurde trotz grossem Reinigungsaufwand nochmals bewilligt. Die Panthers brauchen den Platz fast jeden Abend. «Während des Tages bleibt er noch ungenutzt, einer Nutzung durch die Schule oder durch andere Fussballvereine stehen wir aber offen gegenüber», sagt Schellenberg.

Kooperation mit Wincity?

Eine langfristige Lösung ist aber noch nicht absehbar. Eine Zusammenarbeit mit Wincity sei denkbar, sagt Schellenberg. Ein erster Kontakt besteht. Bis zur Fertigstellung von Wincity dauert es aber mindestens noch drei Jahre. Wie es bis dahin weitergeht, ist offen.

Sofern sie wieder ein geeignetes Feld zur Verfügung haben, wollen die Winti Panthers auch nächstes Jahr einen Ligaevent organisieren. Der Entscheid liegt aber bei der Ligaorganisation. Die Meisterschaft wird an zehn verschiedenen Standorten ausgespielt, wobei jedes Team jeweils am Samstag und am Sonntag einen Match spielt. Am Final-event in Spiez spielen die ersten vier Teams Halbfinal und Final. Die Frauenliga und die Challenge League reisen mit der Premier League mit. Spiele in der obersten Liga dauern drei mal zwölf Minuten, effektive Spielzeit. Bei einem Unterbruch wird die Zeit also gestoppt.

Mit Rasenfussball hat Beach­soccer nur noch im entferntesten zu tun. Verschiedene Regeländerungen haben den Sport schnell und attraktiv gemacht. Ein Angriff dauert meist weniger als 40 Sekunden. Der Sand macht flache Pässe fast unmöglich, darum spielen sich die Spieler den Ball in der Luft zu. Das Spielfeld ist etwas kleiner als ein Handballfeld und erlaubt darum gefährliche Abschlüsse von beinahe überall. Gespielt wird mit vier Feldspielern und einem Torhüter pro Mannschaft, wobei sich selbst der Torhüter regelmässig in die Torschützenliste eintragen kann.

Nachwuchs als nächstes Ziel

Die Männer-Liga gibt es seit 15 Jahren. 2011 wurde die Women League gegründet. Die Winti Panthers stellen in jeder Liga eine Mannschaft. Eine Nachwuchsmeisterschaft fehlt trotz grossem Engagement des Verbands bis anhin. In Winterthur hätte man ein Team zusammengehabt, aber die Meisterschaft konnte wegen zuweniger Mannschaften nicht gespielt werden. «Wir bleiben aber dran», verspricht Schellenberg. Die Panthers organisieren jeden Mittwochabend ein Juniorentraining.

Auf dem Platz läuft das Kantonsderby Winterthur – GC. Die Zürcher sind als Leader angereist und spielen erstmals in dieser Saison in voller Besetzung. Mit Dejan Stankovic und Noel Ott verfügen sie über die wahrscheinlich besten Schweizer Spieler. Stankovic war MVP und Torschützenkönig der WM 2009 und Ott war wertvollster Spieler der Euro-Liga 2014. Trotzdem werden sie von den Winti Panthers teilweise vorgeführt. Nach dem überraschenden, aber verdienten 10:7-Sieg am Samstag bezogen die Winterthurer am Sonntag gegen den Schweizer Meister Chargers Baselland eine 5:3-Niederlage.

(Landbote)

Erstellt: 12.06.2016, 23:03 Uhr

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