Mountainbike

«Wir sind konkurrenzfähig»

Der RV Winterthur unterhält seit diesem Jahr eine Mountainbike-Renngruppe. Und bestreitet bereits mit beachtlichem Erfolg Nachwuchswettkämpfe.

Die Race Gruppe des RV Winterthur im Training.

Die Race Gruppe des RV Winterthur im Training. Bild: Marc Dahinden

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Jolanda Neff, Nino Schurter, Julien Absalon – das sind die Aushängeschilder im Mountainbike. Namen, die allen Sportinteressierten geläufig sind. Weniger bekannt sind Jessica Strauss, Gabriel Schellenberg, Wendelin und Laurin Volkart oder Khalid Sidahmed. Kein Wunder. Denn dieses Quintett steckt erst im Nachwuchsalter und trainiert unter der Ägide des Radfahrer-Vereins Winterthur in den Wäldern rund um die Stadt. Den Sportzweig Mountainbike deckt der RVW schon lange ab. Nicht zuletzt auch, weil der Velonachwuchs einfacher für diese Trendsportart zu gewinnen ist als beispielsweise fürs Tourenfahren. Einmal pro Saison wurden die Kinder immer schon an ein Bikerennen begleitet, um Rennluft zu schnuppern. Der Fokus lag aber stets auf dem Breitensport. Neu ist nun , dass der RVW regelmässig Rennen besucht, mit dem in diesem Jahr geschaffenen «Race Team». Das sind Jessica, Gabriel, Wendelin, Laura und Khalid, die je nach Alter in den Kategorien U13, U15 oder U17 fahren.

Zehn Stunden pro Woche

Sie sind im Renneinsatz keine Neulinge, die 13-jährige Jessica Strauss zum Beispiel fährt schon seit vier Jahren. «Sie haben von sich aus begonnen Rennen zu fahren», erklärt David Ott, der Obmann der Mountainbiker im RVW. Parallel dazu erhielt seine Abteilung im Laufe der Jahre immer mehr Zulauf, ohne dass dafür gross Werbung gemacht werden musste.Bis zu 30 Kinder treffen sich mittlerweile jeden Montag am Bettenplatz fürs wöchentliche Training. Aus dieser wachsenden Breitensportgruppe wollten immer mehr Kids öfter Rennen fahren als nur einmal im Jahr. «Deshalb haben wir beschlossen vom Verein aus etwas zu unternehmen», sagt Ott. «Wir bieten Trainings, Trainingspläne und Betreuung an den Rennen an.»

Und einen Trainer, der erst gesucht werden musste. Der RVW hat Georg Hasselmann gefunden, Sportwissenschaftler von Beruf, der selber auch Rennen fährt und sich der neuen Aufgabe mit Verve annimmt. Damit entsprach der Deutsche dem Anforderungsprofil des Vereins exakt. Hasselmann schreibt nun die Trainingspläne, unter anderem. Auf dem Programm stehen neben zwei geführten Trainings pro Woche zwei bis drei individuelle Einheiten und zehn Rennen im Jahr an den Wochenenden. «Der Trainingsaufwand beträgt etwa zehn Stunden pro Woche», schätzt Hasselmann.

Es soll auch möglich sein, neben dem Mountainbike noch andere Sportarten zu betreiben. Diese werden in den Trainingsplan integriert. «Ziel ist es, die Race Gruppe den Rennsport in einem optimalen Umfeld zu ermöglichen. Der Spass steht dabei an erster Stelle», erklärt Obmann Ott. «Diese Kinder wollen sportlich vorwärts kommen, wir wollen sie gut betreuen. Wo es hinführt, wissen wir noch nicht. Wir sind offen, bis zum Leistungssport.»

Mutig in den Swiss Cup

Sportlich gesehen hat sich das Jahr sehr gut angelassen. Es gibt für Nachwuchsfahrerinnen und –Fahrer in der Schweiz drei Serien unterschiedlichen Niveaus, um Rennen zu fahren: Der Schaffhauser Cup bietet einen guten Einstieg, Im Zürcher EKZ-Cup ist die Konkurrenz schon härter und im Swiss Cup «trifft man auf alle, die in der Schweiz etwas erreichen wollen», wie es Hasselmann formuliert. Er und Ott entschieden, mit ihrer Race Gruppe den Fokus von Anfang an auf den Swiss Cup zu legen. Das war mutig. «In den Swiss-Cup-Rennen merkt man schon, dass der Druck grösser wird», sagt etwa der 17-jährige Gabriel Schellenberg. Es sei die «richtige» Serie. Auf Stufe U17 trifft er auf bis zu 100 Konkurrenten.

Und Trainer Hasselmann ist klar: «Im Swiss Cup können wir auch als Team sehr viel lernen.» Dabei gebe er nicht das Erreichen von möglichst guten Resultaten vor. «Es sollen Ergebnisse sein, die die Kinder motivieren weiterzumachen. Was die Verantwortlichen des RVW aber an den vier Swiss-Cup-Rennen, an denen sie bisher teilgenommen haben, feststellen durften: «Wir sind konkurrenzfähig.» In der Teamwertung lag der RVW bisher meist auf den Rängen 5-7, was beachtlich ist. Dass ausserdem dem 12-jährigen Laurin Volkart gleich im ersten Swiss-Cup-Rennen ein Sieg gelang, beeindruckte auch andere Teams. Nächster Höhepunkt wird die Schweizer Meisterschaft am übernächsten Wochenende in Andermatt sein.

Die Race Gruppe verbreitern

Am Ende der Saison wollen David Ott und Georg Hasselmann dann Bilanz ziehen. Soviel ist aber jetzt schon klar: «Wir wollen weitermachen.» Ideen wie sie ihre Race Gruppe voranbringen können, haben die beiden viele. Vor allem gilt es, die Gruppe zu verbreitern und ihre Rahmenbedingungen zu weiter zu verbessern. Dafür scheint die Basis gelegt. Denn aus der Breitensportgruppe haben sich diese Saison bereits zehn Fahrerinnen und Fahrer für den alljährlichen Renntag angemeldet. Soviele wie noch nie.

(Der Landbote)

Erstellt: 13.06.2018, 19:19 Uhr

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