Orientierungslauf

Zum Abschluss die ersehnte Medaille

Fabian Hertner hat sich seinen Traum erfüllt: Er erlief sich am letzten Tag der WM in Lettland mit Bronze die ersehnte Medaille in der Königsdisziplin über die lange Distanz. Der in Winterthur lebende Baselbieter stand damit in allen aktuellen WM-Disziplinen zumindest einmal auf dem Podest.

Mit einem letzten Höhepunkt hat der überglückliche Fabian Hertner seine aktive OL-Karriere beendet.

Mit einem letzten Höhepunkt hat der überglückliche Fabian Hertner seine aktive OL-Karriere beendet. Bild: Keystone

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Um 15.10 Uhr (MEZ) startete Fabian Hertner im lettischen Sigulda als allerletzter Läufer der WM 2018 zu seinem letzten Lauf auf internationaler Ebene. 100 Minuten und 47 Sekunden später verdrängte er auf der Ziellinie seinen Teamkollegen Daniel Hubmann noch vom 3. Rang. Die Flower­zeremonie zeigte dann einen sehr bewegten Fabian Hertner: «Das war schon sehr speziell. Das ganze Jahr habe ich nur an diesen Lauf gedacht. Dann stand ich da, mit dem Wissen, dass alles aufgegangen ist.» Für dieses spezielle Gefühl auf dem Podest zu stehen – das sagte er dieser Zeitung in einem früheren Interview und bestätigte das erneut – hat er all die Jahre trainiert.Mit insgesamt 17 Medaillen an Europa- und Weltmeisterschaften (diejenigen aus Nachwuchszeiten mitgerechnet) verabschiedet er sich nun von seinen langjährigen Kollegen. Ohne Wehmut, denn auch nach dem jüngsten Erfolg ist der 33-jährige Hertner überzeugt, den richtigen Zeitpunkt gewählt zu haben.

Harziger WM-Start

Dabei waren die Voraussetzungen zum Erfolg nach einer turbulenten WM-Woche alles andere als optimal. Im Mitteldistanzlauf hatte vieles nicht geklappt, bei seiner Premiere im Mixed-Sprint verlor er auf der dritten Strecke zu viel Zeit, als dass es noch zur Goldmedaille hätte reichen können. Doch für Hertner gab es keinen Grund zu zaudern: «Ich habe wohl die Fehler auf der Mitteldistanz gebraucht, um mit dem Gelände zurechtzukommen. Bei den Selektionsläufen hatte ich ähnliche Probleme und wusste auf der Langdistanz zu reagieren.»

So war es auch diesmal. Hertner kam blendend ins Rennen, bewegte sich auf den Spuren und in der Nähe des einmal mehr überragenden, nun schon dreimal hintereinander erfolgreichen Norwegers Olaf Lundanes und holte schon nach dem sechsten Posten den norwegischen Routinier Magne Daehli ein. Die beiden waren nun meistens zusammen unterwegs. «Wir haben beide immer aktiv die Karte gelesen, manchmal gingen wir auch getrennte Wege.» Nachdem die erste lange Route nicht ganz geglückt war und es einen kleinen Rückschlag gab, lief Hertner wieder auf den 2. Rang vor. Noch viermal lief er Abschnittsbestzeit. Mit einem erstaunlichen Final­ legte dann jedoch der Ukrainer Ruslan Glibov als Aussenseiter vor und lief auf den 2. Rang, vom Medaillenplatz jedoch liess Hertner sich nicht verdrängen. «Das war zwar nicht der beste Langstreckenlauf meiner Kar­riere, es liesse sich einiges besser machen. Doch athletisch war ich heute in Top­form.» Und das brauchte es im ruppigen Gelände mit vielen Steigungen.

Zehnmal Edelmetall

Für das Schweizer OL-Team war es eine der erfolgreichsten Welttitelkämpfe aller Zeiten. Nur auf der Mitteldistanz der Frauen gab es (Sabine Hauswirth fehlten vier Sekunden) keine Medaille. Zehn der Zwölf Selektionierten kehren mit insgesamt zehn Medaillen zurück. Die elf Medaillen von der Heim-WM konnten somit in fremdem Terrain bestätigt werden. Positiv ist aufgefallen, dass die Schweizer OL-Läufer jede Medaille bejubelten – auch wenn sie sich über verpasstes Gold hätten­ ärgern können.

Zwei Wermutstropfen trüben allerdings die Bilanz: Die Nor­weger gewannen die Rennen im Wald und verschafften sich für ihre Heim-WM vom 12. bis 17. August in Sarpsborg den Vorteil je eines zusätzlichen Startplatzes. Das Schweizer Team hätte diese in Anbetracht der breiten Spitze und jungen Läufern, die nachstossen, auch brauchen können. Und Mat­thias Ky­burz, der eigentlich stärkste Läufer, schaffte es erneut nicht, an einer Weltmeisterschaft zu überzeugen. Immerhin bleibt seine einmalige Aufholjagd in der Staffel noch lange in Erinnerung.

(Der Landbote)

Erstellt: 12.08.2018, 20:06 Uhr

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