Leichtathletik

Angelica Mosers Einstieg mit vollem Risiko

Die Andelfinger Stabhochspringerin Angelica Moser begann die Saison mit neuen Stäben – fast ohne mit ihnen zu üben.

Für Angelica Moser waren die längeren Stäbe noch ungewohnt.

Für Angelica Moser waren die längeren Stäbe noch ungewohnt. Bild: Freshfocus

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Dass sich die Frauen-Equipe des LC Zürich an den Schweizer Vereinsmeisterschaften in Lausanne entthronen lassen musste, lag nicht an Angelica Moser. Die 21-Jährige Andelfingerin hatte mit ihrem Sieg im Stabhochsprung und dem zweiten Rang im Kugelstossen praktisch das Optimum an Rangpunkten für ihren Verein eingefahren – es waren zwei Resultate, die eine genauere Betrachtung verdienen.

Die Höhe von 4,40 m im Stabhochsprung ist der Erwähnung kaum wert. Sie befindet sich 25 cm unter Mosers Besthöhe vom Winter in der Halle und 21 cm unter ihrem Freiluftrekord. Verglichen mit dem Saisonauftakt der letzten vier Jahre sind 4,40 m nicht mehr als durchschnittlich. Letztes Jahr stieg sie mit derselben Höhe nach einer hartnäckigen Fussverletzung ein.

15 cm längere Stäbe

Besonders aber ist das Wie oder viel mehr Womit. Moser sprang mit neuen Stäben. 4,60 m lang sind diese. Bisher vertraute sie auf eine Länge von 4,45 m. Das wäre keine Besonderheit, hätte Moser die neuen Stäbe nicht benutzt, ohne gross damit trainiert zu haben. In den USA waren sie schon lange bestellt, versprochen bereits für den April. Aber der Liefertermin verzögerte sich bis letzten Donnerstag: Da war es da, das neue Set mit acht verschiedenen Härten.

Zeit zur Angewöhnung, zum Ausprobieren und Vertrauen gewinnen fehlte. «Ich musste mich entscheiden», sagte Moser. Sie entschied sich, wie es ihrem Naturell entspricht: für das Risiko. Sie nahm die SVM zum Proben. «Voll Risiko» war’s. Als «sehr gewöhnungsbedürftig» beschreibt sie das Gefühl, «vor allem am Stab fühlt sich das völlig anders an». Aber, so stellte sie befriedigt fest: «Irgendwie ist es gegangen.» Nachdem sie 4,20 m und 4,40 m beim ersten Versuch gemeistert hatte, scheiterte sie drei Mal auf 4,50 m. «Dieser Einstand hat mich weitergebracht, bilanzierte sie. Im Hinblick auf den Saisoneinstand beim Diamond League Meeting vom Donnerstag in Rom will sie ihn nutzen. Und heute Montag im Training bietet sich die Möglichkeit zum Fassen zusätzlichen Vertrauens.

Silber im Kugelstossen

Wenig fehlte und Angelica Moser hätte auch im Kugelstossen für das Punktemaximum gesorgt. «Das war keine Hammerleistung», sagte sie selbstkritisch zu den 12,59 m, die Silber einbrachten. Als Vergleich zog sie die 12,96 m vom vergangenen September heran. Den Fakt, dass sie die Disziplin nie trainiert, wollte sie nicht gewichten. ()

Erstellt: 03.06.2019, 18:41 Uhr

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