Leichtathletik

Der nächste Titel für Moser

Vergleichbares findet sich in der Schweizer Leichtathletik nicht: Die Andelfinger Stabhochspringerin Angelica Moser gewann im polnischen Bydgocscz U23-EM-Gold und damit zum fünften Mal in Folge einen internationalen Titel.

Jedes Jahr ein Titel: Angelica Moser hat einmal mehr zum richtigen Zeitpunkt ihren besten Sprung gezeigt.

Jedes Jahr ein Titel: Angelica Moser hat einmal mehr zum richtigen Zeitpunkt ihren besten Sprung gezeigt. Bild: Keystone

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Utrecht, Nanjing, Eskilstuna, Bydgoszcz und nochmals das polnische Bydgoszcz – Europäisches Olympisches Festival, Youth Olympic Games, U20-Europameisterschaften, U20-Weltmeisterschaften und jetzt U23-Europameisterschaften, 2013, 2014, 2015, 2016 und 2017: An sämtlichen fünf internationalen Leichtathletik-Titelkämpfen der letzten fünf Jahre gewann Angelica Moser in ihrer Altersklasse.Widersacherinnen kamen und gingen: Sie blieb. Jedes Mal triumphierte Angelica Moser, und immer wieder bewies die noch nicht 20-Jährige ihren Wettkampfcharakter. Dass sie mit diesem Leistungsausweis auch bereits bei der Elite international mitmischt, ist klar: das Debüt an der Hallen-EM 2015, im selben Jahr die WM, letztes Jahr EM (7.) und Olympische Spiele, in diesem Jahr die frühzeitige Qualifikation für die WM im August.

Klar ältere Konkurrentinnen

Und jetzt das Gold in jener Kategorie, in die sie eben erst aufgestiegen ist. Gegen Konkurrentinnen zu springen hatte sie, die fast drei Jahre älter waren als sie – Moser hat erst Mitte Oktober Geburtstag. «Cool, ich konnte meine Serie weiterziehen», sagte sie. Dabei bewies sie einmal mehr Nervenstärke. Drehende Winde, Regen in der Schlussphase des langen, fast drei Stunden dauernden Kräftemessens brachten sie nicht aus dem Konzept. Oder wie sie es sagte: «Die Witterungsbedingungen störten mich weniger als die andern.»

«Cool, ich konnte meine Serie weiterziehen»Angelica Moser

Nach zwei Fehlversuchen über 4,50 m zeigte sie just im wichtigsten Zeitpunkt «den Supersprung». Ihre letzte Widersacherin, die Ukrainerin Maryna Kylypko musste aufgrund der häufigeren Fehlversuche auf 4,55 m steigern – und scheiterte zwei Mal. Moser reüssierte auf Anhieb – quasi als Zugabe. Auf der neuen U23-Schweizerrekordhöhe von 4,65 m scheiterte sie drei Mal – was nicht mehr zur Sache hatte.

Einzigartigkeit

«Was Angelica zeigt, ist etwas ganz Seltenes», lobt ihr Deutscher Coach Herbert Czingon. Von «einer unglaublichen Serie» spricht er. Einmal mehr hat die junge Athletin, die sich einst für die Leichtathletik und gegen das Kunstturnen entschied, weil sie auf diesem Weg weiterhin beide Sportarten betreiben kann, ihre Form auf den Punkt hingekriegt. Ein Verdienst ihres langjährigen Hauptcoaches Czingon ist dies, aber auch von ihrer Mutter und Athletik-Trainerin Monika Moser sowie ihren Vater (und ehemaligen Olympia-Zehnkämpfer) Severin Moser.

In dieses U23-EM-Finale gestiegen war Angelica Moser als eine von vier Haupttitelanwärterinnen. Mit ihrer Saisonbesthöhe von 4,60 m (gesprungen am 1. Juli in La Chaux-de-Fonds) wies sie dieselbe Bestmarke auf wie die beiden Konkurrentinnen Kylypko und Ninon Guillon-Romarin (Fr). Nur 5 Zentimeter weniger wies die Deutsche Friedlinde Petershofen auf. Das Plus an Souveränität von Angelica Moser zeigte sich aber während des gesamten Wettkampfes. Als Letzte stieg die angehende BWL-Studentin bei 4,20 m ins Programm ein. Stets weniger Fehlversuche als die direkten Widersacherinnen wies sie auf – was ihr in der Schlussphase zum entscheidenden Vorteil wurde. (Der Landbote)

Erstellt: 16.07.2017, 16:50 Uhr

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