Unihockey

Der WM-Final als grosses Ziel

Das Schweizer Nationalteam der Frauen geht an der WM in Bratislava auf Medaillenjagd. Im Aufgebot des Winterthurer Nationaltrainers Rolf Kern stehen drei routinierte Spielerinnen der Red Ants.

Margrit Scheidegger (rechts, in einem Spiel gegen Schweden) ist eine von drei Spielerinnen der Red Ants im Schweizer WM-Team.

Margrit Scheidegger (rechts, in einem Spiel gegen Schweden) ist eine von drei Spielerinnen der Red Ants im Schweizer WM-Team. Bild: Damian Keller

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Die letzten Länderspiele vor der WM verliefen nicht nach Wunsch. Gegen Schweden und Finnland setzte es Anfang November deutliche Niederlagen ab, gegen Tschechien ging das Penaltyschiessen verloren. Nationaltrainer Rolf Kern will aber nichts von einer missglückten Hauptprobe wissen: «Diesen Länderspieltermin halte ich für sehr fragwürdig. Auch wenn Niederlagen nie Spass machen – wir entschieden uns bewusst dafür, unsere Karten noch nicht aufzudecken.»Lieber betont Kern den Steigerungslauf des Teams, den er in den letzten zwei Jahren gesehen hat – mit dem vorläufigen Höhepunkt im April, als die Schweizerinnen erstmals seit Jahren wieder Finnland schlugen und gar dem haushohen WM-Favoriten Schweden ein Unentschieden nach 60 Minuten abtrotzten. «Wenn unsere Leistungsträgerinnen in Form sind, erreichen wir den Final», prophezeit Kern, dessen Vorgänger zuletzt zweimal Bronze holten.

«Die Leistungen im April entsprechen viel mehr unserem Potenzial als diejenigen im November», zeigt sich auch Alexandra Frick zuversichtlich. Die Stürmerin der Red Ants wird in der Slowakei nach 2013 zu ihrer zweiten WM kommen. Für Teamkollegin Margrit Scheidegger, wie Frick U19-Weltmeisterin von 2008, ist es bereits die dritte WM-Endrunde, während Géraldine Rossier mit 29 Jahren zum ersten Mal dabei ist. Ihre bewusste Rückkehr aus Schweden hat sich ausbezahlt – die Bündnerin heuerte nicht zuletzt bei den Red Ants, weil sie im Verein die gleiche Center-Rolle wie im Nationalteam ausfüllen kann.

Mit Nadia Cattaneo hingegen verpasste eine mögliche vierte Red-Ants-Akteurin den letzten Cut, gibt sich aber gefasst: «Ich bin enttäuscht – aber vor allem von mir selber, dass ich bei den Nati-Zusammenzügen keine besseren Leistungen gezeigt habe.»

Knackpunkt Halbfinal

In den vermeintlich leichten Gruppenspielen vom Samstag (Polen) und Sonntag (Deutschland – mit Red-Ants-Verteidigerin Katja Timmel) wird es für die Schweizerinnen darum gehen, kräfteschonend auf Betriebstemperatur zu kommen, ehe mit Schweden die erste grosse Herausforderung wartet. «Auch Schweden kann einmal einen schwachen Tag einziehen», macht sich Frick Hoffnung, wobei der letzte und einzige Sieg über Schweden schon zwölf Jahre zurück liegt. Im wahrscheinlicheren Fall einer Niederlage wäre der Weg zu einem Halbfinal gegen Finnland vorgespurt – dann wird es die beste Leistung brauchen, um das Finalziel zu erreichen. «Und wenn man schon mal in Final ist, will man diesen auch gewinnen» sagt Kern das, was in solchen Fällen gesagt werden muss.

Das Nationalteam feilte am letzten Wochenende in Schaffhausen zwei Tage an den letzten Details, ehe es für zwei Tage in den Schwarzwald weiterzog. Wellness und Runterfahren war angesagt, um nach stressigen Monaten etwas zur Ruhe zu kommen. Die Schwedinnen (Spanien) und Finninnen (Dubai) gönnten sich derweil zum gleichen Zweck sogar einige Tage an der Sonne.

Die Schweizer Variante am Schluchsee brachte bereits einmal einem Team Glück – die deutsche Fussball-Nationalmannschaft gastierte dort vor der WM 1982 in Spanien, wo sie den Final erreichte. Dass aufgrund nächtlicher Eskapaden von Rummenigge, Breitner und Co. anschliessend vom «Schlucksee» gesprochen wurde, braucht die Schweizer Unihockeyanerinnen nicht zu kümmern. Als gutes Omen soll der Ort aber alleweil gelten.

(Der Landbote)

Erstellt: 30.11.2017, 20:03 Uhr

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