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«Die Energie auf dem Platz wird entscheiden»

Heute Samstag kämpfen die Schweizerinnen an der WM in Neuenburg um den Finaleinzug. Margrit Scheidegger freut sich auf das Duell mit Tschechien, in dem sie ihre physischen Stärken ausspielen kann.

Skorerlisten interessieren Margrit Scheidegger wenig. Ganz mannschaftsdienlich leistet sie gerne auch wertvolle Defensivarbeit.

Skorerlisten interessieren Margrit Scheidegger wenig. Ganz mannschaftsdienlich leistet sie gerne auch wertvolle Defensivarbeit. Bild: Dieter Meierhans

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Nach drei Siegen in der Gruppenphase und dem 10:4 gegen Lettland im Viertelfinal zieht die Schweizer Nationalmannschaft der Frauen mit einer schneeweissen Weste in den Halbfinal ein. Bei den Kantersiegen gegen Deutschland, Polen und zuletzt Lettland ging es vor allem darum, die Konzentration nicht zu verlieren – der grösste Test, das Gruppenspiel gegen Finnland, wurde mit Bravour gemeistert und mit dem 7:4-Erfolg gleichzeitig Weltmeister Schweden als Halbfinalgegner vermieden. Somit steht jetzt «nur» noch Tschechien vor dem ersten Finaleinzug seit zehn Jahren.

«Uns ist allen bewusst, dass das ein ganz anderes Spiel wird als noch der Viertelfinal. Dort konnten wir es uns erlauben, zwischendurch den Fokus für einige Minuten zu verlieren – gegen Tschechien darf uns das nicht passieren», blickt Red-Ants-Stürmerin Margrit Scheidegger auf die Partie voraus. Zuversicht ist durchaus angebracht, bisher trat die Schweiz sehr entschlossen und war vor allem im Abschluss viel effizienter auf als in den letzten zwei Jahren. «Ich möchte gar nicht zu sehr darüber nachdenken, warum es so gut läuft», sagt Scheidegger lachend, «Hauptsache, es funktioniert.» Die Tage auf Gran Canaria vor der WM hätten dem Team aber gut getan, erklärt die Stürmerin.

Qualitäten voll ausspielen

Die gemeinsam verbrachte Zeit und der letzte Schliff bezüglich mentaler Vorbereitung haben ihre Wirkung offenbar nicht verfehlt. Scheidegger selber steuerte auf dem Weg in den Halbfinal zwei Tore bei, einen Empty-Netter gegen Finnland und einen Treffer im Viertelfinal. «Auf diese Statistik lege ich keinen Wert. Ich bin nicht die Topskorerin, das wissen alle – ich mag es, wenn die Partien physisch werden, wenn ich an der Gegenspielerin andocken kann», so die Stürmerin, die gerne wertvolle Defensivarbeit verrichtet. Gegen die körperlich starken Tschechinnen wird sie ihre Qualitäten voll ausspielen können.

Nationaltrainer Rolf Kern brachte in den bisherigen vier Partien alle Spielerinnen zum Einsatz. Alexandra Frick etwa erhielt immer wieder Minuten in der Verteidigung und fügte sich nahtlos ins Teamgefüge ein. Auch Géraldine Rossier, die dritte Vertreterin der Red Ants, lief in unterschiedlichen Formationen auf und verrichtete ihre Arbeit makellos. Gegen Polen erzielte sie einen Treffer, zweimal hatte sie bei Schüssen an die Torumrandung Pech. «Ich kenne meine Rolle und sehe meine Stärken weiterhin im Defensivbereich», sagte Rossier nach dem Abschluss der Vorrunde auf ihre erfreuliche Ausbeute in der Offensive angesprochen.

Während Rossier und Frick gegen Tschechien wohl nicht in der Startformation stehen werden, wird sich Scheidegger mit ihrer Linie um die Paradeformation der Tschechinnen kümmern. «Die Stimmung im Team und auf der Bank ist aber ein wichtiger Erfolgsfaktor», nimmt die 29-Jährige die Ersatzkräfte mit ins Boot. Auch das Publikum kann eine Rolle spielen, wenn wie gegen Finnland erneut über 3500 Fans den Weg in die Patinoires du Littoral am Fusse des Neuenburgersees finden. «Wir müssen mit viel Energie in die Partie steigen und den Funken auf die Fans übertragen, dann beflügeln wir uns gegenseitig», gibt Scheidegger als Losung aus. Zwischen zwei Teams auf Augenhöhe dürfte tatsächlich die auf den Platz gebrachte Energie den Unterschied ausmachen. Eine Partie wie gemacht für Margrit Scheidegger.

Erstellt: 13.12.2019, 19:41 Uhr

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