BMX

Ein Rempler mit Folgen

Die Schweizer BMX-Saison beginnt an diesem Wochenende im Dättnau. Der Beste allerdings wird fehlen: Der Winterthurer David Graf verletzte sich am Weltcup in Paris.

David Graf verpasst den Swiss Cup im Dättnau.

David Graf verpasst den Swiss Cup im Dättnau. Bild: Heinz Diener

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Wer ausweicht, verliert. BMX-Fahrer schenken sich nichts. Erst recht nicht, wenns im Weltcup zur Sache geht. David Graf lag am Samstag im Final in Paris auf der Startgeraden in der Spitzengruppe, als der Franzose Sylvain André, der innen vordrängte, mit dem Knie seinen Ellbogen touchierte. Das Vorderrad des Winterthurers verdrehte sich in voller Fahrt und beide stürzten. «Er hat mich ausgehebelt», erinnert sich Graf.André, 2017 Weltcup-Gesamtsieger und WM-Zweiter, beendete den Final der Top 8 auf Platz 7, Graf musste aufgeben. «Er ist ein sehr hartnäckiger Fahrer», sagt er über den Franzosen. Um zu ergänzen: «Aber ich hätte es an seiner Stelle auch versucht…»

Tags darauf fand das zweite Weltcuprennen der Saison ohne den 28-jährigen Winterthurer statt. Das Innenband im Knie war angerissen und geschwollen. «Nicht so tragisch», erklärt der Schweizer Olympiafahrer von 2016. Vielleicht diesen Sonntag werde er sich «wieder etwas bewegen». Das Bike lässt er vorderhand noch bei Seite. «Ich schaue, dass ich schnell wieder fit werde.» Die nächsten Termine, die er nicht verpassen will, sind die vier Weltcuprennen an den ersten beiden Mai-Wochenenden in Holland und Belgien.

Der Trainer

Damit erlebt David Graf diesen Samstag und Sonntag den Swiss Cup im Dättnau nur von aussen. Allerdings nicht einfach als Zuschauer. Sondern er wird von Vertretern von Swiss Cycling und Jugend+Sport geprüft, wie er seine sieben Biker im Alter zwischen 13 und 22 Jahren, für die er Trainingsspläne schreibt, an einem Rennen betreut. Das geschieht im Rahmen seiner Ausbildung zum Nachwuchstrainer. Später, wenn die Aktivkarriere mal beendet ist, kann er sich vorstellen, sich zum Profitrainer weiterbilden zu lassen.

Im Dättnau auf der Startrampe aber stehen Saskja Lack sowie Simon Marquart, Junioren-Weltmeister Cédric Butti, Noah Breschan und allenfalls auch Kevin Schunk, die weiteren Weltcupfahrer von Powerbike Winterthur. Für hochklassige Rennen also sollte gesorgt sein, auch wenn die beiden besten Schweizer fehlen. Neben Graf fällt derzeit auch Renaud Blanc aus; der Olympia-Ersatzpilot von 2016 hat sich den Fuss gebrochen.

Das Ziel

Graf und Blanc sind inzwischen nicht mehr die einzigen Schweizer, die das Potenzial für einen Final auf Weltcupstufe haben. Simon Marquart macht aus dem Duo ein Trio. Der Winterthurer belegte in Paris zweimal den 9. Platz, zweimal also stiess er in die Halbfinals vor. «Ein gutes Zeichen. Er ist schon weiter, als ich gedacht hätte», lobt Graf seinen jungen Klubkollegen.

Fahren drei Schweizer regelmässig vorne mit, erhöht sich die Chance, dass in Tokio 2020 mehr als nur ein Olympiastartplatz verfügbar ist. Vom letzten Weltcuprennen dieser Saison (in Argentinien) an zählen die Resultate für die Quotenplätze.

Die WM in Baku, wo Graf 2015 an den Europaspielen Bronze holte, sowie die EM in Glasgow sind die Saisonhöhepunkte. «Natürlich nähme ich auch einen 1. Platz an einer WM. Aber mein grosses Ziel des Jahres ist ein Weltcupsieg», betont der WM-Dritte von 2015. «Ich bin auf gutem Weg und noch nie so schnell gewesen wie in diesem Jahr.»

Letzte Woche in Paris befand er sich nahe am ersten Weltcupsieg, keiner fuhr auf der Startgeraden schneller als er. «Im Final lag ein Podestplatz sehr gut drin», sagt Graf. Wäre da nicht dieser Rempler gewesen. (Der Landbote)

Erstellt: 05.04.2018, 19:18 Uhr

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